Máncora
Beim großen Surf-Teamwettbewerb von Máncora starten Perusina, Perusino und Franz gegen die besten Nachwuchsteams der Küste. Sogar Franz besitzt ein eigenes, winziges Bodyboard.
Dann reißt die Wendeboje los, zwei Kinder geraten in eine Rückströmung und das Richterboot treibt auf die Felsen zu. Plötzlich geht es nicht mehr um den Pokal.

Die Welle, die das Rennen fraß
Ein Surfrennen vor Máncora wird zur Rettungsaktion, als eine Boje abtreibt, das Meer zwei Kinder hinauszieht und Franz seinen ganz eigenen Fahrstil entdeckt.
„Teilnehmer Nummer zwölf: Perusina! Nummer dreizehn: Perusino! Und Nummer vierzehn … Franz?“
Der Mann blickte über seinen Tisch.
Franz hob eine Pfote. Unter seinem Bauch lag ein winziges orangefarbenes Bodyboard.
„Ich starte in der Fuchsklasse.“
„Es gibt keine Fuchsklasse.“
„Dann wird es höchste Zeit.“

Am Strand von Máncora drängten sich Zuschauer, Surfer und Trainer. Draußen liefen lange Wellen schräg an der Küste entlang. Beim Teamwettbewerb musste jedes Mitglied zwei Bojen umrunden und anschließend auf einer Welle zurück zum Strand fahren.
Perusina trug ihr Longboard ins Wasser. Perusino klemmte sich sein kurzes Brett unter den Arm. Franz zog sein Bodyboard an der Leine hinter sich her.
Das Horn ertönte.

Perusino stürmte los, sprang über die erste Welle und tauchte unter der nächsten hindurch. Perusina wartete einen Augenblick länger. Dann nutzte sie die Pause zwischen zwei Wellen und paddelte hinaus.
Franz wurde bereits von der ersten Brandungswelle rückwärts an den Strand gespült.
„Taktischer Neustart!“, rief er und rannte wieder ins Wasser.
An der ersten Boje holten die drei ihre Gegner ein. Perusino erwischte eine steile Welle und schoss daran entlang. Perusina fuhr ruhig hinterher. Franz lag quer auf seinem Brett, drehte sich einmal im Kreis und überquerte die Wertungslinie mit dem Schwanz voran.

Die Zuschauer jubelten.
„Der berühmte Sechura-Fuchsstil“, erklärte Franz.
Die drei lagen in Führung, als sich das Meer veränderte.
Am Horizont erhob sich ein neuer Wellensatz. Die erste Welle riss an der roten Wendeboje. Bei der zweiten sprang die Ankerleine. Die Boje trieb hinaus aufs offene Meer.
Lía und Mateo vom Team Máncora bemerkten es nicht. Sie paddelten hinter der Boje her.
„Die fahren in die falsche Richtung!“, rief Perusina.

Zwischen den brechenden Wellen verlief ein dunkler, beinahe ruhiger Streifen. Schaum und kleine Blätter bewegten sich darin vom Strand weg.
„Eine Rückströmung“, sagte Perusina. „Das Wasser fließt dort zurück ins Meer.“
Lía und Mateo paddelten mit aller Kraft dagegen an. Trotzdem wurden sie immer weiter hinausgezogen.
Perusino sah zur Ziellinie. Noch eine gute Welle, und sie hätten gewonnen.
Dann drehte er sein Brett.
„Das Rennen kann warten.“

Perusino stürzte sich in die nächste Welle. Franz sprang auf Perusinos Brett und klammerte sich an dessen Knöchel. Das ging genau drei Sekunden gut. Dann hob eine Welle das Heck an.
Franz flog durch die Luft und landete auf der treibenden Boje.
„Alles unter Kontrolle!“, kreischte er, während er rückwärts aufs offene Meer sauste.
Perusina paddelte nicht gegen die Strömung. Sie hielt seitlich auf die brechenden Wellen zu. Eine lange Welle hob ihr Brett an und trug sie quer über das Wasser zu Lía und Mateo.
„Bleibt bei euren Brettern!“, rief sie. „Paddelt seitlich! Nicht direkt zum Strand!“
Da heulte der Motor des Richterbootes auf und verstummte. Die abgerissene Bojenleine hatte sich um den Propeller gewickelt. Das Boot trieb auf schwarze Felsen zu.

Perusino erreichte Franz und packte die Boje. Unter ihr spannte sich die Leine.
„Die führt zum Boot!“
Franz biss in den Knoten. Perusino zog. Eine Welle hob beide hoch, schleuderte sie wieder hinunter und füllte Franz’ Ohren mit Wasser.
Der Knoten löste sich.
Perusino wickelte die freie Leine um sein Brett und paddelte zum Richterboot. Franz hielt sich mit den Zähnen am Ende fest und hüpfte über die Wellen wie ein orangefarbener Korken.
Perusina brachte Lía und Mateo aus der Rückströmung. Gemeinsam erreichten sie das Boot.
Die Felsen waren jetzt erschreckend nah.
„Noch zehn Sekunden bis zur nächsten großen Welle!“, rief Perusina.
Perusino zog die lose Leine vom Propeller. Franz zerrte mit. Der Bootsführer startete den Motor.
Nichts.
Die Welle wuchs hinter ihnen.
„Noch einmal!“, schrie Perusina.
Der Motor sprang an. Das Boot drehte sich, nahm die vier Surfer längsseits auf und raste zwischen zwei Felsen hindurch. Hinter ihnen brach die Welle mit einem gewaltigen Krachen.

Am Strand war das Rennen längst vorbei. Doch als die drei aus dem Boot stiegen, klatschten sogar die anderen Teams.
Der Wettkampfleiter hob den Siegerpokal.
„Heute gewinnt nicht das Team, das zuerst im Ziel war. Heute gewinnt das Team, das das Meer gelesen und die anderen nicht vergessen hat.“
Franz stellte sich auf sein Bodyboard.
„Und rückwärts fahren konnte.“
Eine kleine Welle erwischte das Brett und warf ihn in den Sand.
Perusino grinste. „Wieder der Sechura-Fuchsstil?“
Franz spuckte eine Muschel aus.
„Fortgeschrittene Technik.“
Was steckt in diesem Abenteuer?
Drei Spuren der Freunde
Sie erkennt den dunklen Streifen, paddelt seitlich aus der Rückströmung und zeigt Lía und Mateo den sicheren Weg.
Er gibt die Führung im Rennen auf, verfolgt die abgerissene Boje und zieht die Leine vom Propeller des Richterbootes.
Er reist unfreiwillig auf der Boje mit, beißt die verklemmte Leine frei und erfindet nebenbei den Sechura-Fuchsstil.
Deine Entdeckeraufgabe
Zeichne den Strand von Máncora von oben: brechende Wellen, Surfer, Bojen und einen dunkleren Streifen, in dem das Wasser zurückfließt. Zeichne Pfeile für die Strömung und markiere den seitlichen Weg aus ihr heraus. Schreibe dazu: ruhig bleiben, beim Brett bleiben, Hilfe rufen und nicht direkt gegen die Strömung ankämpfen.
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WhatsApp-Kanal öffnenFragen zu Máncora
Ist diese Geschichte wirklich passiert?
Nein. Der Surf-Teamwettbewerb, Lía, Mateo und die Rettungsaktion sind erfunden. Máncora ist jedoch tatsächlich für Surfen, warmes Meer und seine besondere Lage an der nordperuanischen Küste bekannt.
Warum ist das Meer bei Máncora vergleichsweise warm?
Im Norden Perus wirkt die warme Äquatorialströmung stärker als an vielen weiter südlich gelegenen Küstenabschnitten. Im Raum Máncora treffen unterschiedliche Einflüsse des tropischen und des kühleren Meeres aufeinander.
Was ist eine Rückströmung?
Nach brechenden Wellen muss Wasser wieder ins Meer zurückfließen. An manchen Stellen sammelt es sich zu einer schmalen, kräftigen Strömung, die vom Strand wegführt.
Was sollte man in einer Rückströmung tun?
Ruhig bleiben, auf dem Wasser treiben oder sich am Surfbrett festhalten und deutlich um Hilfe rufen. Nicht erschöpft direkt gegen die Strömung ankämpfen, sondern seitlich beziehungsweise parallel zum Strand aus ihrem schmalen Bereich herausbewegen.
Was lernen Kinder in diesem Abenteuer?
Sie erfahren, wie man Hinweise auf eine Rückströmung erkennt, warum Surfbretter auch als Schwimmhilfe wichtig sind und weshalb Sicherheit und gegenseitige Hilfe mehr zählen als ein Pokal.
Quellen und weiterführende Informationen
Die Sachinformationen zu Máncora, Surfen, Meeresströmungen und Sicherheit beruhen auf folgenden Informationen:
- MINCETUR: Inventario de Recursos Turísticos, Playa Máncora
- PROMPERÚ: Rutas de Surf del Perú, Máncora
- SERNANP: Reserva Nacional Mar Tropical de Grau, Banco de Máncora
- Dirección General de Capitanías y Guardacostas: Empfehlungen zur Sicherheit an Stränden
- PeruMagazin: Máncora in Nordperu