Über 231.000 Soles für renovierte Kirchen, einen neuen Ausstellungsraum und eine Pilgerroute mit acht Stationen! Chulucanas in der Region Piura rüstet sich für den religiösen Tourismus. Denn hier begann vor mehr als 40 Jahren die außergewöhnliche Geschichte des heutigen Papstes in Peru.
Hier war der Papst einst Missionar!
1985 kam Robert Francis Prevost als junger Augustinermissionar nach Chulucanas. Er arbeitete in den örtlichen Kirchengemeinden, feierte Gottesdienste und begleitete die Menschen in ihrem Alltag. Damals konnte niemand ahnen, dass dieser amerikanische Geistliche einmal an der Spitze der katholischen Kirche stehen würde.
Besonders eng ist seine Geschichte mit der Pfarrei San José Obrero verbunden, wo er nach seiner Ankunft tätig war. Später wirkte er auch an der Kirche Sagrada Familia. Seine Jahre in Nordperu prägten seine kirchliche Laufbahn, die ihn schließlich über das Bischofsamt in Chiclayo bis nach Rom führte. Heute ist der einstige Missionar Papst Leo XIV., und seine frühere Wirkungsstätte könnte sich zu einem bedeutenden internationalen Pilgerziel entwickeln.
231.695 Soles! Jetzt werden die Kirchen herausgeputzt
Chulucanas investiert kräftig in seine religiösen Sehenswürdigkeiten. Am 24. September besuchte Perus Vizeministerin für Tourismus, Liz Chirinos, die Stadt und besichtigte die Modernisierungsarbeiten an der Pfarrei San José Obrero und der Kathedrale Sagrada Familia. Insgesamt wurden dafür rund 231.695 Soles aus öffentlichen und privaten Mitteln bereitgestellt.
An der Pfarrei San José Obrero wurden das Dach repariert, die Elektrik verbessert, neue Beleuchtung installiert und beschädigte Gebäudeteile instand gesetzt. Auch die Kathedrale Sagrada Familia erhielt eine umfassende Auffrischung. Ihre Fassade wurde gestrichen, die Außenbeleuchtung modernisiert und die Belüftung verbessert. Die Arbeiten sollen beide Gotteshäuser für zusätzliche Pilger und Touristen attraktiver machen.
Die Investitionen sollen nicht nur die historischen Kirchen erhalten, sondern auch neue wirtschaftliche Möglichkeiten schaffen. Hotels, Restaurants, Transportunternehmen und örtliche Händler hoffen auf zusätzliche Besucher, die während ihrer Pilgerreise länger in der Region bleiben und weitere touristische Angebote nutzen.
So viel Geld fließt nach Chulucanas
Caja Piura: 118.695 S/ · Stadtverwaltung: 55.000 S/ · Tourismusministerium: 35.000 S/ · Quinta Blanca: 13.000 S/ · CIVA: 10.000 S/.
Neuer Ausstellungsraum! Hier wird seine Geschichte lebendig
In der Kathedrale Sagrada Familia wurde der neue Ausstellungsraum „Papa León XIV.“ eröffnet. Er widmet sich dem Leben des Papstes und seiner besonderen Verbindung zu Chulucanas. Besucher erhalten dort Informationen über seine Missionstätigkeit und die Jahre, die er in Nordperu verbrachte. Damit entsteht ein zusätzlicher Anlaufpunkt für Pilger, die mehr über die Geschichte des katholischen Kirchenoberhauptes erfahren möchten.
Das peruanische Tourismusministerium stellte 35.000 Soles für touristische Informationstafeln, Erläuterungen und die Besucherinformation bereit. Die Stadt möchte ihre Verbindung zum Papst damit dauerhaft sichtbar machen und auch Reisende ansprechen, die sich neben religiösen Sehenswürdigkeiten für Geschichte und Kultur interessieren.
Acht Stationen! Auf den Spuren von Leo XIV. durch Nordperu
Die sogenannte Ruta de León führt Pilger und Touristen an Orte, die mit der Geschichte des Papstes verbunden sind. Insgesamt umfasst die Route acht Stationen in Chulucanas und Santo Domingo. Sechs davon stehen im Zusammenhang mit seiner kirchlichen Arbeit, während zwei weitere die kulturellen Traditionen Nordperus präsentieren.
Zu den wichtigsten Stationen gehören die Pfarrei San José Obrero und die Kathedrale Sagrada Familia. Auch der Bischofssitz von Chulucanas und das örtliche Pastoralzentrum sind Teil der Route. In Santo Domingo können Besucher die Kirche Santo Domingo de Guzmán und das kirchliche Ausbildungszentrum Villa la Buena Nueva besichtigen. Diese Einrichtungen erinnern an die religiöse und soziale Arbeit des heutigen Papstes.
Die beiden weiteren Stationen führen nach La Encantada und Cruz Pampa bei Yapatera. In La Encantada steht die traditionelle Keramikkunst von Chulucanas im Mittelpunkt. Yapatera wiederum ist für seine afroperuanische Kultur und die traditionellen Cumananas bekannt. Die Pilgerroute verbindet damit religiöse Geschichte mit dem kulturellen Erbe der Region Piura.
Papstbesuch! Nordperu hofft auf einen Touristenboom
Die angekündigte Rückkehr von Papst Leo XIV. nach Peru verleiht der Pilgerroute zusätzliche Aufmerksamkeit. Schließlich verbrachte er einen bedeutenden Teil seiner kirchlichen Laufbahn in diesem Land. Nach seiner Missionstätigkeit in Chulucanas wurde er später Bischof von Chiclayo und blieb über viele Jahre eng mit Peru verbunden.
Für die Tourismusbranche eröffnet diese besondere Verbindung neue wirtschaftliche Möglichkeiten. Hotels könnten zusätzliche Gäste aufnehmen, Restaurants mehr Besucher bewirten und örtliche Reiseveranstalter neue Ausflüge anbieten. Auch kleinere Gemeinden entlang der Route könnten davon profitieren. Ob tatsächlich ein deutlicher Besucherzuwachs entsteht, ist allerdings noch offen. Verlässliche Prognosen über die Zahl zusätzlicher Touristen wurden bislang nicht veröffentlicht.
Von der Papst-Kirche direkt zu den Töpfern!
Chulucanas hat deutlich mehr zu bieten als religiöse Sehenswürdigkeiten. Die Stadt ist international für ihre traditionelle Keramikkunst bekannt, deren charakteristische Formen und Verzierungen auf jahrhundertealten regionalen Traditionen beruhen. Besonders die Werkstätten in La Encantada gehören zu den kulturellen Attraktionen der Region und bieten Besuchern die Möglichkeit, die Herstellung der Keramik unmittelbar kennenzulernen.
Die Ruta de León verbindet deshalb Kirchen und religiöse Geschichte mit regionalem Kunsthandwerk. Pilger können auf den Spuren des Papstes reisen und gleichzeitig die Traditionen Nordperus kennenlernen. Auch Yapatera gehört zu diesem kulturellen Angebot. Der Ort ist für seine afroperuanische Bevölkerung und die Cumananas bekannt, eine traditionelle Form mündlich überlieferter Dicht- und Gesangskunst.
Von Piura nach Chulucanas: So funktioniert die Pilgerreise
Die regionale Tourismusbehörde hat bereits eine geführte Fahrt von Piura über Chulucanas nach Santo Domingo organisiert. Die damalige Tour begann um sieben Uhr morgens in Piura und führte zunächst zur Kathedrale Sagrada Familia. Anschließend besuchten die Teilnehmer die Keramikwerkstätten der Region, bevor sie nach einem gemeinsamen Mittagessen nach Santo Domingo weiterreisten.
Dort standen die Kirche Santo Domingo de Guzmán und das Ausbildungszentrum Villa la Buena Nueva auf dem Programm. Begleitet wurde die Fahrt von offiziell registrierten Reiseleitern. Eine solche Tagesreise zeigt, wie sich religiöse Sehenswürdigkeiten mit Kultur und regionaler Gastronomie verbinden lassen. Ob die damalige Tour inzwischen regelmäßig angeboten wird, ist allerdings nicht bestätigt.
Nordperu will mehr als Sonne und Strand!
Für die Region Piura eröffnet die Papstroute eine zusätzliche touristische Perspektive. Bislang verbinden viele internationale Urlauber Nordperu vor allem mit den Stränden von Máncora, Vichayito und Punta Sal. Chulucanas möchte nun auch Pilger und kulturinteressierte Reisende anziehen und sich als bedeutender Standort des religiösen Tourismus etablieren.
Die modernisierten Kirchen, der neue Ausstellungsraum und die acht Stationen der Ruta de León bilden dafür eine Grundlage. Entscheidend wird sein, ob die Region auch langfristig in Besucherinformationen, Verkehrsverbindungen, Unterkünfte und touristische Angebote investiert. Der internationale Bekanntheitsgrad von Papst Leo XIV. bietet Chulucanas jedenfalls die Gelegenheit, seine religiöse Geschichte weit über die Grenzen Perus hinaus bekannt zu machen.
Quellen: MINCETUR, 24.09.2026 · Agencia Andina, 24.09.2026 · Gestión, 24.09.2026 · DIRCETUR Piura, 2025 und 2026