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Colán

Vor der jahrhundertealten Kirche San Lucas beginnt das Fest der Danza del Caballito. Franz will nur kurz eines der hölzernen Pferde ausprobieren.

Wenig später tanzt er um den Sieg. Doch dann reißt der Wind einen Wagen voller Caballitos los und schickt ihn direkt auf eine Kindergruppe zu.

Perusina, Perusino und Franz bei der Danza del Caballito in Colán

Franz und das wild gewordene Caballito

Ein Tanzwettbewerb, ein außer Kontrolle geratener Wagen und eine letzte wilde Runde: Franz muss zeigen, was wirklich in einem Caballito steckt.

Vor der Kirche San Lucas von Colán klapperten Trommeln, Flöten und Holzstäbe durcheinander. Bunte Bänder flatterten über dem Festplatz. Zwischen den Marktständen tanzten Männer und Frauen mit kleinen Pferden aus Holz und Stoff um die Hüften.

Perusina, Perusino und Franz beobachten die Danza del Caballito vor San Lucas in Colán
Auf dem Festplatz beginnt die Danza del Caballito.

„Die Danza del Caballito“, erklärte Perusina. „Die Tänzer bewegen sich, als würden sie auf einem Pferd reiten.“

Franz legte den Kopf schief. „Das soll schwierig sein? Ich habe vier Beine.“

In diesem Moment sprang ein Tänzer hinter einem Vorhang hervor.

„Mein Caballito! Wo ist mein Caballito?“

Direkt neben Franz stand ein bunt geschmücktes Holzpferd. Aus seinem Rücken ragten rote, gelbe und grüne Bänder. Franz steckte neugierig den Kopf durch die Öffnung.

„Nur einmal ausprobieren“, murmelte er.


Franz wird im Caballito auf die Tanzfläche getragen
Franz wollte nur kurz probieren. Nun ist er Teilnehmer Nummer zwölf.

Perusino zog an seinem Schwanz. „Franz, das ist keine Fuchskleidung.“

Zu spät.

Zwei Helfer packten das Caballito und trugen es mitsamt Franz auf den Festplatz.

„Teilnehmer Nummer zwölf!“, rief der Ansager.

Die Trommeln begannen.

Franz schoss los. Erst nach links, dann nach rechts, dann gleichzeitig in beide Richtungen. Das Holzpferd drehte sich um ihn. Franz stolperte über seine eigenen Pfoten, prallte gegen Perusino und schob ihn rückwärts in einen Korb voller Zitronen.

Das Publikum lachte.


Franz springt mit dem Caballito über ein Hindernis
Vier Pfoten, ein Holzpferd und plötzlich der richtige Rhythmus.

Franz rappelte sich auf. Seine Ohren zuckten im Takt der Trommel. Ein Schritt, zwei Sprünge, eine Drehung. Plötzlich klapperten seine Pfoten genau im Rhythmus.

Das Caballito hüpfte, galoppierte und bäumte sich auf. Franz sprang über einen Besen, duckte sich unter einer Girlande hindurch und rutschte auf dem Bauch zwischen zwei Tänzern hindurch.

„Der kann das ja wirklich!“, rief Perusino und setzte sich eine Zitrone auf die Nase.

In der ersten Runde mussten die Teilnehmer dem Rhythmus folgen. Franz erreichte die nächste Runde.


Franz rast mit dem Caballito durch den Hindernisparcours
Im Hindernisparcours liegt Franz plötzlich vorne.

Nun ging es durch einen Parcours aus Körben, Stangen und flatternden Tüchern. Franz raste um die Hindernisse, sprang über einen Korb und schaffte eine so schnelle Drehung, dass die Bänder seines Caballitos waagerecht durch die Luft flogen.

Franz lag vorne.

Nur noch die große Abschlussrunde fehlte.

Da fegte eine Windböe vom Meer über den Platz. Die Girlanden knallten. Ein Sonnensegel riss aus seiner Befestigung und schlug gegen einen Wagen, auf dem die Caballitos der ausgeschiedenen Teilnehmer lagen.


Ein Wagen voller Caballitos rast in Colán einen Hang hinunter
Der Wind schickt den Wagen direkt auf eine Kindergruppe zu.

Der Wagen setzte sich in Bewegung.

„Der rollt!“, schrie Perusina.

Mit lautem Rumpeln raste er den abschüssigen Weg hinunter. Vor ihm standen mehrere Kinder, die von dem Wagen nichts bemerkten.

Franz sprang aus der Tanzreihe.

„He! Der Wettbewerb ist hier!“, rief der Ansager.

Franz hörte ihn nicht mehr. Er galoppierte hinter dem Wagen her. Das hölzerne Pferd um seine Hüften schlug gegen Kisten und Marktstände. Eine Melone flog durch die Luft. Perusino fing sie auf, verlor das Gleichgewicht und landete auf dem Sonnensegel.


Perusina und Perusino spannen ein Seil als Bremse
Perusina und Perusino bauen eine letzte Bremse.

Perusina rannte zur anderen Seite des Weges. „Wir brauchen ein Seil!“

Sie riss eine Leine von einem Fischerboot los und warf ein Ende zu Perusino. Gemeinsam spannten sie das Seil quer über den Weg.

Der Wagen raste darauf zu.

„Zu schnell!“, rief Perusino.

Franz sprang auf eine niedrige Mauer, lief drei Schritte darüber und stieß sich ab. Mitten im Flug drehte er das Caballito. Die hölzerne Pferdenase verhakte sich am Griff des Wagens.


Franz springt an den rollenden Caballito-Wagen
Franz verwandelt seinen wildesten Tanzsprung in eine Vollbremsung.

Franz wurde mitgerissen.

Seine Pfoten schlitterten über den Boden. Das Caballito ächzte. Der Wagen wurde langsamer, durchbrach das gespannte Seil und drehte sich quer.

Die Kinder sprangen zur Seite.

Mit einem letzten Ruck blieb der Wagen stehen.

Franz hing kopfüber im Holzpferd. Auf seinem Kopf saß die Melone.

„Das“, keuchte er, „war genau so geplant.“

Der Festplatz jubelte. Doch Franz blickte zur Tanzfläche. Die Abschlussmusik lief bereits.

„Ich habe verloren!“

„Noch nicht“, sagte Perusina. „Die Musik ist noch nicht zu Ende.“


Franz gewinnt den Wettbewerb der Danza del Caballito
Franz tanzt die ganze Rettungsaktion noch einmal und gewinnt.

Franz jagte zurück. Perusino und Perusina liefen neben ihm. Als sie den Platz erreichten, spielte die Trommel ihren letzten, schnellen Rhythmus.

Franz sprang in die Mitte. Er zeigte die wilde Fahrt des Wagens: das Rumpeln, das Schleudern, den Sprung von der Mauer und die Vollbremsung. Perusina und Perusino tanzten hinter ihm und stellten flatternde Girlanden und rollende Melonen dar.

Beim letzten Trommelschlag landete Franz auf allen vier Pfoten.

Für einen Augenblick war es still. Dann erhob sich die Vorsitzende der Jury.

„Die Danza del Caballito verlangt Rhythmus, Mut und Aufmerksamkeit für die Gemeinschaft. Teilnehmer Nummer zwölf hat heute alle drei gezeigt.“

Sie überreichte Franz ein kleines geschnitztes Caballito.

Franz betrachtete seinen Preis. „Kann man das essen?“

Perusino nahm ihm die Melone vom Kopf. „Nein. Aber wir haben noch das hier.“

Während über Colán die Sonne im Pazifik versank, teilten sich die drei die zerbeulte Siegermelone.


Geschichte und Wirklichkeit: Die Danza del Caballito gehört zur Festtradition von Colán. Der Wettbewerb, der rollende Wagen und Franz als Sieger sind für dieses Abenteuer erfunden.

Was steckt in diesem Abenteuer?

Die Kirche San Lucas de Colán stammt aus dem 16. Jahrhundert. Sie gilt als eine der ältesten Kirchen Perus und als früher christlicher Tempel an der südamerikanischen Pazifikküste.
Bei der Danza del Caballito trägt ein Tänzer ein geschmücktes Pferdegestell um die Hüften. Schnelle Schritte, Sprünge und der gemeinsame Rhythmus lassen das kleine Pferd lebendig wirken.
San Lucas de Colán liegt nahe am Pazifik. Meer, Fischerei, die historische Kirche und die Caballito-Tradition prägen den Ort bis heute.

Drei Spuren der Freunde

Perusina behält den Überblick

Sie erkennt die Gefahr zuerst, besorgt das Seil und baut gemeinsam mit Perusino die Notbremse.

Perusino fängt alles auf

Er landet zwar im Zitronenkorb und unter dem Sonnensegel, hält aber das Seil fest, als der Wagen heranrast.

Franz tanzt um den Sieg

Er findet seinen eigenen Caballito-Rhythmus, verlässt für die Rettung den Wettbewerb und verwandelt die Verfolgungsjagd in seinen Siegestanz.

Deine Entdeckeraufgabe

Baue aus Karton ein kleines Caballito und gestalte es mit Farben und Bändern. Erfinde danach drei Bewegungen: einen Galoppschritt, einen Sprung und eine sichere Vollbremsung.

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Fragen zu Colán und der Danza del Caballito

Was ist die Danza del Caballito?

Es ist eine traditionelle Darbietung, bei der ein Tänzer ein geschmücktes Pferdegestell um die Hüften trägt. Durch Schritte und Sprünge sieht es aus, als würde das kleine Pferd tanzen.

Gibt es den Wettbewerb aus der Geschichte wirklich?

Der Wettbewerb mit Franz, der Hindernisparcours und der rollende Wagen sind erfunden. Die Danza del Caballito selbst ist eine echte Tradition Coláns.

Was ist an der Kirche San Lucas besonders?

Die Kirche stammt aus dem Jahr 1536 und zählt zu den ältesten erhaltenen Kirchen Perus. Sie wurde auf einem für die Tallán bedeutenden Platz errichtet.

Woraus wurde die Kirche gebaut?

Für den Bau wurden unter anderem Kalkstein aus der Gegend, Meeresgestein und Holz des Algarrobobaums verwendet. Diese Materialien halfen dem Bauwerk, viele Jahrhunderte zu überstehen.

Wo liegt Colán?

Colán liegt in der Provinz Paita in der Region Piura. Der Ort befindet sich nahe der Pazifikküste im Norden Perus.

Quellen und weiterführende Informationen

Die Sachinformationen zu Colán, San Lucas und der Danza del Caballito beruhen auf folgenden Informationen:

  • MINCETUR: Tourismusinventar der Kirche San Lucas de Colán
  • Municipalidad Provincial de Paita: Würdigung der Danza del Caballito
  • Gobierno Regional de Piura: Festkalender und Traditionen von Colán
  • Plan de Desarrollo Turístico der Provinz Paita
  • PeruMagazin: Colán in Nordperu