Das Freihandelsabkommen zwischen Peru und Hongkong tritt am 1. September 2026 in Kraft. Damit verbessert Peru den Zugang zu einem wichtigen Handels- und Finanzzentrum in Asien.
Beide Seiten haben die notwendigen internen Verfahren abgeschlossen. Das Abkommen wurde bereits am 15. November 2024 während des APEC-Gipfels in Lima unterzeichnet. Peru ratifizierte es im Juli 2026.
Neben dem Warenhandel umfasst die Vereinbarung Dienstleistungen, Investitionen, E-Commerce, geistiges Eigentum und wirtschaftliche Zusammenarbeit.
Freihandelsabkommen zwischen Peru und Hongkong startet am 1. September
Ab dem 1. September 2026 gelten die vereinbarten Handelsregeln. Besonders interessant sind die neuen Bedingungen für peruanische Exporteure.
Hongkong verpflichtet sich, Waren mit Ursprung in Peru dauerhaft zollfreien Zugang zu gewähren. Davon können vor allem Unternehmen profitieren, die bereits landwirtschaftliche Produkte nach Asien liefern.
Zu den wichtigen peruanischen Exporten nach Hongkong gehören Heidelbeeren, Weintrauben und Avocados. Daneben spielen traditionelle Exportprodukte wie Gold eine bedeutende Rolle.
Peru exportierte 2025 Waren für 237,8 Millionen US-Dollar
Die peruanischen Exporte nach Hongkong erreichten 2025 einen Wert von 237,8 Millionen US-Dollar. Rund 59,73 Prozent entfielen auf nichttraditionelle Exporte, während traditionelle Waren etwa 40,27 Prozent ausmachten.
Besonders stark vertreten war der Agrarsektor. Hongkong entwickelte sich dadurch zu einem wichtigen asiatischen Absatzmarkt für peruanische Lebensmittel.
Für Peru bietet das Abkommen die Möglichkeit, diese Handelsbeziehungen weiter auszubauen. Die vereinbarten Zollregeln schaffen dafür langfristig berechenbare Bedingungen.
Auch Waren aus Hongkong erhalten besseren Marktzugang
Peru importierte 2025 Waren im Wert von rund 28,6 Millionen US-Dollar aus Hongkong. Dazu gehörten unter anderem Erzeugnisse aus der Stahlindustrie, der chemischen Industrie und dem Maschinenbau.
Mit Inkrafttreten des Abkommens schafft Peru die Zölle für rund 98,3 Prozent seiner Zollpositionen für Waren mit Ursprung in Hongkong ab.
Bei etwa 91,3 Prozent der Zollpositionen erfolgt die Abschaffung unmittelbar. Weitere sieben Prozent werden schrittweise zollfrei. Für bestimmte landwirtschaftliche Produkte gelten besondere Regelungen.
Das Abkommen umfasst auch Dienstleistungen und digitale Geschäfte
Das Freihandelsabkommen zwischen Peru und Hongkong beschränkt sich nicht auf den Warenverkehr. Ein wesentlicher Bestandteil betrifft Dienstleistungen und digitale Geschäftsmodelle.
Dazu gehören unter anderem Informationstechnologie, Softwareentwicklung, audiovisuelle Angebote, Unternehmensberatung und weitere professionelle Dienstleistungen.
Für peruanische Unternehmen kann dies den Zugang zum asiatischen Markt erleichtern. Besonders kleinere Unternehmen könnten Dienstleistungen anbieten, ohne dafür zwangsläufig eine eigene Niederlassung in Hongkong aufbauen zu müssen.
Auch der elektronische Handel ist Bestandteil der Vereinbarung. Damit berücksichtigt das Abkommen Bereiche, deren wirtschaftliche Bedeutung seit Beginn der Verhandlungen deutlich gewachsen ist.
Hongkong verbindet Peru mit weiteren asiatischen Märkten
Hongkong zählt zu den bedeutenden Handels-, Finanz- und Logistikzentren Asiens. Für peruanische Unternehmen ist deshalb nicht allein der dortige Absatzmarkt interessant.
Der Standort kann auch als Verbindung zu weiteren Märkten im asiatisch-pazifischen Wirtschaftsraum dienen. Peru baut damit sein bereits umfangreiches Netz internationaler Handelsvereinbarungen weiter aus.
Umgekehrt erhalten Unternehmen aus Hongkong bessere Voraussetzungen für Geschäfte in Peru. Für sie kann der peruanische Markt zugleich einen Zugang zu weiteren Ländern Lateinamerikas bieten.
Das Abkommen mit Peru ist erst das zweite Freihandelsabkommen Hongkongs mit einem lateinamerikanischen Partner.
Investitionen zwischen Peru und Hongkong sollen erleichtert werden
Auch Investitionen sind Bestandteil der engeren wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Beide Seiten haben zusätzlich die Verhandlungen über ein separates Abkommen zur Förderung und zum Schutz von Investitionen abgeschlossen.
Dieses soll Unternehmen mehr Rechtssicherheit bei zukünftigen Investitionen bieten. Die Unterzeichnung erfolgt nach Abschluss der dafür notwendigen internen Verfahren.
Damit ergänzen sich Handels- und Investitionspolitik. Waren, Dienstleistungen und Kapital sollen zwischen beiden Märkten unter klareren Bedingungen ausgetauscht werden können.
Von den Verhandlungen bis zum Inkrafttreten
Die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen zwischen Peru und Hongkong begannen 2022. Im Mai 2024 wurde am Rande eines APEC-Ministertreffens der weitgehende Abschluss bekanntgegeben.
Am 15. November 2024 folgte die Unterzeichnung während des APEC-Gipfels in Lima. Die peruanische Regierung ratifizierte das Abkommen am 15. Juli 2026 mit dem Decreto Supremo Nº 030-2026-RE.
Nach Abschluss der Verfahren auf beiden Seiten wurde der 1. September 2026 als Termin für das Inkrafttreten festgelegt.
Was das Abkommen für Peru bedeutet
Für Peru ist das Abkommen ein weiterer Baustein seiner wirtschaftlichen Beziehungen zum asiatisch-pazifischen Raum. Besonders die Kombination aus Agrarprodukten, Dienstleistungen und digitalen Geschäftsmodellen erweitert die bisherigen Handelsmöglichkeiten.
Für Produzenten von Heidelbeeren, Weintrauben und Avocados verbessert sich die langfristige Planungssicherheit beim Zugang zum Markt in Hongkong. Dienstleistungsunternehmen erhalten gleichzeitig bessere Rahmenbedingungen für grenzüberschreitende Geschäfte.
Welche wirtschaftlichen Auswirkungen tatsächlich entstehen, wird sich allerdings erst nach dem Inkrafttreten zeigen. Das Abkommen schafft die Voraussetzungen für mehr Handel, garantiert jedoch keine automatische Steigerung der Exporte.
Für Peru ist der 1. September 2026 dennoch ein wichtiger Termin. Von diesem Tag an gelten erstmals die neuen Handelsregeln zwischen Peru und Hongkong.
Häufige Fragen zum Freihandelsabkommen Peru–Hongkong
Wann tritt das Freihandelsabkommen in Kraft?
Das Freihandelsabkommen zwischen Peru und Hongkong tritt am 1. September 2026 in Kraft. Beide Seiten haben die notwendigen internen Verfahren abgeschlossen.
Wann wurde das Abkommen unterzeichnet?
Die Unterzeichnung erfolgte am 15. November 2024 während des APEC-Gipfels in Lima. Peru ratifizierte das Abkommen im Juli 2026.
Welche Produkte exportiert Peru nach Hongkong?
Zu den bedeutenden Exportprodukten gehören Heidelbeeren, Weintrauben und Avocados. Auch traditionelle Exportprodukte wie Gold spielen im Handel eine wichtige Rolle.
Wie hoch waren Perus Exporte nach Hongkong?
Peru exportierte 2025 Waren im Wert von rund 237,8 Millionen US-Dollar nach Hongkong. Nichttraditionelle Produkte machten dabei den größeren Anteil aus.
Werden peruanische Waren in Hongkong zollfrei?
Hongkong gewährt Waren mit Ursprung in Peru im Rahmen des Abkommens dauerhaft zollfreien Zugang.
Betrifft das Abkommen ausschließlich Waren?
Nein. Die Vereinbarung umfasst auch Dienstleistungen, Investitionen, E-Commerce, geistiges Eigentum und wirtschaftliche Zusammenarbeit.
Entsteht dadurch eine direkte Flugverbindung?
Nein. Das Handelsabkommen enthält keine Ankündigung einer direkten Flugverbindung zwischen Peru und Hongkong.
Quellen
Diario Oficial El Peruano, Informationen zum Inkrafttreten des Freihandelsabkommens Peru–Hongkong, August 2026.
Hong Kong Special Administrative Region Government, Informationen zum Inkrafttreten des Abkommens am 1. September 2026.
Trade and Industry Department Hong Kong, Free Trade Agreement between Hong Kong, China and Peru.
Agencia Andina, Informationen zur Ratifizierung des Abkommens durch Peru, 15. Juli 2026.
Bildquelle: Commerce and Economic Development Bureau Hong Kong – Treffen zum Abschluss der Verhandlungen über das Freihandelsabkommen bei APEC Peru 2024.