Ein junger Buckelwal ist am Strand von Colán in der Region Piura gestrandet. Spezialisten des peruanischen Meeresinstituts IMARPE untersuchten das Tier und bestätigten, dass es sich um eine junge Buckelwal-Kalbe handelte. Der Kadaver war rund 5,20 Meter lang und befand sich bereits seit mehreren Tagen im Meer.
Der Fund ist nicht der erste dieser Art innerhalb weniger Tage an der Küste von Colán. Bereits zuvor war dort ein deutlich größerer Buckelwal gefunden worden. Die beiden Fälle lenken damit erneut die Aufmerksamkeit auf die Meeressäuger vor der Küste Nordperus.
Buckelwal bei Colán war etwa 5,20 Meter lang
Nach Angaben von IMARPE wurde das Tier am 21. August 2026 am Strand von Colán in der Provinz Paita registriert. Die Fachleute identifizierten es als Buckelwal der Art Megaptera novaeangliae. Aufgrund seiner Größe wurde das Tier als Kalb eingestuft.
Bei der Untersuchung nahmen die Spezialisten verschiedene Maße auf. Der Wal hatte eine Gesamtlänge von ungefähr 5,20 Metern. Die Brustflosse maß 1,62 Meter, während für die Schwanzflosse 1,65 Meter ermittelt wurden.
Der Zustand des Tieres zeigte, dass es nicht unmittelbar am Strand gestorben war. Nach Einschätzung von IMARPE lag der Tod bereits mehrere Tage zurück. Meeresströmungen dürften den Kadaver anschließend bis an die Küste von Colán transportiert haben.
Todesursache bislang nicht bekannt
Eine Ursache für den Tod des jungen Buckelwals wurde bislang nicht genannt. Allein aus dem Fundort lässt sich deshalb nicht ableiten, was dem Tier zugestoßen ist.
Bei einem früheren Fund in Colán war eine genauere Untersuchung ebenfalls nicht mehr möglich. IMARPE hatte dort am 18. August einen etwa zehn Meter langen Buckelwal untersucht. Der Kadaver befand sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium der Verwesung, weshalb keine Nekropsie durchgeführt werden konnte. Eine Todesursache ließ sich deshalb nicht feststellen.
Bei diesem vorherigen Tier fanden die Fachleute laut IMARPE keine äußeren Hinweise auf eine Verwicklung in Fischereigerät. Auch Anzeichen für einen Zusammenstoß mit einem Schiff wurden nicht festgestellt. Das bedeutet jedoch nicht, dass damit eine konkrete andere Todesursache nachgewiesen wurde.
Bereits der zweite Wal innerhalb kurzer Zeit
Der neue Fund fällt besonders auf, weil innerhalb kurzer Zeit mehrere tote Wale an diesem Küstenabschnitt gemeldet wurden. Beim vorherigen Tier handelte es sich um einen ungefähr zehn Meter langen Buckelwal. Der nun von IMARPE dokumentierte junge Wal war mit 5,20 Metern erheblich kleiner.
Die zeitliche Nähe der Fälle bedeutet allerdings nicht automatisch, dass beide Tiere aus derselben Ursache starben. Dafür liegen derzeit keine entsprechenden Untersuchungsergebnisse vor. Die Fälle zeigen vielmehr, wie wichtig die wissenschaftliche Erfassung gestrandeter Meeressäuger ist.
Größe, Art, Zustand und mögliche Verletzungen liefern den Fachleuten wichtige Informationen. Diese Daten helfen bei der Beobachtung der Tiere, die sich saisonal vor der peruanischen Küste aufhalten.
Warum gibt es Buckelwale vor Piura?
Buckelwale gehören zu den regelmäßigen Besuchern der Küste Nordperus. Die Tiere unternehmen jedes Jahr lange Wanderungen zwischen ihren Nahrungs- und Fortpflanzungsgebieten.
Während des südamerikanischen Winters ziehen Buckelwale aus kälteren Gewässern in wärmere tropische Regionen. Vor Nordperu und Ecuador finden sie Bedingungen für Paarung und Geburt ihrer Jungen. Deshalb lassen sich die Tiere während der Saison besonders vor der Küste von Piura und Tumbes beobachten.
Die Saison reicht ungefähr von Mai bis November. In dieser Zeit steigt die Wahrscheinlichkeit für Sichtungen deutlich. Gleichzeitig können auch tote oder geschwächte Tiere an die Küste gelangen.
Für Nordperu haben die Buckelwale inzwischen auch touristische Bedeutung. Von verschiedenen Küstenorten werden während der Saison Ausfahrten zur Walbeobachtung angeboten.
Colán liegt direkt an der Küste von Paita
Colán gehört zur Provinz Paita und liegt an der Pazifikküste der Region Piura. Der Badeort ist besonders bei Besuchern aus Piura und anderen Teilen Nordperus bekannt.
Die lange Küstenlinie sorgt zugleich dafür, dass Veränderungen des Meeres dort unmittelbar wahrgenommen werden. Mitte August hatten ungewöhnlich starke Wellen und hohe Gezeiten Teile von Colán überschwemmt. Wasser drang in mehrere Straßen und Zugangsbereiche ein.
Ob diese Bedingungen einen Zusammenhang mit dem Transport des jungen Walkadavers an den Strand haben, wurde von IMARPE nicht festgestellt. Die Fachleute gehen lediglich davon aus, dass Meeresströmungen das bereits tote Tier nach Colán gebracht haben.
Meer vor Paita derzeit ungewöhnlich warm
Interessant ist auch die aktuelle Entwicklung der Meerestemperaturen. IMARPE meldete am 20. August eine anhaltende Erwärmung entlang der peruanischen Küste. Besonders deutlich war die Abweichung vor Paita.
Dort lag die gemessene Temperaturanomalie bei plus 5,99 Grad Celsius gegenüber dem jeweiligen Vergleichswert. Auch vor Callao und Paracas wurden starke positive Abweichungen registriert.
Ein direkter Zusammenhang zwischen dieser Erwärmung und dem Tod des jungen Buckelwals ist damit allerdings nicht belegt. Die beiden Informationen sollten deshalb getrennt betrachtet werden.
Für die Beobachtung des Meeres vor Piura sind die ungewöhnlich hohen Temperaturen dennoch von Bedeutung. Veränderungen der Wassertemperatur können Auswirkungen auf Meeresströmungen, Nahrungsangebote und verschiedene Arten haben.
Was tun bei einem gestrandeten Wal?
Wer einen gestrandeten Wal oder einen anderen großen Meeressäuger findet, sollte Abstand halten. Das gilt auch dann, wenn das Tier offensichtlich bereits tot ist. Die Tiere sollten nicht berührt oder eigenständig bewegt werden.
Bei toten Meeressäugern können zusätzlich gesundheitliche Risiken durch den fortschreitenden Verwesungsprozess entstehen. Funde sollten deshalb den zuständigen Behörden gemeldet werden.
Für die Fachleute sind solche Meldungen wichtig. Die wissenschaftliche Dokumentation hilft dabei, Veränderungen bei Meeressäugern vor der peruanischen Küste zu erfassen und mögliche Häufungen von Strandungen zu untersuchen.
Zwei Walstrandungen rücken Colán in den Blick
Der aktuelle Fund betrifft eine nur etwa 5,20 Meter lange Buckelwal-Kalbe. Nach Einschätzung von IMARPE war das Tier bereits mehrere Tage tot, bevor die Strömung es an den Strand von Colán brachte. Eine Todesursache wurde bislang nicht bekanntgegeben.
Besondere Aufmerksamkeit erhält der Fall durch den vorherigen Fund eines rund zehn Meter langen Buckelwals am gleichen Küstenabschnitt. Ob zwischen beiden Strandungen ein Zusammenhang besteht, ist nicht nachgewiesen.
Die beiden Fälle werden damit zunächst getrennt betrachtet. Für IMARPE liefern sie weitere Daten über die Buckelwale, die während ihrer jährlichen Wanderung die Gewässer vor Nordperu erreichen.
Häufige Fragen zum Buckelwal in Colán
Wo wurde der Buckelwal gefunden?
Der junge Buckelwal wurde am Strand von Colán in der Provinz Paita gefunden. Paita gehört zur Region Piura im Norden Perus.
Wie groß war der gestrandete Wal?
Nach Angaben von IMARPE war das Tier ungefähr 5,20 Meter lang. Die Fachleute stuften den Buckelwal als Kalb ein.
Wann wurde das Tier gefunden?
IMARPE registrierte den gestrandeten Buckelwal am 21. August 2026. Die Behörde informierte am 24. August über den Fall.
War der Buckelwal noch am Leben?
Nein. Nach Einschätzung der Fachleute war das Tier bereits seit mehreren Tagen tot. Wahrscheinlich wurde der Kadaver durch Meeresströmungen an den Strand transportiert.
Ist die Todesursache bekannt?
Nein. Für das junge Tier wurde bislang keine Todesursache bekanntgegeben.
War dies die erste Walstrandung in Colán?
Nein. Wenige Tage zuvor wurde in Colán bereits ein etwa zehn Meter langer Buckelwal gefunden. Wegen der fortgeschrittenen Verwesung konnte dessen Todesursache ebenfalls nicht festgestellt werden.
Wann kann man Buckelwale vor Nordperu beobachten?
Buckelwale halten sich saisonal vor der Küste Nordperus auf. Die Beobachtungssaison liegt ungefähr zwischen Mai und November.
Quellen
Agencia Andina, Bericht über den jungen Buckelwal in Colán, 24. August 2026.
Instituto del Mar del Perú, Informationen zu den Walstrandungen in Colán.
IMARPE, Boletín Diario Oceanográfico, 20. August 2026.