Zu Inhalt springen
Liolaemus arequipensis – neu beschriebene Eidechsenart aus den Hochanden von Arequipa in Peru

NEUE EIDECHSE ENTDECKT! Sie lebt auf fast 5.000 Metern in Peru

Forscher haben in Arequipa Liolaemus arequipensis beschrieben. Die neue Eidechsenart lebt in den peruanischen Hochanden bis auf 4.818 Metern.

Was für ein Fund in den Anden! Forscher haben in Peru eine bislang unbekannte Eidechsenart nachgewiesen. Ihr Name: Liolaemus arequipensis. Ihr Zuhause liegt in den extremen Hochlagen von Arequipa – bis auf unglaubliche 4.818 Meter.

Kälte, dünne Luft und heftige Temperaturschwankungen bestimmen dort das Leben. Genau an diese extremen Bedingungen hat sich die kleine Eidechse angepasst. Besonders erstaunlich: Die Tiere waren Wissenschaftlern schon länger bekannt. Nur wusste bislang niemand, dass sie eine eigene Art vor sich hatten.

Jahrelang unter falschem Namen!

Liolaemus arequipensis sieht verwandten Eidechsenarten zum Verwechseln ähnlich. Genau deshalb blieb die Art so lange unerkannt. Erst moderne Untersuchungsmethoden brachten Klarheit.

Ein internationales Forscherteam verglich die DNA der Tiere und untersuchte gleichzeitig Körperbau und Schuppen. Die Ergebnisse lieferten schließlich die Grundlage dafür, die Tiere als eigenständige Art wissenschaftlich zu beschreiben. Die entsprechende Studie wurde am 23. September 2026 in der Fachzeitschrift Diversity veröffentlicht.

Ihr Zuhause ist nichts für Frostbeulen

Die bislang bekannten Populationen leben in den Provinzen Castilla und Condesuyos im Departamento Arequipa. Nachgewiesen wurden die Tiere zwischen 3.774 und 4.818 Metern über dem Meeresspiegel.

In diesen Höhen herrschen Bedingungen, bei denen Menschen schnell nach einer warmen Jacke greifen würden. Die Eidechsen bewegen sich zwischen Felsen, Grasland, Bofedales und typischer Hochandenvegetation. Schutz finden sie unter Steinen oder zwischen dichter Vegetation.

Auf dem Speiseplan steht fast alles

Bei ihrer Ernährung ist die neue Art offenbar wenig wählerisch. Untersuchungen des Mageninhalts zeigten sowohl pflanzliche Bestandteile als auch kleine Gliederfüßer.

Auf dem Speiseplan stehen unter anderem Spinnen, Käfer, Wanzen und Insektenlarven. Die Eidechse nutzt damit offenbar ziemlich konsequent das Nahrungsangebot, das ihr die karge Hochandenlandschaft bietet.

Eier legen? Macht diese Eidechse nicht!

Auch bei der Fortpflanzung hat Liolaemus arequipensis eine interessante Strategie: Die Art ist vivipar. Die Weibchen bringen lebende Jungtiere zur Welt, anstatt Eier in der kalten Andenlandschaft abzulegen.

In extremen Höhen kann das ein wichtiger Vorteil sein. Die Embryonen entwickeln sich geschützt im Körper des Muttertiers. Gerade bei niedrigen Temperaturen und starken Wetterschwankungen kann diese Fortpflanzungsweise die Entwicklung des Nachwuchses begünstigen.

Dieser Fund brachte den Durchbruch

Das wichtigste Exemplar der wissenschaftlichen Beschreibung stammt aus Huilluco im Distrikt Chilcaymarca in der Provinz Castilla. Das erwachsene Männchen wurde am 31. Juli 2025 auf 3.784 Metern Höhe gesammelt und später zum sogenannten Holotyp der neuen Art bestimmt.

Weitere untersuchte Tiere stammen unter anderem aus Orcopampa und dem Gebiet der Laguna Tintarcocha. Dadurch konnten die Wissenschaftler verschiedene Populationen miteinander vergleichen und die neue Art genauer abgrenzen.

Die nächsten unbekannten Arten könnten schon warten

Mit Liolaemus arequipensis ist die Geschichte möglicherweise noch längst nicht beendet. Bei ihren Untersuchungen fanden die Wissenschaftler weitere genetische Linien, deren genaue Einordnung bislang offen ist.

Das könnte bedeuten, dass in den peruanischen Hochanden weitere bislang unbekannte Arten leben. Einige Tiere, die heute noch bereits beschriebenen Arten zugerechnet werden, könnten sich bei genaueren genetischen Untersuchungen ebenfalls als eigenständige Arten herausstellen.

Aber ist die neue Art gefährdet?

Darauf gibt es bislang keine verlässliche Antwort. Noch fehlen ausreichend Daten über das tatsächliche Verbreitungsgebiet und die Größe der Population.

Die Wissenschaftler schlagen deshalb zunächst die Einstufung „Data Deficient“ vor. Die vorhandenen Informationen reichen also noch nicht aus, um das Gefährdungsrisiko zuverlässig einzuschätzen. Weitere Untersuchungen sollen nun zeigen, wo die Eidechse vorkommt und wie groß ihre Bestände tatsächlich sind.

Kleine Eidechse, großer wissenschaftlicher Fund

Fast 5.000 Meter über dem Meeresspiegel, zwischen Felsen und Hochlandvegetation, blieb die kleine Eidechse lange wissenschaftlich unerkannt. Jetzt hat sie einen eigenen Namen: Liolaemus arequipensis.

Und möglicherweise ist sie erst der Anfang. Die genetischen Untersuchungen liefern Hinweise darauf, dass in den peruanischen Hochanden noch weitere wissenschaftliche Überraschungen warten könnten.

Quellen:
Agencia Andina, 30.09.2026.
Universidad Nacional Mayor de San Marcos, Facultad de Ciencias Biológicas, 25.09.2026.
Huamaní-Valderrama et al., Diversity, 23.09.2026, „Taxonomic Nightmare: Hard Species Delimitation in Liolaemus Lizards of the Peruvian High Andean Plateau with a Description of a New Cryptic Species“.
Bildquelle: Facultad de Ciencias Biológicas, Universidad Nacional Mayor de San Marcos (UNMSM), 25.09.2026.