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Unterzeichnung des Dekrets zur Erhöhung des Mindestlohns in Peru

100 Soles mehr! Peru erhöht ab morgen den Mindestlohn

Peru erhöht den Mindestlohn ab 1. Oktober 2026 auf S/ 1.230. Das sind rund 358 Dollar oder 315 Euro. 2027 sollen S/ 1.300 folgen.

Mehr Geld für Hunderttausende Arbeitnehmer in Peru! Ab dem 1. Oktober steigt der gesetzliche Mindestlohn kräftig. Statt S/ 1.130 gibt es mindestens S/ 1.230 im Monat. Und das ist erst der Anfang.

Jetzt ist es offiziell: Peru dreht beim Mindestlohn an der Schraube. 100 Soles mehr im Monat gibt es ab dem 1. Oktober 2026 für Arbeitnehmer, die unter die gesetzliche Remuneración Mínima Vital (RMV) fallen. Der Mindestlohn steigt damit von S/ 1.130 auf S/ 1.230.

Umgerechnet sind S/ 1.230 derzeit ungefähr 358 US-Dollar oder 315 Euro im Monat. Und 2027 soll noch einmal nachgelegt werden. Wie Einkommen, Armut und Lebensmittelpreise zusammenspielen, zeigt PeruMagazin im Beitrag Wirtschaft in Peru: Einkommen, Armut und Lebensmittelpreise.

Mindestlohn in Peru: Erst 100 Soles, dann noch einmal 70

Die Regierung hat eine Erhöhung um insgesamt 170 Soles beschlossen. Das Geld kommt allerdings in zwei Schritten. Ab dem 1. Oktober 2026 steigt der Mindestlohn zunächst von S/ 1.130 auf S/ 1.230. Das bedeutet 100 Soles mehr pro Monat.

Nach aktuellem Wechselkurs entsprechen diese zusätzlichen 100 Soles ungefähr 29 US-Dollar oder 26 Euro. Auf zwölf Monate gerechnet entsprechen 100 Soles zusätzlich pro Monat S/ 1.200.

Nächster Sprung: 1.300 Soles!

Damit ist noch nicht Schluss. Im ersten Halbjahr 2027 soll der zweite Schritt folgen. Dann kommen weitere 70 Soles hinzu und der gesetzliche Mindestlohn soll auf S/ 1.300 pro Monat steigen.

Nach heutigem Wechselkurs entsprechen S/ 1.300 ungefähr 378 US-Dollar beziehungsweise 333 Euro. Gegenüber dem bisherigen Mindestlohn von S/ 1.130 beträgt die gesamte Erhöhung dann 170 Soles pro Monat – derzeit umgerechnet etwa 49 US-Dollar oder 44 Euro. Insgesamt entspricht das einem Plus von rund 15 Prozent.

Rund 600.000 Arbeitnehmer betroffen

Die Erhöhung ist kein kleines Randthema. Nach Angaben der Regierung sollen rund 600.000 Arbeitnehmer unmittelbar von dem höheren Mindestlohn profitieren. Betroffen sind Beschäftigte des privaten Arbeitsregimes, für die die gesetzliche Remuneración Mínima Vital gilt.

Die rechtliche Grundlage bildet das Decreto Supremo Nº 015-2026-TR. Die erste Stufe tritt am 1. Oktober 2026 in Kraft. Für die zweite Stufe auf S/ 1.300 muss während des ersten Halbjahres 2027 ein weiteres Decreto Supremo erlassen werden. Ein genauer Termin steht bislang nicht fest.

Es geht um mehr als nur 100 Soles

Die Erhöhung hat einen wichtigen Nebeneffekt, denn am gesetzlichen Mindestlohn hängen weitere Zahlungen und arbeitsrechtliche Leistungen. Dazu gehören unter anderem Gratifikationen, CTS und die Asignación Familiar. Durch die höhere Berechnungsgrundlage können sich deshalb weitere Zahlungen verändern.

Gerade vor dem Hintergrund der Lebenshaltungskosten ist die Kaufkraft entscheidend. Mehr dazu steht in unserem Überblick zur wirtschaftlichen Lage in Peru.

Familien bekommen ebenfalls mehr

Besonders deutlich zeigt sich das bei der Asignación Familiar. Diese Familienzulage entspricht zehn Prozent des gesetzlichen Mindestlohns. Bislang beträgt sie S/ 113, ab Oktober sind es S/ 123.

Sobald der Mindestlohn auf S/ 1.300 steigt, erhöht sich die Familienzulage entsprechend auf S/ 130. Damit wirkt sich die Entscheidung auch auf Arbeitnehmer aus, die zusätzlich zum Lohn Anspruch auf diese Leistung haben.

Auch Nachtarbeit wird teurer

Wer nachts arbeitet, bekommt ebenfalls einen höheren Mindestbetrag. Die gesetzliche Mindestvergütung für Nachtarbeit liegt 35 Prozent über der Remuneración Mínima Vital.

Mit dem neuen Mindestlohn steigt die entsprechende Untergrenze von S/ 1.525,50 auf S/ 1.660,50. Nach der geplanten zweiten Erhöhung auf S/ 1.300 wären es schließlich S/ 1.755.

Kleine Firmen bekommen zunächst Hilfe

Für Arbeitnehmer sind 100 Soles zusätzlich eine spürbare Verbesserung. Für kleine Unternehmen bedeutet die Entscheidung gleichzeitig höhere Personalkosten. Die Regierung will deshalb besonders kleinen Betrieben zunächst unter die Arme greifen.

Microempresas mit zwei bis zehn Beschäftigten sollen einmalig S/ 100 pro betroffenen Arbeitnehmer erhalten. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums könnte die Unterstützung etwa 144.000 Kleinstunternehmen und rund 300.000 Arbeitnehmer betreffen.

Was sind 1.230 Soles in Euro und Dollar?

Für Leser in Deutschland und anderen europäischen Ländern sind Beträge in Soles nicht immer leicht einzuordnen. Nach dem zugrunde gelegten Wechselkurs entsprechen S/ 1.130 ungefähr 328 US-Dollar oder 289 Euro.

Der neue Mindestlohn von S/ 1.230 entspricht rund 358 US-Dollar oder 315 Euro. Die für 2027 vorgesehenen S/ 1.300 entsprechen ungefähr 378 US-Dollar oder 333 Euro.

Damit bringt die erste Erhöhung um S/ 100 umgerechnet etwa 29 US-Dollar beziehungsweise 26 Euro zusätzlich pro Monat. Nach vollständiger Umsetzung beträgt das Plus von S/ 170 ungefähr 49 US-Dollar beziehungsweise 44 Euro. Mehr zur Entwicklung der peruanischen Währung steht im PeruMagazin-Beitrag Perus Sol lässt den Dollar alt aussehen. Die Euro- und Dollarwerte sind Näherungswerte und verändern sich mit dem jeweiligen Wechselkurs.

Ab 1. Oktober gilt: mindestens 1.230 Soles

Damit steht die erste Stufe fest: Ab 1. Oktober 2026 beträgt die Remuneración Mínima Vital in Peru S/ 1.230 monatlich. Der nächste Schritt soll im ersten Halbjahr 2027 folgen.

Dann soll die neue Marke S/ 1.300 lauten. Gegenüber dem bisherigen Mindestlohn wären das insgesamt 170 Soles mehr pro Monat und damit rund 15 Prozent zusätzlich.

Die Zahlen auf einen Blick

Bisheriger Mindestlohn: S/ 1.130
Ab 1. Oktober 2026: S/ 1.230
Erste Erhöhung: S/ 100
Neuer Mindestlohn in US-Dollar: ca. 358 Dollar
Neuer Mindestlohn in Euro: ca. 315 Euro
Geplantes Endniveau: S/ 1.300
Gesamte Erhöhung: S/ 170
Gesamtplus: rund 15 Prozent
Zweite Stufe: erstes Halbjahr 2027
Rechtsgrundlage: Decreto Supremo Nº 015-2026-TR

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Quellen:
Diario Oficial El Peruano: Decreto Supremo Nº 015-2026-TR, 28.09.2026.
Agencia Andina, 28.09.2026 und 29.09.2026.
Ministerio de Trabajo y Promoción del Empleo (MTPE).
Ministerio de Economía y Finanzas (MEF).
Bildquelle: Agencia Andina / Daniel Bracamonte, 28.09.2026.