Cusco Alto Andino erweitert das touristische Angebot der Region Cusco um 46 Ziele in den Provinzen Acomayo und Canas. Die neue Initiative richtet den Blick auf Hochlandregionen, die bislang deutlich weniger internationale Besucher erreichen als Machu Picchu, das Heilige Tal oder die Stadt Cusco.
PROMPERÚ stellte das neue touristische Angebot gemeinsam mit regionalen Akteuren vor. Neben bekannten Orten wie Waqrapukara und der Q’eswachaka-Brücke gehören Landschaften, Lagunen, archäologische Stätten und Gemeinden zum neuen Verbund. Für Reisende entsteht damit eine interessante Möglichkeit, mehrere weniger bekannte Teile der Region miteinander zu verbinden.
Zwei Provinzen rücken stärker in den Mittelpunkt
Acomayo und Canas liegen südöstlich beziehungsweise südlich der Stadt Cusco. Beide Provinzen gehören zum andinen Hochland und verfügen über zahlreiche natürliche und kulturelle Sehenswürdigkeiten. Mit Cusco Alto Andino sollen insgesamt 46 dieser Ziele besser in das touristische Angebot der Region eingebunden werden. Gleichzeitig geht es darum, Reisen innerhalb Cuscos breiter zu verteilen.
Davon sollen insbesondere lokale Anbieter profitieren. Dazu zählen Unterkünfte, Restaurants, Transportunternehmen, Kunsthandwerker und Anbieter gemeinschaftsbasierter touristischer Angebote. Das Konzept verbindet damit klassische Sehenswürdigkeiten mit Naturerlebnissen und dem Alltag der Hochlandgemeinden.
Waqrapukara gehört zu den bekanntesten Zielen
Zu den wichtigsten Orten von Cusco Alto Andino zählt Waqrapukara. Die archäologische Anlage liegt spektakulär über dem Apurímac-Canyon. Ihre ungewöhnliche Form macht sie bereits seit einigen Jahren zu einem zunehmend bekannten Ausflugsziel. Dennoch ist der Besucherandrang wesentlich geringer als an vielen klassischen Sehenswürdigkeiten rund um Cusco.
Waqrapukara liegt auf ungefähr 4.100 Metern Höhe. Die Anreise erfolgt über Landstraßen und anschließend über einen Fußweg. Gerade diese Lage macht eine gute Vorbereitung wichtig. Reisende sollten die Höhe nicht unterschätzen und ausreichend Zeit für die Akklimatisierung einplanen.
Q’eswachaka: Die berühmte Brücke der Inka-Tradition
Ein weiterer zentraler Bestandteil ist Q’eswachaka in der Provinz Canas. Die Hängebrücke über den Río Apurímac wird aus pflanzlichen Fasern gefertigt. Besonders bemerkenswert ist die bis heute erhaltene Tradition ihrer regelmäßigen Erneuerung.
Gemeinden der Umgebung stellen dafür gemeinsam die benötigten Seile her und errichten die Brücke nach überlieferten Techniken neu. Q’eswachaka steht deshalb nicht allein für historische Baukunst. Die Brücke zeigt gleichzeitig, wie Wissen und gemeinschaftliche Traditionen aus vorspanischer Zeit bis heute weitergegeben werden. Damit unterscheidet sich der Ort deutlich von einer klassischen archäologischen Anlage.
Pallay Punchu verbindet Hochland und außergewöhnliche Landschaften
Auch Pallay Punchu gehört zu den landschaftlichen Höhepunkten des neuen Angebots. Die farbigen Bergformationen liegen in der Provinz Canas nahe Layo. Ihre Linien und unterschiedlichen Farbtöne erinnern an traditionelle andine Textilien.
Pallay Punchu wurde erst in den vergangenen Jahren international bekannter. Im Vergleich zum berühmten Vinicunca, dem Regenbogenberg, bleibt das Besucheraufkommen jedoch wesentlich geringer. Die große Höhe stellt auch hier besondere Anforderungen, denn Teile der Landschaft liegen deutlich über 4.000 Metern. Eine Reise sollte deshalb nicht unmittelbar nach der Ankunft in Cusco stattfinden.
Die Vier-Lagunen-Route in Acomayo
Mit der Ruta de las Cuatro Lagunas besitzt Acomayo eine weitere landschaftlich interessante Route. Sie verbindet die Lagunen Pomacanchi, Acopia, Asnaqocha und Pampamarca. Die Seen liegen eingebettet in die Hochlandlandschaft südlich von Cusco.
Die Route eignet sich besonders für Reisende, die mehrere Orte miteinander verbinden möchten. Aussichtspunkte, kleine Gemeinden und landwirtschaftlich geprägte Landschaften bestimmen große Teile der Strecke. Damit bietet die Region einen deutlichen Kontrast zum stark frequentierten touristischen Korridor zwischen Cusco, dem Heiligen Tal und Machu Picchu.
Der Apurímac-Canyon prägt einen Teil der Region
Mehrere Ziele von Cusco Alto Andino liegen im Umfeld des Apurímac-Canyons. Der Río Apurímac hat sich tief in die Anden eingeschnitten und prägt große Teile der Landschaft. Archäologische Anlagen, Aussichtspunkte und traditionelle Wege liegen teilweise hoch über dem Fluss.
Besonders eindrucksvoll wird diese Verbindung bei Waqrapukara und Q’eswachaka sichtbar. Die Entfernungen und Straßenverhältnisse machen Reisen allerdings zeitaufwendiger, als es ein Blick auf die Karte vermuten lässt.
Mehr als eine Alternative zu Machu Picchu
Cusco Alto Andino soll nicht mit Machu Picchu konkurrieren. Vielmehr erweitert die Initiative das touristische Spektrum der gesamten Region. Das ist wichtig, weil sich ein großer Teil des internationalen Tourismus bislang auf wenige Orte konzentriert.
Cusco selbst, das Heilige Tal, Ollantaytambo und Machu Picchu dominieren viele klassische Reiserouten. Andere Provinzen erhalten nur einen kleinen Teil dieser Besucher. Acomayo und Canas verfügen dagegen über Sehenswürdigkeiten, die sich deutlich von diesen etablierten Routen unterscheiden. Hier stehen Hochlandlandschaften, kleine Gemeinden, Wanderungen und lebendige Traditionen stärker im Vordergrund.
Was Reisende bei Cusco Alto Andino beachten sollten
Die Höhenlage ist einer der wichtigsten Punkte bei der Reiseplanung. Viele Ziele liegen auf ungefähr 4.000 Metern oder darüber. Eine ausreichende Akklimatisierung in Cusco oder einer vergleichbaren Höhenlage ist daher sinnvoll.
Hinzu kommen teilweise lange Fahrzeiten und Straßen, deren Zustand stark variieren kann. Nicht jede Sehenswürdigkeit lässt sich sinnvoll als kurzer Tagesausflug besuchen. Wer mehrere Ziele miteinander verbinden möchte, sollte deshalb zusätzliche Übernachtungen in der Region einplanen.
Auch die Jahreszeit spielt eine Rolle. Während der Regenzeit können Straßen und Wanderwege schwieriger befahrbar beziehungsweise begehbar sein. Die trockeneren Monate bieten häufig bessere Bedingungen für längere Touren durch das Hochland.
Neue Chancen für Acomayo und Canas
Die wirtschaftliche Bedeutung der Initiative reicht über Eintrittsgelder hinaus. Wenn Reisende länger in Acomayo oder Canas bleiben, entstehen zusätzliche Einnahmen für lokale Unterkünfte, Gastronomie, Transport und Reiseanbieter. Auch Kunsthandwerk und lokale Produkte können stärker vom Tourismus profitieren.
Gerade für kleinere Gemeinden ist entscheidend, dass Besucher nicht ausschließlich für wenige Stunden anreisen. Mehrtägige Routen können einen größeren Teil der touristischen Wertschöpfung in der jeweiligen Region halten. Cusco Alto Andino setzt deshalb auf die Verbindung mehrerer Reiseziele statt auf eine einzelne neue Attraktion.
Cusco wird als Reiseziel vielfältiger
Für Reisende verändert sich damit vor allem die Auswahl. Wer Cusco bereits kennt oder bewusst abseits der klassischen Route unterwegs sein möchte, erhält mit den 46 Zielen zusätzliche Möglichkeiten. Einige davon lassen sich miteinander kombinieren, während andere eine eigene Tages- oder Mehrtagestour erfordern.
Waqrapukara, Q’eswachaka, Pallay Punchu und die Vier-Lagunen-Route zeigen bereits, wie unterschiedlich das Hochland südlich von Cusco sein kann. Mit Cusco Alto Andino bekommen diese Orte nun einen gemeinsamen touristischen Rahmen.
Häufige Fragen zu Cusco Alto Andino
Was ist Cusco Alto Andino?
Cusco Alto Andino ist ein touristisches Angebot, das 46 Reiseziele in den Provinzen Acomayo und Canas innerhalb der Region Cusco zusammenführt.
Welche bekannten Sehenswürdigkeiten gehören dazu?
Zu den hervorgehobenen Zielen gehören Waqrapukara, Q’eswachaka, Pallay Punchu und die Vier-Lagunen-Route. Hinzu kommen weitere Landschaften und Sehenswürdigkeiten im Hochland der beiden Provinzen.
Kann man Cusco Alto Andino bereits besuchen?
Ja. Mehrere der enthaltenen Sehenswürdigkeiten sind bereits zugänglich und werden von Reiseveranstaltern angeboten. Bei abgelegenen Zielen sollten Reisende die aktuelle Erreichbarkeit vor der Abfahrt prüfen.
Wie hoch liegen die Reiseziele?
Viele Orte befinden sich im andinen Hochland auf ungefähr 4.000 Metern oder höher. Eine vorherige Akklimatisierung ist deshalb empfehlenswert.
Ist Cusco Alto Andino ein Ersatz für Machu Picchu?
Nein. Das Angebot ergänzt die bestehenden Reiserouten in der Region Cusco. Gleichzeitig sollen bislang weniger besuchte Provinzen stärker am Tourismus beteiligt werden.
Quellen
PROMPERÚ – Informationen zur Vorstellung von Cusco Alto Andino und den 46 touristischen Zielen in Acomayo und Canas.
Regionale und nationale Tourismusinformationen zu Waqrapukara, Q’eswachaka, Pallay Punchu und der Ruta de las Cuatro Lagunas.
Bildquelle: Wikimedia Commons – „LLaqtapukara.jpg“, Foto: Vani Pfuño, CC BY-SA 4.0.