Zu Inhalt springen

Zorritos

Im Jahr 1863 wurde in Zorritos der erste Erdölbrunnen Südamerikas gebohrt. Als Perusino an einer alten Kurbel dreht, geraten die drei Freunde mitten in diesen historischen Tag.

Ein Stahlseil reißt, der Bohrturm schwankt und schwarzer Schlamm strömt in Richtung Meer. Jetzt müssen Perusina, Perusino und Franz die Maschine stoppen, bevor alles außer Kontrolle gerät.

Perusina, Perusino und Franz retten den historischen Bohrturm von Zorritos

Der Tag, an dem Zorritos bebte

Eine Zeitreise zum ersten Erdölbrunnen Südamerikas, bei der ein gerissenes Stahlseil, ein verlorener Sicherungsbolzen und schwarzer Schlamm den historischen Tag beinahe in eine Katastrophe verwandeln.

„Endlich ein Ort, der nach mir benannt wurde!“, verkündete Franz.

Er stand mitten auf der Plazuela Faustino Piaggio in Zorritos und betrachtete den hölzernen Bohrturm. Perusino grinste. „Zorritos heißt kleine Füchse. Nicht kleiner Franz.“

„Das ist praktisch dasselbe.“

Die drei Freunde entdecken die alte Kurbel am Bohrturm von Zorritos
Eine eingeritzte Jahreszahl und eine alte Kurbel öffnen den Weg ins Jahr 1863.

Perusina ging um den Turm herum. An einem Balken entdeckte sie eine verrostete Kurbel. Daneben war die Jahreszahl 1863 eingeritzt.

„Hier wurde der erste Erdölbrunnen Südamerikas gebohrt“, sagte sie.

Perusino legte die Hand auf die Kurbel. „Ob sie sich noch drehen lässt?“

„Lass das lieber“, sagte Perusina.

Zu spät.

Die Kurbel sprang herum. Tief unter ihnen begann etwas zu rattern. Der Boden vibrierte, der Turm schwankte und Franz klammerte sich an Perusinos Bein.

Ein heißer Windstoß wirbelte Sand über den Platz. Für einen Augenblick roch alles nach Meer, Holz und Maschinenöl.

Dann verschwand die Plazuela.

Perusina, Perusino und Franz landen auf dem Bohrplatz von Zorritos im Jahr 1863
Wo eben noch die Plazuela lag, arbeiten nun Männer zwischen Seilen, Werkzeugen und einem echten Bohrturm.

Die drei landeten auf einem staubigen Gelände voller Balken, Seile und schwerer Werkzeuge. Männer zogen an einer Winde. Über einem Bohrloch ragte ein hölzerner Turm in den Himmel. Dahinter lag der Strand von Zorritos.

Perusina starrte auf die Kleidung der Arbeiter. „Wir sind im Jahr 1863.“

Ein Arbeiter rannte auf sie zu. „Weg vom Bohrgestänge!“

In diesem Moment krachte es.

Perusino springt zum Bremshebel, während das Bohrgestänge ausschwingt
Das Bohrrohr schwingt durch die Luft, während die Seiltrommel immer schneller wird.

Ein Stahlseil peitschte durch die Luft. Das lange Bohrrohr schwang seitlich aus und rammte einen Holzbalken. Der Turm ächzte. Arbeiter sprangen zur Seite.

„Die Bremse!“, schrie jemand. „Der Sicherungsbolzen ist herausgefallen!“

Die große Seiltrommel drehte sich immer schneller. Perusino rannte los, sprang über eine Werkzeugkiste und packte einen Hebel. Der riss ihn beinahe von den Füßen.

„Das Ding hört nicht auf!“

Perusina untersucht die technische Zeichnung und Franz sucht unter dem Bohrturm
Die Zeichnung zeigt den Weg des verlorenen Bolzens in einen schmalen Kanal.

Perusina entdeckte eine technische Zeichnung, die vom Tisch geweht worden war. Sie trat mit dem Stiefel darauf und hob sie auf. Drei rote Markierungen zeigten von der Winde zu einem schmalen Kanal unter dem Turm.

„Der Bolzen muss dort hineingefallen sein!“

Franz steckte bereits den Kopf zwischen zwei Balken. „Da unten glitzert etwas.“

„Hol es!“, rief Perusino.

Franz kroch in den Unterbau. Über ihm schlug das Seil gegen das Holz. Sand rieselte auf seine Ohren.

Plötzlich bebte der Boden erneut.

Die Freunde bauen einen Schutzwall gegen den schwarzen Bohrschlamm
Die dunkle Strömung folgt einer Rinne direkt in Richtung Strand.

Aus dem Bohrloch schoss eine dunkle Fontäne. Schwarzer Schlamm klatschte gegen den Turm und strömte in eine Rinne, die direkt zum Strand führte.

„Das läuft ins Meer!“, rief Perusina.

Sie schnappte sich eine Schaufel und warf Sand in die Rinne. Zwei Arbeiter verstanden sofort und halfen ihr. Doch das schwarze Gemisch stieg schneller, als sie den Wall bauen konnten.

Perusino ließ den Bremshebel los, sprang auf eine rollende Tonne und stieß sich damit über den Boden ab. Die Tonne rumpelte genau vor die Rinne, kippte um und versperrte den Weg.

„Das war geplant!“, behauptete er.

„Natürlich“, sagte Perusina und schob eine Holzplatte hinterher.

Franz findet den Sicherungsbolzen und Perusino stoppt die Winde
Franz findet das fehlende Metallstück, bevor der schwankende Turm nachgibt.

Unter dem Turm hatte Franz den Sicherungsbolzen erreicht. Er lag in einer schmalen Spalte. Franz streckte die Pfote aus, bekam ihn zu fassen und zog.

Nichts.

Der Bolzen klemmte.

„Franz!“, rief Perusino. „Der Turm hält nicht mehr lange!“

Franz stemmte beide Hinterpfoten gegen einen Balken. „Ich bin ein Sechura-Fuchs. Wir lassen uns nicht von einem Stück Metall besiegen!“

Mit einem Ruck löste sich der Bolzen. Franz purzelte rückwärts aus dem Unterbau und hielt ihn triumphierend zwischen den Zähnen.

Perusina nahm ihn, kletterte auf die Plattform und schob ihn durch die Öffnung der Bremse.

„Jetzt!“

Perusino warf sich auf den Hebel.

Die Seiltrommel kreischte, wurde langsamer und blieb stehen. Das Bohrrohr pendelte noch einmal über den Köpfen der Arbeiter und kam schließlich zur Ruhe.

Die drei Freunde kehren zum heutigen Bohrturm von Zorritos zurück
Der historische Tag ist gerettet. Nur Franz bringt ein unerwartetes Andenken mit.

Auch der Sandwall hielt. Das schwarze Wasser floss nun in eine ausgehobene Grube und erreichte den Strand nicht.

Für einige Sekunden sagte niemand etwas. Dann jubelten die Arbeiter. Sie hatten Erdöl gefunden. Den ersten großen Fund dieser Art in ganz Südamerika.

Perusina betrachtete die dunkle Flüssigkeit. „Damit kann man Maschinen antreiben und Licht erzeugen. Aber wenn man nicht aufpasst, verschmutzt sie Wasser und Boden.“

Der Vorarbeiter nickte ernst. „Ein Fund ist nur dann ein Fortschritt, wenn man Verantwortung dafür übernimmt.“

Die verrostete Kurbel erschien wieder im Sand. Perusino berührte sie vorsichtig.

Ein Windstoß fegte über den Platz.

Im nächsten Moment standen die drei wieder vor dem Denkmal in Zorritos. Autos fuhren über die Straße, und vom Strand hörten sie die Wellen.

Franz betrachtete seine Schwanzspitze. Ein schwarzer Fleck klebte im Fell.

„Ein Andenken“, sagte Perusino.

Franz seufzte. „Ich hätte lieber ein Denkmal gehabt.“

Vom Hügel ertönte das kurze Bellen eines Fuchses.

Franz richtete sich auf. „Habt ihr das gehört? Meine Verwandtschaft heißt mich willkommen!“

Und bevor Perusina widersprechen konnte, raste er bereits davon.

Gerade noch geschafft: Der historische Bohrturm steht, die Winde ist gestoppt und der schwarze Schlamm erreicht das Meer nicht. Die drei erleben, dass technische Erfindungen nicht nur Mut, sondern auch Verantwortung verlangen.

Was steckt in diesem Abenteuer?

Am 2. November 1863 wurde in Zorritos der erste Erdölbrunnen Perus und Südamerikas gebohrt. Damit begann zugleich die industrielle Erdölgeschichte des Landes.
Auf der Plazuela Faustino Piaggio erinnert ein hölzerner Bohrturm an den historischen Fund. Das Bauwerk ist eine später errichtete Nachbildung und nicht der Turm von 1863.
Nach einer örtlichen Überlieferung erhielt Zorritos seinen Namen wegen der vielen Füchse, die früher auf den umliegenden Hügeln gesehen wurden.

Drei Spuren der Freunde

Perusina liest die Zeichnung

Sie verfolgt die Markierungen der Winde, findet den Weg des Sicherungsbolzens und sorgt dafür, dass der schwarze Schlamm nicht bis zum Meer fließt.

Perusino bremst die Maschine

Er hält den springenden Bremshebel fest, nutzt eine rollende Tonne als Sperre und stoppt gemeinsam mit den anderen die rasende Seiltrommel.

Franz kriecht unter den Turm

Er zwängt sich zwischen die Balken, zieht den verklemmten Bolzen aus der Spalte und ist weiterhin überzeugt, Zorritos sei nach ihm benannt.

Deine Entdeckeraufgabe

Zeichne einen einfachen Bohrturm mit Seiltrommel, Bremse und Sicherungsbolzen. Markiere danach die Rinne zum Meer und eine sichere Auffanggrube. Welche Teile bringen die Maschine zum Laufen, und welche schützen Menschen, Boden und Wasser?

PeruMagazin auf WhatsApp

Neue Abenteuer, Peru-Ideen und Geschichten direkt auf dein Handy.

WhatsApp-Kanal öffnen

Fragen zu Zorritos

Ist diese Geschichte wirklich passiert?

Nein. Die Zeitreise, das gerissene Stahlseil und der verlorene Sicherungsbolzen sind erfunden. Der historische Erdölbrunnen von Zorritos wurde jedoch tatsächlich im Jahr 1863 gebohrt.

Warum ist das Jahr 1863 für Zorritos wichtig?

Am 2. November 1863 begann dort die Bohrung des ersten Erdölbrunnens Perus und Südamerikas. Dieses Ereignis gilt als Beginn der industriellen Erdölgewinnung in Peru.

Steht der ursprüngliche Bohrturm noch?

Nein. Der hölzerne Turm auf der Plazuela Faustino Piaggio wurde später als Erinnerungsbauwerk errichtet. Er markiert die besondere Bedeutung Zorritos für die Erdölgeschichte.

Woher kommt der Name Zorritos?

Nach einer örtlichen Überlieferung lebten auf den Hügeln der Gegend viele Füchse. Aus dem spanischen Wort zorros entwickelte sich demnach der Name Zorritos, also kleine Füchse.

Was lernen Kinder in diesem Abenteuer?

Sie erfahren, warum Zorritos für die Technik- und Energiegeschichte wichtig ist. Gleichzeitig zeigt die Geschichte, dass neue Erfindungen immer auch Schutz, Vorsicht und Verantwortung verlangen.

Quellen und weiterführende Informationen

Die Sachinformationen zur Geschichte von Zorritos und zum ersten Erdölbrunnen Südamerikas beruhen auf folgenden Informationen:

  • Municipalidad Provincial de Contralmirante Villar: Reseña histórica de Zorritos
  • INGEMMET und Sociedad Geológica del Perú: Geschichte der Erdölgewinnung in Peru
  • OSINERGMIN: Producción Nacional de Petróleo Crudo, Revisión Histórica
  • MINCETUR: Inventario de Recursos Turísticos, Plazuela Faustino Piaggio
  • PeruMagazin: Zorritos in Nordperu