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Paita

Im alten Haus von Manuela Sáenz entdecken Perusina, Perusino und Franz eine Taschenuhr, deren Zeiger rückwärts laufen.

Ein Schlag der Uhr reißt sie aus Paita fort. Plötzlich beginnt in Bogotá eine Verschwörung, und Simón Bolívar soll die Nacht nicht überleben.

Perusina und Manuela Sáenz schützen Simón Bolívar während der Verschwörung

Die Nacht der Verschwörer

Eine geheime Wache, ein Angriff auf den Palast und ein Fluchtweg voller Fallen: Perusina muss schneller denken als die Verschwörer.

Franz entdeckte den kleinen Messinghebel unter einer losen Bodendiele.

„Ich habe nichts angefasst“, behauptete er, während seine Pfote noch darauf lag.

Perusina kniete sich neben ihn. Sie befanden sich in dem alten Haus in Paita, in dem Manuela Sáenz ihre letzten Lebensjahre verbracht hatte. Unter der Diele steckte eine flache Holzkassette. Darin lagen ein rotes Band und eine Taschenuhr, deren Zeiger rückwärts liefen.

Franz entdeckt eine rückwärts laufende Taschenuhr unter einer Bodendiele in Paita
Unter der losen Diele wartet eine Uhr, die nicht nur die Zeit anzeigt.

Perusino beugte sich darüber. „Vielleicht zählt sie, wie lange es dauert, bis Franz wieder etwas kaputt macht.“

Die Uhr schlug einmal.

Der Fußboden verschwand.

Die drei stürzten durch Dunkelheit und landeten unsanft in einer regennassen Gasse. Vor ihnen erhob sich ein großer Palast. Pferde scheuten, Männer liefen durch den Regen und aus der Ferne schlug eine Kirchturmuhr.

Perusina hielt die Taschenuhr hoch. Auf dem Deckel war plötzlich eine Jahreszahl zu lesen: 1828.


Perusina, Perusino und Franz belauschen zwei Verschwörer im regennassen Bogotá
Hinter einer Mauer fällt ein Satz, der die Nacht verändert.

Hinter einer Mauer flüsterten zwei Männer.

„Kurz nach Mitternacht. Die Wache am Seitentor gehört zu uns.“

„Und Bolívar?“

„Er wird diese Nacht nicht überleben.“

Perusina packte Perusino am Arm. „Das ist die Septemberverschwörung. Wir sind in Bogotá.“

Franz stellte die Ohren auf. „Und wir stehen sehr ungünstig neben den Verschwörern.“

Einer der Männer drehte sich um.

„Wer ist da?“

Die drei rannten.


Die drei Freunde fliehen mit Kisten, Körben und einem Eimer durch Bogotá
Perusino wollte unauffällig fliehen. Der Eimer an seinem Fuß hatte andere Pläne.

Sie schossen durch einen Torbogen, sprangen über Kisten und duckten sich unter einem Pferdewagen hindurch. Perusino trat in einen Eimer. Der Eimer blieb an seinem Fuß hängen und schepperte bei jedem Schritt.

„Sehr unauffällig!“, keuchte Perusina.

„Der Eimer verfolgt mich!“

Franz biss den Henkel durch. Der Eimer flog davon und traf einen Verfolger an den Stiefeln. Der Mann stolperte direkt in einen Stapel leerer Körbe.

Am Seiteneingang des Palastes stand tatsächlich ein Wachposten. Perusina sah das rote Band an seinem Arm. Dasselbe Zeichen hatten die Verschwörer getragen.

„Nicht durch das Tor!“

Franz entdeckte ein offenes Küchenfenster. Er sprang auf ein Fass, von dort auf einen Sims und verschwand im Gebäude. Perusina und Perusino kletterten hinterher.


Perusina warnt Manuela Sáenz im Palast vor der Verschwörung
Manuela stellt keine Fragen. Sie weiß sofort, was zu tun ist.

In der Küche riss eine Köchin die Augen auf.

„Wer seid ihr?“

„Später!“, rief Perusina. „Wo ist Manuela Sáenz?“

Ein Krachen erschütterte das Haus. Die Eingangstür war aufgebrochen worden.

Die Köchin zeigte nach oben.

Perusina nahm drei Stufen auf einmal. Im oberen Stockwerk kam ihnen eine Frau entgegen. Schwarzes Haar, fester Blick, ein Dolch am Gürtel.

„Manuela Sáenz?“, fragte Perusina.

„Wer will das wissen?“

„Verschwörer!“, japste Perusino. „Viele. Unten. Sehr schlechte Absichten.“

Manuela stellte keine weitere Frage. Sie stürmte in ein Schlafzimmer und rüttelte den Mann im Bett wach.

„Simón! Sofort aufstehen!“


Perusina erkennt den verräterischen roten Ärmel im Innenhof des Palastes
Der Weg aus dem Fenster ist frei. Der Hof darunter ist es nicht.

Im Treppenhaus krachten Schritte. Eine Stimme brüllte: „Keiner verlässt das Haus!“

Manuela riss ein Fenster auf. Unter ihnen lag ein dunkler Innenhof.

„Da hinunter“, befahl sie Bolívar.

Perusina beugte sich hinaus und sah im letzten Moment einen bewaffneten Mann unter dem Fenster. Er wartete hinter einem Brunnen.

„Stopp! Das ist eine Falle.“

Die Schlafzimmertür bebte unter einem heftigen Schlag.

Perusina griff nach der roten Decke auf dem Bett und warf sie aus dem Fenster auf der gegenüberliegenden Seite. Franz sprang auf den Sims und stieß einen heulenden Laut aus.

Der Mann am Brunnen sah den roten Stoff, hielt ihn für Bolívars Mantel und rannte hinterher.


Bolívar beginnt seine Flucht, während die Freunde das Vorhangseil sichern
Die Tür splittert, während Bolívar aus dem Fenster flieht.

„Jetzt!“, rief Perusina.

Bolívar kletterte aus dem Fenster. Perusino hielt einen Vorhang fest, den Manuela zu einem Seil verknotet hatte. Perusina stemmte beide Füße gegen das Bettgestell.

Die Tür splitterte.

Manuela stellte sich den eindringenden Männern entgegen. „Ihr kommt zu spät.“

Perusina ließ den Vorhang los und sprang selbst hinaus. Unten packte Bolívar sie gerade noch, bevor sie auf den nassen Steinen ausrutschte. Perusino und Franz folgten.

Sie rannten durch den Hof. Der Mann vom Brunnen hatte seinen Irrtum bemerkt und kam zurück.

Perusina sah eine schwere Holztür, daneben eine Kette.

„Perusino! Die Kette!“


Perusina und Perusino bedienen den Lastenaufzug, während Franz auf einem Sack durch den Hof rutscht
Der Lastenaufzug stoppt den Verfolger. Franz nimmt den schnellsten Weg durch den Hof.

Gemeinsam zogen sie daran. Ein Lastenaufzug sauste herab. Säcke krachten zwischen sie und den Verfolger. Franz sprang auf einen rollenden Sack und fuhr darauf quer über den Hof.

„Das war geplant!“, rief er.

Hinter dem Palast führte ein schmaler Weg zu einer Brücke. Perusina blieb abrupt stehen. Im Schatten warteten zwei weitere Männer.

Sie hob einen Stein und warf ihn in den Fluss. Das laute Platschen ließ die Männer zur falschen Seite laufen. Bolívar nutzte den Augenblick, schlüpfte unter die Brücke und verschwand zwischen den dunklen Bögen.


Perusina, Perusino und Franz kehren mit dem roten Band nach Paita zurück
Die Verschwörung liegt fast zweihundert Jahre zurück. Das rote Band ist noch da.

Die Taschenuhr in Perusinas Hand begann zu schlagen.

Einmal. Zweimal.

Der Regen, die Brücke und die Rufe lösten sich auf.

Die drei landeten wieder im alten Haus von Paita. Die Holzkassette war geschlossen. Nur das rote Band lag noch auf dem Boden.

Perusino setzte sich schwer daneben. „Manuela hat Bolívar aus dem Palast gebracht.“

Perusina nahm das Band auf. „Und wir haben dafür gesorgt, dass draußen niemand auf ihn wartet.“

Franz betrachtete die lose Bodendiele.

„Soll ich den Hebel noch einmal drücken?“

„Nein!“, riefen beide gleichzeitig.


Geschichte und Abenteuer: Manuela Sáenz half Simón Bolívar 1828 tatsächlich bei der Flucht vor Verschwörern. Die Taschenuhr und die drei Freunde sind der erfundene Teil.

Was steckt in diesem Abenteuer?

Manuela Sáenz gehörte zur Unabhängigkeitsbewegung Südamerikas. Weil sie Bolívar in der Nacht vom 25. September 1828 zur Flucht verhalf, wurde sie als „Libertadora del Libertador“ bekannt.
Nach ihrer Verbannung lebte Manuela viele Jahre in Paita. Dort starb sie am 23. November 1856. Die Stadt bewahrt die Erinnerung an ihre letzten Lebensjahre.
Paita war ein wichtiger Pazifikhafen. Im 19. Jahrhundert liefen dort Handelsschiffe und Walfänger ein, sodass Nachrichten, Menschen und Ideen aus vielen Ländern zusammentrafen.

Drei Spuren der Freunde

Perusina entdeckt die Falle

Sie erkennt den falschen Wachposten, warnt Manuela und bemerkt den Angreifer unter dem Fenster, bevor Bolívar hinabsteigt.

Perusino hält die Flucht offen

Er verliert einen Eimer, gewinnt aber Zeit, hält das Vorhangseil und setzt mit Perusina den Lastenaufzug in Bewegung.

Franz sorgt für Ablenkung

Er findet die Uhr, stoppt einen Verfolger und lockt den Mann am Brunnen mit seinem Heulen zur falschen Seite des Hofes.

Deine Entdeckeraufgabe

Zeichne den Fluchtplan des Palastes: Schlafzimmer, Fenster, Brunnen, Lastenaufzug, Innenhof und Brücke. Markiere danach in zwei Farben, was historisch belegt ist und was für dieses Abenteuer erfunden wurde.

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Fragen zu Paita und Manuela Sáenz

Hat Manuela Sáenz wirklich in Paita gelebt?

Ja. Nach ihrer Verbannung ließ sie sich in Paita nieder und verbrachte dort ihre letzten Lebensjahre. Sie starb 1856 in der Hafenstadt.

Hat sie Simón Bolívar wirklich gerettet?

Ja. In der Nacht vom 25. September 1828 drangen Verschwörer in den Regierungspalast von Bogotá ein. Manuela drängte Bolívar zur Flucht und stellte sich anschließend den Angreifern.

Warum heißt sie „Libertadora del Libertador“?

Der Name bedeutet „Befreierin des Befreiers“. Er erinnert daran, dass Manuela dem als Befreier bekannten Bolívar das Leben rettete.

Ist Perusinas Rettungsaktion historisch?

Nein. Perusina, Perusino, Franz, die Taschenuhr und der versteckte Angreifer gehören zur erfundenen Geschichte. Der Anschlag und Manuelas Hilfe bei Bolívars Flucht sind historisch belegt.

Was machte Paita damals besonders?

Paita war ein bedeutender Hafen am Pazifik. Schiffe aus verschiedenen Ländern brachten Waren, Reisende und Nachrichten in die Stadt. Dadurch war Paita viel stärker mit der Welt verbunden, als seine Größe vermuten ließ.

Quellen und weiterführende Informationen

Die Sachinformationen zu Paita, Manuela Sáenz und der Septemberverschwörung beruhen auf folgenden Informationen:

  • Municipalidad Provincial de Paita: Paita rindió homenaje a Manuela Sáenz
  • Asamblea Nacional del Ecuador: Manuela Sáenz und ihr Kampf für die Freiheit Amerikas
  • Municipalidad Provincial de Paita: Plan de Desarrollo Concertado der Provinz Paita
  • Casa de la Literatura Peruana: Manuela Sáenz, die vergessene Heldin
  • PeruMagazin: Paita in Nordperu

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