Das ist eine Ansage für Perus Tourismus – und Nordperu steht plötzlich ganz vorne! Mehr als 3,5 Milliarden Soles will Peru in vier große Tourismusprojekte investieren. Das sind mehr als eine Milliarde US-Dollar. Gleich zwei der vier Vorhaben betreffen den Norden des Landes: Kuélap und der Eje Noramazónico sowie die Strände von Piura und Tumbes.
Perus Norden soll damit stärker vom Tourismus profitieren. Während Cusco und Machu Picchu seit Jahrzehnten die internationalen Besucherströme dominieren, will die Regierung jetzt Milliarden in neue touristische Schwerpunkte stecken. Für Nordperu könnte das einen gewaltigen Schub bedeuten.
DOPPEL-HAMMER FÜR DEN NORDEN!
Vier große Tourismusprojekte hat das peruanische Ministerium für Außenhandel und Tourismus, kurz Mincetur, angekündigt. Zwei davon führen direkt nach Nordperu. Mit Playas del Norte sollen die Strände der nordperuanischen Pazifikküste touristisch weiterentwickelt werden. Beim Eje Noramazónico spielt Kuélap eine zentrale Rolle.
Damit rücken Regionen stärker ins Rampenlicht, die bei vielen internationalen Peru-Reisen bisher kaum vorkommen. Dabei besitzt Nordperu längst die Voraussetzungen, um sich als eigenständige Reiseregion neben den bekannten Zielen im Süden zu positionieren.
MÁNCORA, PUNTA SAL, ZORRITOS – JETZT GEHT ES UM DIE STRÄNDE!
Sonne, Pazifik und kilometerlange Küste: Nordperu besitzt eine völlig andere Seite als das Peru, das viele Urlauber aus klassischen Rundreisen kennen. Máncora, Vichayito, Los Órganos, Punta Sal und Zorritos stehen für Strandurlaub, Surfen, warme Temperaturen und eine Küstenlandschaft, die mit den klassischen Anden-Routen kaum etwas gemeinsam hat.
Genau diese Region soll mit Playas del Norte stärker entwickelt werden. Für Piura und Tumbes könnte das besonders wichtig werden. Die Strände sind längst da, Hotels und Restaurants ebenfalls. Was vielerorts noch fehlt, sind bessere Verbindungen, eine stärkere touristische Infrastruktur und vor allem mehr internationale Aufmerksamkeit.
KUÉLAP SOLL ZUM TOURISMUS-MOTOR WERDEN!
Auch im Landesinneren des Nordens passiert etwas. Kuélap steht im Mittelpunkt des geplanten Eje Noramazónico. Die monumentale Anlage der Chachapoya hoch über dem Utcubamba-Tal gehört zu den spektakulärsten archäologischen Orten Perus. Trotzdem erreicht die Region nur einen Bruchteil der internationalen Besucherzahlen der bekannten Reiseziele rund um Cusco.
Die Strategie geht deutlich über Kuélap hinaus. Wenn Infrastruktur und Verkehrsanbindungen verbessert werden und mehr Besucher in die Region kommen, könnten auch Chachapoyas, das Utcubamba-Tal und weitere Ziele in Amazonas profitieren.
Geld fließt bereits in die Region. Im Juli 2026 wurden zusätzlich rund 16,7 Millionen Soles für Tourismus- und Kulturprojekte in Amazonas bereitgestellt. Dazu gehören Projekte in Chachapoyas und im touristischen Korridor des Utcubamba-Tals.
NORDPERU KANN VIEL MEHR!
Der Norden besteht nicht nur aus Kuélap und einigen schönen Stränden. Da ist Lambayeque mit den Königsgräbern von Sipán, La Libertad mit Chan Chan sowie Cajamarca, Chachapoyas, die Trockenwälder und die Küstenlandschaften von Piura und Tumbes. Hinzu kommen zahlreiche archäologische Stätten, die international noch immer vergleichsweise wenig bekannt sind.
Strand, Geschichte, Natur, Berge und Gastronomie liegen im Norden teilweise nur wenige Reiseetappen voneinander entfernt. Das Problem war bisher häufig nicht das touristische Angebot, sondern die Möglichkeit, diese Orte einfach und sinnvoll miteinander zu verbinden.
MEHR FLÜGE! BESSERE VERBINDUNGEN!
Genau deshalb ist ein weiterer Teil der Tourismusoffensive für Nordperu besonders interessant: Peru will seine Flugverbindungen verbessern. Die Mesa de Conectividad Aérea wurde wieder eingesetzt. Mincetur, Verkehrsministerium und Privatwirtschaft sollen gemeinsam daran arbeiten, Flugverbindungen auszubauen, zusätzliche Frequenzen zu ermöglichen und die Infrastruktur der Flughäfen zu verbessern.
Für Nordperu ist das enorm wichtig. Ein Traumstrand bringt internationalen Touristen wenig, wenn die Anreise kompliziert ist. Eine spektakuläre archäologische Anlage wird nicht automatisch zum Besuchermagneten, wenn Reisende dafür mehrere schwierige Etappen einplanen müssen. Wer Nordperu touristisch stärker machen will, muss deshalb auch die Anreise einfacher gestalten.
ABER AUCH DER SÜDEN BEKOMMT MILLIONEN!
Nordperu steht bei dieser Offensive besonders im Fokus, bekommt die Investitionen aber nicht allein. Insgesamt umfasst das Programm vier große Projekte. Neben Playas del Norte und dem Eje Noramazónico gehören der Colca Canyon und Choquequirao zu den großen Schwerpunkten.
Damit setzt Peru auf mehrere Regionen gleichzeitig. Die Strategie soll dazu beitragen, das touristische Angebot des Landes breiter aufzustellen und zusätzliche Reiseziele neben den international dominierenden Klassikern zu entwickeln.
3,5 MILLIARDEN SOLES – JETZT WIRD ES ERNST!
Die Dimension ist gewaltig: Mehr als 3,5 Milliarden Soles, mehr als eine Milliarde US-Dollar und vier große Tourismusprojekte. Mincetur verbindet damit nicht nur neue Infrastruktur. Auch Digitalisierung, Sicherheit, bessere Dienstleistungen und Verkehrsanbindungen sollen eine Rolle spielen. Gleichzeitig sollen Naturtourismus, Abenteuerreisen und gemeindebasierte Tourismusangebote gestärkt werden.
Gerade für Nordperu könnte diese Mischung entscheidend sein. Die Region muss kein zweites Cusco werden. Sie besitzt längst ein eigenes touristisches Profil mit Pazifikstränden, präkolumbischer Geschichte, einzigartigen Landschaften und einer regionalen Kultur, die sich deutlich vom Süden Perus unterscheidet.
JETZT MUSS DAS GELD AUCH IM NORDEN ANKOMMEN!
Eine Milliardenankündigung allein baut noch keine Straße, verbessert keinen Flughafen und bringt keinen zusätzlichen Touristen nach Tumbes oder Amazonas. Jetzt kommt es auf die Umsetzung an. Entscheidend wird sein, welche Projekte zuerst starten, wie viel Geld tatsächlich nach Piura, Tumbes und Amazonas fließt und wann Reisende vor Ort etwas von der großen Offensive bemerken.
Eines macht die Ankündigung bereits deutlich: Nordperu spielt bei Perus Tourismusplänen nicht mehr nur eine Nebenrolle. Mit den Playas del Norte und dem Eje Noramazónico rund um Kuélap liegen gleich zwei der vier großen Zukunftsprojekte im Norden.
Wenn aus den Milliarden tatsächlich bessere Verbindungen und eine funktionierende touristische Infrastruktur entstehen, könnte sich die klassische Peru-Reise deutlich verändern. Dann führt der Weg für internationale Urlauber vielleicht nicht mehr automatisch nur von Lima nach Cusco und Machu Picchu, sondern künftig wesentlich häufiger Richtung Norden.
Diario Oficial El Peruano / Mincetur, 27. September 2026
Ministerio de Comercio Exterior y Turismo (Mincetur)
Diario Oficial El Peruano / Mincetur, Investitionen in Amazonas, 24. Juli 2026