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Talara

In einer Energieausstellung entdecken Perusina, Perusino und Franz einen alten Klumpen copé und das riesige Modell einer Erdölraffinerie.

Dann niest Franz, der schwarze Tropfen erwacht und die drei werden winzig klein in das laufende Modell gezogen. Der Countdown beginnt.

Perusina, Perusino und Franz entdecken in Talara einen leuchtenden copé-Klumpen vor einem Raffineriemodell

Gefangen im schwarzen Gold

Plötzlich sind die drei nur noch so groß wie Schrauben. Getrennt voneinander rasen sie durch Rohre, Dampf und schwere schwarze Rückstände, während ein unerbittlicher Countdown abläuft.

„Das ist also copé?“, fragte Perusina.

Unter einer Glasglocke lag ein schwarzer, glänzender Klumpen. Er sah aus wie ein Stein, der in der Sonne geschmolzen und anschließend wieder hart geworden war.

„So nannten die Tallanes natürlich vorkommende Erdölreste“, erklärte die Ausstellungsleiterin Señora Vega. „Sie verwendeten das Material lange vor den modernen Raffinerien.“

Ein leuchtender copé-Tropfen fliegt im Energiemuseum von Talara auf Franz zu
Der schwarze Klumpen wirkt harmlos. Noch.

Hinter ihr erhob sich ein riesiges Modell der Raffinerie von Talara. Türme, Tanks und silberne Rohre füllten einen ganzen Saal. Durchsichtige Leitungen zeigten, welchen Weg das Rohöl bei der Verarbeitung nahm.

Franz drückte seine Nase gegen die Glasglocke.

„Riecht es nach Banane?“, fragte Perusino.

„Nein. Aber man muss gründlich untersuchen.“

Franz nieste.

Der copé-Klumpen leuchtete auf.

Ein schwarzer Tropfen schwebte durch die Glasglocke, obwohl diese fest verschlossen war. Er traf Franz an der Nasenspitze. Ein Wirbel aus Licht raste durch den Saal.

Perusina, Perusino und Franz schrumpften.

Innerhalb weniger Sekunden waren sie nicht größer als Schrauben. Ein Ventilator erfasste sie und schleuderte sie durch die offene Klappe des Raffineriemodells.

„Nicht anfassen!“, rief Señora Vega.

Da waren die drei bereits verschwunden.

Die winzigen Freunde stürzen durch ein durchsichtiges Rohr mit schwarzem Rohöl
Ein Luftstoß schleudert die drei mitten in das laufende Modell.

Sie stürzten durch ein durchsichtiges Rohr. Unter ihnen schoss eine schwarze Flüssigkeit dahin.

„Wir sitzen im Rohöl!“, rief Perusina.

„Ich wollte eigentlich nur riechen“, jammerte Franz.

Eine Metallstimme dröhnte durch das Modell.

„Vorführprozess startet in zehn Minuten.“

Das Rohr teilte sich.

Perusina wurde nach oben gerissen. Perusino verschwand nach rechts. Franz fiel senkrecht nach unten.

„Wir treffen uns am Ausgang!“, schrie Perusino.

„Welcher Ausgang?“, brüllte Franz zurück.

Perusina springt im Destillationsturm zwischen Plattformen und Dampfblasen
Je höher Perusina steigt, desto kühler wird es.

Perusina landete im Destillationsturm. Warme Dämpfe stiegen an ihr vorbei. An den Wänden leuchteten Zahlen für unterschiedliche Temperaturen.

Unter ihr brodelte die schwarze Flüssigkeit.

„Rohöl wird erhitzt“, murmelte sie. „Verschiedene Bestandteile steigen unterschiedlich hoch.“

Eine Dampfblase hob sie an. Perusina sprang von einer Metallplattform zur nächsten. Je höher sie kam, desto kühler wurde es.

Plötzlich öffnete sich eine Seitenleitung.

Die Dampfblase platzte.

Perusina rutschte in das Rohr und raste kopfüber davon.

Perusino rast auf einer Wartungskugel durch ein Rohr auf ein Ventil zu
Vor Perusino blinkt ein geschlossenes Ventil.

Perusino klammerte sich währenddessen an eine runde Wartungskugel. Sie schoss durch eine silberne Leitung, prallte gegen Kurven und wurde immer schneller.

„Endlich ein Verkehrsmittel ohne Franz am Steuer!“

Vor ihm blinkte ein geschlossenes Ventil.

Perusino zog an einem kleinen Hebel.

Nichts geschah.

Die Wartungskugel raste direkt darauf zu.

Im letzten Augenblick sprang Perusino ab. Die Kugel krachte gegen das Ventil und öffnete es. Ein Luftstoß schleuderte ihn durch die nächste Leitung.

Perusina und Perusino ziehen Franz aus einem schwarzen Raffinerierückstand
Franz steckt fest und der Vorführprozess rückt immer näher.

Franz hatte weniger Glück.

Er steckte bis zum Bauch in einer zähen schwarzen Masse.

„Hilfe! Ich werde zum Parkplatz!“

Über ihm erschien Perusinos Gesicht in einem Sichtfenster.

„Das sind schwere Rückstände. Daraus kann tatsächlich Asphalt entstehen.“

„Wissen später! Ziehen jetzt!“

Perusino wickelte ein dünnes Wartungskabel um Franz’ Bauch. Er stemmte beide Füße gegen das Rohr und zog.

Franz bewegte sich keinen Zentimeter.

Die Metallstimme meldete: „Noch fünf Minuten.“

Da schoss Perusina aus einer oberen Leitung. Sie landete auf Perusino und riss ihn mit sich. Gemeinsam zogen sie Franz aus der Masse.

Mit einem lauten Plopp flog der Fuchs durch die Luft.

Sein Schwanz war schwarz verklebt und steinhart.

„Niemand sagt etwas“, knurrte er.

Perusina, Perusino und Franz fliegen durch die Flexicoking-Kammer zu einer Wartungsklappe
Unter ihnen tobt ein gewaltiger Luftstrom.

Vor ihnen öffnete sich eine gewaltige Kammer. Rote Warnlichter blinkten. Auf einem Schild war ein Rohrsystem abgebildet.

„Flexicoking“, las Perusina. „Hier werden besonders schwere Rückstände weiterverarbeitet.“

Die Kammer begann zu vibrieren. Heiße Luft raste durch die Leitungen. Der Boden unter den drei Freunden klappte weg.

Sie fielen.

Perusino erwischte eine Kette. Perusina hielt sich an seinem Bein fest. Franz biss in Perusinas Tasche.

Unter ihnen drehte sich ein gewaltiger Luftstrom.

„Mein Kopf wird lang!“, rief Perusino.

„Das ist dein Gesicht!“, antwortete Franz mit vollem Mund.

Perusina entdeckte eine grüne Wartungsklappe auf der anderen Seite. Sie begann zu schwingen.

„Beim nächsten Luftstoß springen wir!“

„Das ist kein Plan“, sagte Franz.

„Doch.“

„Dann ist es ein schlechter!“

Der Luftstoß kam.

Die drei ließen los, flogen quer durch die Kammer und krachten gemeinsam durch die grüne Klappe. Dahinter befand sich die Steuerzentrale des Modells.

Perusina, Perusino und Franz stoppen den Countdown in der Steuerzentrale des Raffineriemodells
Nur noch Sekunden bleiben, um den Weg durch das Modell umzukehren.

Auf einem Bildschirm blinkte der Countdown.

Noch eine Minute.

In der Mitte lag derselbe leuchtende copé-Tropfen, der sie geschrumpft hatte. Er schwebte hinter einer Reihe aus Ventilen.

Perusina erkannte das Rohrmuster.

„Wir müssen den Weg rückwärts schalten.“

Sie drehte die Temperaturregler herunter. Perusino sprang auf ein großes Handrad und lief darin wie in einem Laufrad. Franz biss in den roten Nothebel und hing mit seinem ganzen Gewicht daran.

Zehn Sekunden.

Das letzte Ventil öffnete sich.

Ein gewaltiger Sog erfasste sie.

Sie schossen durch Rohre, vorbei am Destillationsturm und zurück zur Eingangsklappe. Der schwarze Tropfen zerplatzte in goldenem Licht.

Die drei Freunde landeten in normaler Größe vor Señora Vega.

Die Ausstellungsleiterin starrte sie an.

Perusinas Haare standen senkrecht. Perusinos Pullover qualmte ein wenig. Franz’ Schwanz war schwarz und so steif wie ein Besen.

„Ihr wart nur zwölf Sekunden verschwunden“, sagte Señora Vega.

Franz betrachtete seinen Schwanz.

„Dann war ich zwölf Sekunden lang Straßenbelag.“

Perusino grinste. „Sehr widerstandsfähig.“

„Ein Wort noch“, sagte Franz, „und ich parke auf deinem Fuß.“

Gerade noch geschafft: Die drei kehren den Weg durch das Modell um und landen wieder vor der Glasglocke. Nur Franz’ Schwanz erinnert noch sehr deutlich an das schwarze Gold.

Was steckt in diesem Abenteuer?

Die Tallanes kannten natürlich austretende Erdölreste als copé. Damit beginnt die Geschichte des Erdöls in der Gegend lange vor den modernen Anlagen.
In Talara nahm 1917 die erste Raffinerie Perus zur Verarbeitung von Rohöl ihre Arbeit auf. Darum ist die Stadt eng mit der Erdölgeschichte des Landes verbunden.
In einer Raffinerie werden Bestandteile des Rohöls unter anderem durch Erhitzen und unterschiedliche Siedetemperaturen getrennt. Moderne Verfahren verarbeiten schwere Rückstände weiter und senken den Schwefelgehalt.

Drei Spuren der Freunde

Perusina liest die Anlage

Sie versteht die Temperaturstufen im Destillationsturm, erkennt das Rohrmuster und schaltet den Weg durch das Modell rückwärts.

Perusino öffnet den Weg

Er springt von der rasenden Wartungskugel, öffnet ein Ventil und setzt später das große Handrad in Bewegung.

Franz zieht durch

Er entkommt den schweren Rückständen und hängt sich mit aller Kraft an den roten Nothebel. Sein Schwanz bezahlt den höchsten Preis.

Deine Entdeckeraufgabe

Zeichne ein eigenes Rohrsystem: Das Rohöl beginnt im Tank, wird erhitzt, gelangt in einen Destillationsturm und wird danach gereinigt oder weiterverarbeitet. Nutze Farben und Pfeile für die verschiedenen Wege. Markiere auch eine Steuerzentrale, Ventile und einen sicheren Not-Aus-Schalter.

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Fragen zu Talara

Ist diese Geschichte wirklich passiert?

Nein. Das Schrumpfen, der leuchtende copé-Tropfen und die Jagd durch das Raffineriemodell sind erfunden. Talara und seine lange Verbindung zum Erdöl sind jedoch echt.

Was ist copé?

Copé ist ein alter Name für natürlich vorkommende Erdölreste in Nordperu. Die Tallanes kannten und nutzten dieses schwarze Material schon lange vor dem Bau moderner Raffinerien.

Warum ist Talara für Perus Erdölgeschichte wichtig?

In Talara wurde bereits früh Erdöl gefördert und verarbeitet. 1917 nahm dort die erste Rohölraffinerie Perus ihren Betrieb auf.

Was geschieht in einem Destillationsturm?

Rohöl wird erhitzt. Seine Bestandteile verdampfen bei unterschiedlichen Temperaturen und können deshalb in verschiedenen Höhen des Turms getrennt werden.

Was bedeutet Flexicoking?

Flexicoking ist ein modernes Verfahren, das sehr schwere Rückstände aus der Erdölverarbeitung weiter nutzt. Die Talara-Raffinerie besitzt eine solche besondere Anlage.

Quellen und weiterführende Informationen

Die Sachinformationen zu Talara, copé und der Raffinerie beruhen auf folgenden Informationen:

  • Municipalidad Provincial de Talara: Historia de Talara y el petróleo
  • Petroperú, Museo del Petróleo: Refinería Talara
  • OSINERGMIN: La industria de los hidrocarburos líquidos en el Perú
  • Ministerio de Energía y Minas: Nueva Refinería Talara
  • PeruMagazin: Talara in Nordperu