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Perusina, Perusino und Franz in Lamas

Im Barrio Wayku verschwindet kein Goldschatz, sondern etwas viel Leiseres: ein altes Wort. Perusina, Perusino und Franz folgen Tonspuren, grüner Farbe und einem Amulett, das plötzlich wichtiger wird als jedes Versteck.

Franz findet das erste Zeichen unter einem Tonkrug. Perusino hofft trotzdem auf Essen.

Perusina, Perusino und Franz im Barrio Wayku von Lamas mit Tonamulett

Das Wort aus Wayku

Eine Lamas-Geschichte über Kichwa-Lamista-Kultur, Tonhandwerk, ein verstecktes Amulett und die Frage, ob ein Wort verschwinden kann, wenn sich niemand mehr traut, es zu sagen.

Franz fand das Geheimnis unter einem umgedrehten Tonkrug.

Franz entdeckt in Lamas ein Tonamulett unter einem umgedrehten Tonkrug
Franz stößt gegen einen Tonkrug und entdeckt darunter ein Amulett mit eingeritztem Zeichen.

Nicht, weil er gesucht hätte. Franz suchte eigentlich ein Stück gebackene Banane, das Perusino angeblich "nur kurz" auf eine Mauer gelegt hatte. Aber als der kleine Sechura-Fuchs mit der Nase gegen den Krug stieß, machte es darunter leise: Klick.

Perusina blieb stehen. "Hast du das gehört?"

Perusino nickte. "Wenn das Essen macht, ist es mein Lieblingsgeräusch."

Franz schob den Krug mit beiden Pfoten zur Seite. Darunter lag ein kleines Tonamulett. Es war rund, warm vom Boden und mit einer eingeritzten Linie versehen, die wie ein verschlungener Weg aussah.

Sie standen im Barrio Wayku in Lamas. Bunte Kleidung trocknete vor den Häusern, irgendwo klopfte jemand Ton, und aus einer Gasse kam Musik. Es roch nach Erde, Rauch und Regenwald.

Da rief eine Stimme: "Nicht anfassen!"

Bemalte Tonfiguren rollen in Wayku eine Treppe hinunter während Perusina, Perusino und Franz hinterherjagen
Ein Korb kippt um, und drei Tonfiguren rollen durch die Gasse von Wayku.

Ein Mädchen rannte aus einer Werkstatt. Ihr schwarzes Haar flog hinter ihr her, ihre Wangen waren voller Tonstaub. Sie schnappte nach dem Amulett, doch in diesem Moment schoss ein Junge mit einer Trommel um die Ecke, rutschte auf nassen Blättern aus und krachte gegen einen Korb.

Der Korb kippte. Drei bemalte Tonfiguren rollten los.

Perusino sprang hinterher. "Ich hab sie!"

Er hatte keine.

Eine Figur rollte zwischen seine Beine, die zweite gegen Franz, die dritte direkt in eine schmale Treppe hinunter. Perusina hechtete los, packte sie im letzten Moment und schlitterte bis vor eine alte Frau, die mit verschränkten Armen in einer Tür stand.

"Das Zeichen", sagte die Frau leise.

Plötzlich wurde es still.

Eine alte Frau in Lamas erkennt das Zeichen auf dem Tonamulett und spricht über das verlorene Wort
Die alte Frau erkennt das Zeichen, während das Mädchen vor dem Fest nervös wird.

Das Mädchen nahm Perusina das Amulett aus der Hand. "Es gehört meiner Großmutter. Heute sollte ich es beim Fest tragen. Aber jemand hat es versteckt."

"Warum?", fragte Perusina.

Das Mädchen sah zur Seite. "Weil ich das Wort dazu nicht sagen kann."

Perusino blinzelte. "Ein Wort kann man verlieren?"

Die alte Frau trat näher. "Man kann es vergessen. Das ist fast schlimmer."

Franz schnupperte an dem Amulett. Dann nieste er. "Staub. Ton. Und Angst."

Aus der oberen Gasse ertönte ein Pfiff. Ein Junge mit rotem Band winkte wild. "Der Tanz beginnt bald! Ohne das Wort darf sie nicht vorangehen!"

Das Mädchen wurde blass.

Perusina entdeckt grüne Farbe am Tonamulett und verfolgt die Spur durch Wayku
Perusina entdeckt grüne Farbe in der Ritze des Amuletts und erkennt die Richtung.

Perusina drehte das Amulett in der Hand. In der Ritze klebte etwas Grünes. Kein Moos. Farbe.

"Wer es versteckt hat, hatte grüne Farbe an den Fingern."

Sie rannten.

Durch Wayku hinauf, vorbei an Häusern aus Lehm, an Frauen mit Tonkrügen, an Kindern, die Federn und Bänder trugen. Lamas lag in Stufen am Hang, und jede Gasse führte entweder nach oben, nach unten oder in ein Durcheinander.

Franz war vorne. Seine Nase zuckte wie verrückt.

"Da!"

Sie bogen in einen Hof ein. An einer Wand standen frisch bemalte Masken. Grüne Farbe tropfte von einem Pinsel. Daneben saß ein Junge und versuchte, seine Hände hinter dem Rücken zu verstecken.

Franz verfolgt einen Jungen mit grünen Händen durch das Barrio Wayku in Lamas
Der Junge flieht durch Hof, Werkstatt und Trommlergruppe, Franz jagt hinterher.

Perusino zeigte auf ihn. "Sehr unauffällig."

Der Junge sprang auf und rannte.

Franz hinterher.

Der Junge war schnell. Franz war kleiner. Das war unfair für den Jungen.

Unter einem Tisch hindurch. Über einen Tonhaufen. Zwischen zwei Trommlern hindurch. Franz schoss wie ein orangefarbener Blitz vor seine Füße. Der Junge stolperte und landete im weichen Ton.

Platsch.

Perusina blieb vor ihm stehen. "Warum hast du das Amulett versteckt?"

Der Junge wischte sich Ton aus dem Gesicht. "Ich wollte nicht, dass sie vorangeht."

Eine alte Frau übt mit Kindern in Lamas ein Kichwa-Wort am Tonamulett
Die alte Frau spricht das Kichwa-Wort vor, und die Kinder versuchen es gemeinsam.

"Warum nicht?", fragte Perusino.

"Weil sie das Wort nicht kennt." Er sah zu Boden. "Und ich auch nicht. Keiner von uns traut sich, die alten Wörter zu sagen. Wenn wir sie falsch sagen, lachen die anderen."

Die alte Frau war ihnen gefolgt. Sie sagte nichts. Sie nahm nur das Amulett, hielt es dem Mädchen hin und sprach ein kurzes Kichwa-Wort.

Das Mädchen wiederholte es. Erst falsch. Dann noch einmal. Besser.

Der Junge hob den Kopf. "Darf ich auch?"

Die alte Frau nickte.

Da begann die Trommel wieder. Diesmal langsam.

Beim Fest in Lamas wandert das Kichwa-Wort von Kind zu Kind über den Platz
Beim Fest in Wayku wird das Wort von Kind zu Kind weitergegeben.

Das Mädchen stellte sich auf den Platz. Das Amulett hing vor ihrer Brust. Neben ihr stand der Junge, noch voller Ton. Perusina hörte genau zu. Perusino versuchte, würdevoll auszusehen, obwohl Franz ihm heimlich ein grünes Handzeichen auf die Hose gedrückt hatte.

Die alte Frau sprach das Wort.

Das Mädchen sprach es nach.

Der Junge auch.

Dann die Kinder um sie herum.

Das Wort wanderte über den Platz, von Mund zu Mund, bis es nicht mehr klein klang, sondern stark.

Franz setzte sich neben Perusina. "Also war der Schatz ein Wort?"

Perusina nickte. "Und fast wäre es verschwunden."

Perusino betrachtete seine grüne Hose. "Ich finde, ich habe auch etwas bewahrt."

"Was denn?", fragte Franz.

"Bewegliche Kunst."

Da lachte sogar die alte Frau.

Der Fall ist gelöst: Das Amulett war nicht der eigentliche Schatz. Es war der Auslöser, damit ein Kichwa-Wort wieder laut gesagt und weitergegeben wird.

Was steckt in diesem Abenteuer?

Lamas ist eng mit dem Barrio Wayku verbunden, einem Ort, an dem Kichwa-Lamista-Kultur sichtbar und lebendig bleibt.
In der Geschichte wird Sprache zum Schatz: Ein Wort kann verschwinden, wenn niemand es mehr benutzt.
Ton, Kleidung, Musik und Zeichen treiben die Handlung an, ohne dass die Seite wie ein Reiseführer erzählt.

Drei Spuren der Freunde

Perusina liest

Sie erkennt die grüne Farbe im Amulett und versteht, dass die Spur nicht zufällig dort klebt.

Perusino stolpert

Er jagt Tonfiguren, verliert fast die Übersicht und wird am Ende selbst zur bemalten Kunstfigur.

Franz riecht

Er findet erst das Amulett, dann die Spur aus Ton, Farbe und Angst, und stoppt den Jungen im richtigen Moment.

Deine Entdeckeraufgabe

Erfinde ein eigenes Zeichen für ein wichtiges Wort. Zeichne es wie ein Amulett und überlege: Wer soll dieses Wort nie vergessen?

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Fragen zu Lamas

Ist diese Seite ein Reiseführer?

Nein. Die Seite ist eine Kinder-Abenteuergeschichte. Lamas wird über Handlung, Figuren, Wayku, Sprache, Tonhandwerk und ein Rätsel erlebbar gemacht.

Was ist an Lamas besonders?

Besonders ist unter anderem das Barrio Wayku mit Kichwa-Lamista-Kultur, Sprache, Kleidung, Festen und Handwerk.

Ist das Amulett echt?

Der Fall und das Amulett sind erfunden. Der reale Kern sind Kultur, Sprache, Tonhandwerk und die Bedeutung lebendiger Traditionen in Lamas.

Warum geht es um ein Wort?

Weil Sprache mehr ist als ein Geräusch. Wörter tragen Erinnerungen, Zugehörigkeit und Wissen weiter, wenn Menschen sie benutzen.

Was lernen Kinder in diesem Abenteuer?

Sie lernen, dass Kultur lebendig ist, dass Wörter bewahrt werden können und dass man Traditionen mit Respekt weitergeben sollte.

Quellen und weiterführende Informationen

Die Sachinformationen der Lernabschnitte orientieren sich an allgemeinen Informationen zu Lamas, dem Barrio Wayku, Kichwa-Lamista-Kultur und regionalem Handwerk:

  • PromPerú: Informationen zu Lamas und der Region San Martín
  • Gobierno Regional de San Martín: regionale Informationen zu Orten, Kultur und Tourismus
  • Ministerio de Cultura del Perú: Informationen zu indigenen Sprachen und immateriellem Kulturerbe
  • Instituto Nacional de Estadística e Informática (INEI): regionale Grunddaten zu Peru und San Martín