Das Freihandelsabkommen zwischen Peru und Hongkong ist am 1. September 2026 in Kraft getreten. Damit beginnt für beide Märkte eine neue Phase ihrer Handelsbeziehungen. Das Abkommen erleichtert den Waren- und Dienstleistungsverkehr und schafft verbindliche Regeln für Unternehmen, die zwischen Peru und Hongkong handeln. Für Peru ist das Abkommen zugleich ein weiterer Schritt, um die wirtschaftlichen Beziehungen zum asiatisch-pazifischen Raum auszubauen.
Freihandelsabkommen Peru–Hongkong gilt seit 1. September
Peru und Hongkong hatten das Freihandelsabkommen nach mehrjährigen Verhandlungen unterzeichnet. Nach Abschluss der erforderlichen Verfahren wurde der 1. September 2026 als Termin für das Inkrafttreten festgelegt. Die peruanische Zoll- und Steuerbehörde SUNAT bereitete die Umsetzung bereits vor dem Stichtag vor und veröffentlichte Hinweise zur Anwendung der vereinbarten Zollpräferenzen.
Seit dem 1. September handelt es sich damit nicht mehr um ein geplantes Abkommen. Die vereinbarten Regelungen sind in Kraft und können von Unternehmen angewendet werden, sofern die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind. Für Importeure und Exporteure beginnt damit die praktische Umsetzung des Freihandelsabkommens.
Was regelt das Freihandelsabkommen?
Das Freihandelsabkommen Peru–Hongkong beschränkt sich nicht auf die Senkung einzelner Zölle. Es enthält Regelungen für den Warenhandel, Dienstleistungen, Investitionen und den elektronischen Handel. Hinzu kommen Bestimmungen zu Ursprungsregeln, Zollverfahren und weiteren handelsbezogenen Vorschriften.
Ein wichtiger Bestandteil ist der bevorzugte Marktzugang für Waren, welche die vereinbarten Ursprungsbedingungen erfüllen. Unternehmen müssen deshalb nachweisen können, dass ihre Produkte die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen. Erst dann können die im Abkommen vorgesehenen Vergünstigungen bei der Einfuhr in Anspruch genommen werden.
Warum Hongkong für Peru interessant ist
Hongkong gehört zu den bedeutenden Handels-, Finanz- und Logistikzentren Asiens. Für peruanische Unternehmen ist deshalb nicht ausschließlich die Größe des dortigen Absatzmarktes interessant. Hongkong besitzt darüber hinaus eine wichtige Funktion als Handelsdrehscheibe und Verbindung zu weiteren Märkten im asiatischen Raum.
Peru verfolgt bereits seit vielen Jahren eine Strategie, seine wirtschaftlichen Beziehungen zum asiatisch-pazifischen Raum auszubauen. Das Land ist seit 1998 Mitglied der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft APEC und verfügt bereits über Handelsabkommen mit mehreren wichtigen Partnern der Region. Dazu gehören unter anderem China, Japan, Südkorea und Singapur. Das neue Abkommen mit Hongkong erweitert dieses wirtschaftliche Netzwerk.
Neue Möglichkeiten für peruanische Exporteure
Von den verbesserten Handelsbedingungen können unterschiedliche Bereiche der peruanischen Wirtschaft profitieren. Peru exportiert international unter anderem landwirtschaftliche Erzeugnisse, Fischereiprodukte, Rohstoffe, Textilien und verarbeitete Lebensmittel. Für Unternehmen ist dabei nicht ausschließlich die Höhe eines möglichen Einfuhrzolls entscheidend. Ebenso wichtig sind transparente Verfahren, klare Ursprungsregeln und möglichst unkomplizierte Zollprozesse.
Gerade für kleinere und mittlere Unternehmen bleibt der Zugang zu einem weit entfernten Markt trotzdem anspruchsvoll. Transportkosten, Logistik, Zertifizierungen und unterschiedliche Anforderungen der Absatzmärkte verschwinden durch ein Freihandelsabkommen nicht. Das Abkommen schafft jedoch einen verbindlichen Rahmen, der den Handel vereinfachen und Unternehmen mehr Planungssicherheit geben kann.
Dienstleistungen und digitaler Handel gehören dazu
Der internationale Handel besteht längst nicht mehr ausschließlich aus physischen Waren. Dienstleistungen und digitale Geschäftsmodelle haben erheblich an Bedeutung gewonnen. Das Freihandelsabkommen Peru–Hongkong berücksichtigt diese Entwicklung und enthält deshalb ebenfalls Regelungen für Dienstleistungen und den elektronischen Handel.
Das ist insbesondere wegen der Stellung Hongkongs als internationales Finanz-, Handels- und Dienstleistungszentrum relevant. Für Peru geht es deshalb nicht ausschließlich darum, zusätzliche Absatzmöglichkeiten für klassische Exportprodukte zu schaffen. Auch Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor und Anbieter digitaler Leistungen können von klareren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen profitieren.
Peru stärkt seine Handelsbeziehungen mit Asien
Asien besitzt bereits heute eine große Bedeutung für die peruanische Wirtschaft. Besonders China gehört seit Jahren zu den wichtigsten Handelspartnern des Landes. Gleichzeitig versucht Peru, seine wirtschaftlichen Beziehungen innerhalb der Region breiter aufzustellen und zusätzliche Handelspartner zu gewinnen.
Dabei gewinnt auch die peruanische Pazifikküste als Verbindung zwischen Südamerika und Asien an Bedeutung. Investitionen in Häfen, Verkehrswege und Logistik verändern die Möglichkeiten des internationalen Warenverkehrs. Das Freihandelsabkommen mit Hongkong ergänzt diese Entwicklung um einen weiteren handelspolitischen Baustein.
Was ändert sich seit dem 1. September 2026?
Mit dem Inkrafttreten können die im Abkommen vereinbarten Handelspräferenzen tatsächlich angewendet werden. Das bedeutet allerdings nicht, dass automatisch jede Ware zollfrei zwischen Peru und Hongkong gehandelt werden kann. Entscheidend sind die jeweilige Produktgruppe, die vorgesehenen Zollregelungen und die vereinbarten Ursprungsbestimmungen.
Importeure und Exporteure müssen deshalb prüfen, welche konkreten Bedingungen für ihre Waren gelten. Besonders wichtig ist der Nachweis des Warenursprungs, wenn eine im Abkommen vorgesehene Vergünstigung beansprucht werden soll. Die SUNAT stellt dafür Informationen zur praktischen Anwendung der entsprechenden Zollregelungen bereit.
Bedeutung für Perus Wirtschaft
Wie stark das Handelsvolumen zwischen Peru und Hongkong durch das neue Abkommen wachsen wird, lässt sich unmittelbar nach dem Inkrafttreten noch nicht beurteilen. Solche Auswirkungen zeigen sich gewöhnlich erst über einen längeren Zeitraum. Entscheidend wird sein, in welchem Umfang peruanische und in Hongkong ansässige Unternehmen die neuen Möglichkeiten tatsächlich nutzen.
Strategisch erweitert Peru mit dem Abkommen sein Netz internationaler Handelspartner und stärkt gleichzeitig seine wirtschaftliche Ausrichtung auf den asiatisch-pazifischen Raum. Für peruanische Unternehmen entstehen zusätzliche Möglichkeiten für Waren, Dienstleistungen und digitale Angebote. Seit dem 1. September 2026 steht dafür nun der entsprechende handelspolitische Rahmen zur Verfügung.
Häufige Fragen zum Freihandelsabkommen Peru–Hongkong
Seit wann gilt das Freihandelsabkommen zwischen Peru und Hongkong?
Das Freihandelsabkommen zwischen Peru und Hongkong ist am 1. September 2026 in Kraft getreten. Seit diesem Zeitpunkt können die im Abkommen vorgesehenen Regelungen angewendet werden.
Wer kann vom Freihandelsabkommen profitieren?
Profitieren können unter anderem Unternehmen, die Waren oder Dienstleistungen zwischen Peru und Hongkong anbieten. Welche Vorteile konkret gelten, hängt vom jeweiligen Produkt oder der Dienstleistung sowie von den Bestimmungen des Abkommens ab.
Sind jetzt alle Waren zwischen Peru und Hongkong zollfrei?
Nein. Die Behandlung hängt von der jeweiligen Produktgruppe, den vereinbarten Zollregelungen und den Ursprungsbestimmungen ab. Unternehmen müssen die jeweiligen Voraussetzungen erfüllen, um vorgesehene Zollvergünstigungen nutzen zu können.
Warum ist Hongkong für Peru wirtschaftlich interessant?
Hongkong ist ein bedeutendes asiatisches Handels-, Finanz- und Logistikzentrum. Für Peru bietet die engere wirtschaftliche Zusammenarbeit zusätzliche Absatzmöglichkeiten und stärkt gleichzeitig die Handelsbeziehungen zum asiatisch-pazifischen Raum.
Welche Rolle spielt die SUNAT?
Die peruanische Zoll- und Steuerbehörde SUNAT ist für die praktische Anwendung der peruanischen Zollvorschriften zuständig. Sie stellt Informationen zur Anwendung der Zollpräferenzen und zu den entsprechenden Verfahren bereit.
Quellen
Ministerio de Comercio Exterior y Turismo (MINCETUR)
Superintendencia Nacional de Aduanas y de Administración Tributaria (SUNAT)
Portal de Acuerdos Comerciales del Perú
Bildquelle: Commerce and Economic Development Bureau, Hong Kong SAR Government – Unterzeichnung des Freihandelsabkommens Hongkong–Peru, Lima, 15. November 2024