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Lobitos

Zwischen alten Holzhäusern und berühmten Wellen soll im ehemaligen Erdölort Lobitos ein ganz besonderer Filmabend beginnen.

Doch dann verschwinden der historische Film und der Projektor. Perusina, Perusino und Franz nehmen die Verfolgung auf.

Perusina, Perusino und Franz verfolgen in Lobitos einen Handwagen mit einem alten Filmprojektor

Der letzte Film von Lobitos

Ein Handwagen rast durch den alten Erdölort, eine Filmrolle fliegt ins Meer und auf einem morschen Balkon wird jeder Schritt gefährlich.

Der Projektor ratterte genau drei Sekunden.

Dann flog die Tür des alten Hangars auf. Ein Windstoß wirbelte Sand durch den Raum, die Leinwand schlug gegen die Wand und sämtliche Lampen erloschen.

„Das gehörte bestimmt zur Vorstellung“, flüsterte Perusino.

Draußen quietschten Räder.

Der gestohlene Filmprojektor rast aus dem alten Hangar von Lobitos
Der Filmabend beginnt mit einer echten Verfolgungsjagd.

Perusina sprang auf. Auf dem Platz raste ein Handwagen davon. Darauf standen der Projektor und die Blechdose mit dem einzigen erhaltenen Film über das alte Lobitos. Eine Gestalt in grauer Jacke zog den Wagen an einem Seil hinter sich her.

„Die Vorstellung läuft weg!“, rief Franz.

Die drei stürmten hinaus.

Der Dieb verschwand zwischen den alten Holzhäusern der ehemaligen Erdölarbeiter. Perusina folgte den Radspuren. Perusino rannte hinterher, während Franz mit wehenden Ohren über die staubige Straße flitzte.

Perusina, Perusino und Franz folgen Radspuren zwischen den historischen Holzhäusern von Lobitos
Zwischen den alten Häusern endet die Spur plötzlich.

An einer Kreuzung endeten die Spuren.

„Unmöglich“, keuchte Perusino. „Ein Handwagen kann sich nicht in Luft auflösen.“

Franz schnupperte. „Heißes Öl. Altes Holz. Und Sardinen.“

„Konzentrier dich auf die ersten beiden“, sagte Perusina.

Aus einem verlassenen Gebäude drang ein Krachen. Die drei schlichen hinein. Früher hatte hier das Kino von Lobitos gestanden. Jetzt lagen Bretter, verbogene Metallteile und zerbrochene Stühle im Halbdunkel.

Plötzlich setzte sich der Handwagen hinter ihnen in Bewegung.

„Runter!“

Der Handwagen mit dem Projektor durchbricht die Tür des alten Kinos von Lobitos
Der Dieb zieht den Wagen mit einem zweiten Seil aus dem Gebäude.

Perusina zog Perusino zur Seite. Der Wagen raste über eine schräge Diele, durchbrach eine morsche Tür und schoss wieder hinaus. Der Dieb hatte ihn von draußen mit einem zweiten Seil gezogen.

Franz sprang auf den Wagen.

„Ich habe ihn!“, jubelte er.

Der Wagen holperte über einen Stein. Franz flog kopfüber in einen Korb voller Filmplakate.

„Ich habe etwas anderes!“

Die Verfolgung führte hinunter zum Meer. Zwischen den Häusern sah Perusina frische Sägespäne. An einer Veranda fehlten zwei verzierte Holzteile. Auch ein altes Metallschild war abgeschraubt worden.

„Der Projektor ist nicht sein einziger Diebstahl“, erkannte sie. „Er räumt die alten Gebäude aus.“

Perusino nimmt auf einem Surfbrett eine Abkürzung am Strand von Lobitos
Eine Welle bringt Perusino schneller zum Pier als erwartet.

Am Strand zog der Dieb den Wagen in Richtung des beschädigten Piers. Dort wartete ein kleines Motorboot.

Perusina und Franz liefen über den Sand. Perusino blieb vor einem Wasserarm stehen, der ihnen den Weg abschnitt. Eine Welle hatte den Strand überspült.

Neben ihm stellte eine Surferin gerade ihr Brett ab.

„Darf ich?“, fragte Perusino.

„Nur wenn du es zurückbringst!“

Er warf sich auf das Brett und paddelte los. Eine Welle hob ihn an, drehte ihn herum und schob ihn direkt auf den Pier zu.

„Ich wollte das genauso!“, rief er.

Die Filmdose fliegt bei der Verfolgung am alten Pier von Lobitos ins Meer
Beim Zusammenstoß fliegt die wertvolle Filmdose ins Meer.

Der Dieb lud die gestohlenen Holzteile ins Boot. Als er den Projektor hochhob, sprang Perusino vom Brett und packte den Handwagen. Beide zogen daran. Der Wagen rollte vor, stieß gegen einen Pfosten und schleuderte die Filmdose durch die Luft.

Sie landete im Meer.

„Der Film!“, schrie Perusina.

Franz raste über den Pier, sprang auf einen schwimmenden Kanister und stieß sich ab. Für einen Augenblick sah er aus wie ein sehr kleiner Kapitän. Dann kippte der Kanister um.

Franz erreicht auf einer Boje die Filmdose neben dem Pier von Lobitos
Franz hat die Dose fast erreicht, aber der Kanister kippt.

Perusino paddelte zu ihm. Franz klammerte sich mit einer Pfote am Brett fest und schnappte mit der anderen nach der Filmdose.

Auf dem Pier versuchte der Dieb zu fliehen. Er kletterte auf den Balkon eines alten Holzhauses. Unter seinen Füßen knackte es.

Perusina blieb stehen.

„Nicht weiter! Der Balken ist angesägt!“

Der Mann machte noch einen Schritt. Der Boden brach weg. Er hing plötzlich am Geländer über dem Sand.

Perusina, Perusino und Franz retten einen Mann an einem historischen Holzhaus in Lobitos
Trotz allem lassen die drei den Mann nicht abstürzen.

Perusina warf ihm das Zugseil des Handwagens zu. Gemeinsam mit Perusino und zwei herbeieilenden Fischern zog sie ihn hinauf.

Kurz darauf kamen die Bewohner von Lobitos. Im Boot fanden sie Türbeschläge, Schilder, Balkenteile und Gegenstände aus mehreren historischen Häusern.

„Die Gebäude stehen doch leer“, murmelte der Dieb.

Doña Mercedes, die den Filmabend organisiert hatte, schüttelte den Kopf. „Leer bedeutet nicht wertlos. Diese Häuser erzählen, wie Lobitos zu einem Erdölort wurde, wie Menschen hier arbeiteten und wie Fischer und Surfer später den Ort neu belebten.“

Der gerettete historische Film wird im alten Hangar von Lobitos gezeigt
Der letzte Film von Lobitos kann doch noch gezeigt werden.

Am Abend stand der gerettete Projektor wieder im Hangar. Die zerkratzte Filmdose ließ sich öffnen. Das Licht erlosch, der Projektor begann zu rattern und auf der Leinwand erschienen die alten Straßen von Lobitos.

Alle Menschen liefen rückwärts.

Perusino hatte die Filmrolle falsch eingelegt.

Franz sah zu, wie ein Fischer rückwärts aus dem Meer fuhr.

„Ganz ehrlich“, sagte er, „so ist Geschichte viel lustiger.“

Der Film ist gerettet: Die Freunde stoppen den Diebstahl, bewahren ein Stück der Geschichte von Lobitos und sorgen ganz nebenbei für die ungewöhnlichste Filmvorführung des Ortes.

Was steckt in diesem Abenteuer?

Lobitos entstand als sogenannte Company Town rund um die Erdölförderung. Der historische Ort gehört zu den ältesten und bedeutendsten Beispielen industriell geprägter Siedlungen in Peru.
Von der früheren Siedlung sind unter anderem die Kirche, die Villa des Firmenleiters, Hangars und alte Wohnhäuser erhalten. Teile des Kinos, des Casinos und des Piers gingen dagegen verloren.
Fischerei gehört schon lange zu Lobitos. Später kamen Surfer hinzu, denn die beständigen Wellen und die offene Küstenlandschaft machten den Ort international bekannt.

Drei Spuren der Freunde

Perusina entdeckt die zweite Spur

Sie erkennt an Sägespänen und fehlenden Bauteilen, dass es nicht nur um den Projektor geht, sondern um die alten Häuser von Lobitos.

Perusino nimmt die Welle

Er überquert den Wasserarm auf einem Surfbrett und erreicht den Pier rechtzeitig, bevor der Projektor im Motorboot verschwindet.

Franz rettet den Film

Mit einem schwimmenden Kanister und ziemlich wenig Gleichgewicht holt er die Filmdose aus dem Meer.

Deine Entdeckeraufgabe

Zeichne einen Rettungsplan für ein altes Gebäude in Lobitos. Markiere, welche Teile noch gut erhalten sind, wo Holz oder Metall fehlt und wie das Haus später genutzt werden könnte. Wird daraus ein kleines Kino, ein Museum, eine Werkstatt oder etwas ganz anderes?

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Fragen zu Lobitos

Ist diese Geschichte wirklich passiert?

Nein. Der gestohlene Projektor, die Verfolgungsjagd und Franz auf dem Kanister sind erfunden. Die alten Gebäude, die Erdölgeschichte, die Fischer und die Surfer gehören jedoch wirklich zu Lobitos.

Warum gibt es in Lobitos so viele alte Holzhäuser?

Die Häuser gehörten zu einer Siedlung, die für die Erdölindustrie angelegt wurde. Arbeiter und Angestellte lebten mit ihren Familien in der Nähe der Anlagen.

Gab es in Lobitos wirklich ein Kino?

Ja. Zum historischen Erdölcamp gehörten neben Wohnhäusern und einer Kirche auch Gemeinschaftsgebäude wie ein Kino und ein Casino. Große Teile davon sind heute nicht mehr erhalten.

Warum sollen alte Gebäude geschützt werden?

An ihnen lässt sich erkennen, wie Menschen früher lebten und arbeiteten. Werden wichtige Bauteile entfernt, geht ein Teil dieser Geschichte verloren.

Warum kommen Surfer nach Lobitos?

Vor Lobitos entstehen beständige Wellen, die sich gut zum Surfen eignen. Dadurch entwickelte sich neben Fischerei und Erdölgeschichte eine lebendige Surfszene.

Quellen und weiterführende Informationen

Die Sachinformationen zu Lobitos und seinem historischen Erbe beruhen auf folgenden Informationen:

  • Pontificia Universidad Católica del Perú: Forschungsprojekt Lobitos, Piura
  • PUCP, Fachbereich Architektur: Arquitectura Industrial en Lobitos
  • Municipalidad Distrital de Lobitos: Natürliche und touristische Ressourcen des Bezirks
  • Petroperú, Museo del Petróleo: Geschichte der Erdölförderung in Nordperu
  • PeruMagazin: Lobitos in Nordperu