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Erdarbeiten an der Huaca Los Sauces in Pimentel, Lambayeque

BAGGER-ALARM IN LAMBAYEQUE! 900 Quadratmeter an Huaca Los Sauces umgegraben

Ein Minilader, bis zu 1,5 Meter tiefe Eingriffe und rund 900 betroffene Quadratmeter: An der Huaca Los Sauces in Lambayeque sind erneut nicht genehmigte Erdarbeiten festgestellt worden.

Ein Minilader, tiefe Gräben und Baumaterial mitten in einer geschützten archäologischen Stätte: An der Huaca Los Sauces bei Pimentel sind rund 900 Quadratmeter Boden durch nicht genehmigte Arbeiten verändert worden. Einige Eingriffe reichen bis zu 1,5 Meter tief. Besonders brisant: Schon 2024 hatten die Behörden dort unerlaubte Arbeiten und Schäden an einer präkolumbischen Mauer dokumentiert.

Der Alarm kam von Anwohnern. Sie bemerkten ungewöhnliche Arbeiten auf dem archäologischen Gelände in der Region Lambayeque und informierten die Behörden. Mitarbeiter der Kulturbehörde rückten daraufhin gemeinsam mit Polizei und kommunalen Sicherheitskräften an. Vor Ort zeigte sich schnell, dass es nicht um einen kleinen Eingriff in den Boden ging.

900 QUADRATMETER BETROFFEN!

Nach Angaben der Behörden wurden auf einer Fläche von rund 900 Quadratmetern Erdarbeiten vorgenommen. Teile des Bodens waren ausgehoben oder eingeebnet worden. Dabei entstanden Bereiche mit einer Tiefe von bis zu 1,5 Metern. Offenbar wurde dabei nicht nur mit Schaufel und Spaten gearbeitet. Die Einsatzkräfte fanden einen Minilader auf dem Gelände. Die Maschine wurde im Zusammenhang mit den Ermittlungen beschlagnahmt.

Damit steht jetzt die Frage im Raum, was durch die massiven Erdbewegungen unter der Oberfläche möglicherweise beschädigt oder zerstört wurde.

MITTEN IM GELÄNDE LAG BAUMATERIAL

Noch auffälliger wurde die Situation bei der weiteren Kontrolle. Die Behörden dokumentierten nach den bisherigen Angaben Metallelemente zur Einfriedung, zwei neu installierte Stahlstützen, Zementsäcke, Sand, Steine und Wasserbehälter.

Welche Arbeiten dort genau geplant waren und wer dafür verantwortlich ist, müssen die zuständigen Behörden klären. Fest steht bislang: Für die festgestellten Eingriffe innerhalb des archäologischen Bereichs lag nach Angaben der Kulturbehörde keine entsprechende Genehmigung vor.

UND JETZT WIRD ES BRISANT

Huaca Los Sauces ist den Behörden nicht erst seit gestern bekannt. Bereits 2024 dokumentierte das peruanische Kulturministerium dort nicht genehmigte Grabungen, Planierungsarbeiten und weitere Eingriffe. Damals wurde sogar ein besonders schwerwiegender Schaden festgestellt: Ein Teil einer präkolumbischen Adobe-Mauer war zerstört worden.

Nach den offiziellen Unterlagen war die Mauer ungefähr 80 Zentimeter breit und drei Meter hoch. Ein Abschnitt von etwa vier Metern Länge war betroffen. Schon damals war also klar, dass diese archäologische Stätte erheblichen Gefahren durch menschliche Eingriffe ausgesetzt ist.

DER STAAT STELLTE DIE HUACA UNTER SCHUTZ

Als Reaktion auf die festgestellten Gefahren erließ das Kulturministerium im Juli 2024 eine vorläufige Schutzregelung für Huaca Los Sauces. Der Grund dafür waren ausdrücklich die menschlichen Eingriffe in das archäologische Gelände. Dieser Schutz ist inzwischen nicht einfach ausgelaufen. 2026 wurde die Regelung um weitere zwei Jahre verlängert.

Genau das macht den aktuellen Fall besonders bemerkenswert. Obwohl die Gefährdung seit mindestens 2024 offiziell dokumentiert ist und weiterhin eine Schutzregelung besteht, wurden nun erneut massive Erdbewegungen innerhalb des Geländes festgestellt.

WER GRÄBT HIER EINFACH WEITER?

Wer hat die Arbeiten veranlasst? Was sollte auf der Fläche entstehen? Wie lange wurde dort bereits gearbeitet? Und vor allem: Welche archäologischen Strukturen befanden sich möglicherweise in den inzwischen bewegten Bodenschichten? Zu diesen Punkten müssen die Ermittlungen Klarheit schaffen.

Fest steht dagegen bereits, dass die zuständigen Stellen nach dem Hinweis der Anwohner eingeschritten sind. Neben der Dirección Desconcentrada de Cultura de Lambayeque waren die Touristenpolizei, die Polizei von Pimentel und der kommunale Serenazgo beteiligt. Der Minilader wurde beschlagnahmt und die Veränderungen auf dem Gelände dokumentiert.

SCHON 2024 GAB ES INVASIONS-ALARM

Auch die Gemeinde Pimentel beschäftigte sich bereits vor zwei Jahren mit Huaca Los Sauces. Der Gemeinderat veranlasste damals eine Kontrolle des Geländes, nachdem der Verdacht auf eine mögliche Besetzung des archäologischen Bereichs aufgekommen war.

Damit ergibt sich ein wesentlich größeres Bild als bei einem einzelnen aktuellen Vorfall. 2024 werden unerlaubte Erdarbeiten festgestellt und eine präkolumbische Mauer wird teilweise zerstört. Die Behörden verhängen eine Schutzmaßnahme und die Gemeinde beschäftigt sich mit einer möglichen Besetzung des Geländes. 2026 wird der Schutz verlängert. Nun finden die Behörden dort erneut Erdarbeiten – diesmal auf ungefähr 900 Quadratmetern, teilweise 1,5 Meter tief und unter Einsatz eines Miniladers.

WARUM 1,5 METER TIEFE EIN PROBLEM SIND

Bei einer Huaca liegt der eigentliche Wert nicht nur in den Strukturen, die oberhalb des Bodens sichtbar sind. Unter der Oberfläche können sich Mauern, Keramik, Bestattungen, Gebäudereste und unterschiedliche historische Bodenschichten befinden. Wie wichtig solche Fundzusammenhänge sind, zeigt beispielsweise die Huaca Rajada–Sipán, wo die unberaubte Grabstätte des Herrn von Sipán grundlegende Erkenntnisse über die Moche-Kultur ermöglichte.

Wird archäologischer Boden mit schwerem Gerät abgetragen und vermischt, können solche Zusammenhänge unwiederbringlich verloren gehen. Erst eine genaue Untersuchung kann zeigen, was auf den betroffenen 900 Quadratmetern tatsächlich beschädigt wurde.

AUSGERECHNET IN LAMBAYEQUE

Der Fall ereignet sich in einer der archäologisch bedeutendsten Regionen Perus. Lambayeque und das benachbarte Gebiet um Chiclayo sind für ihre präkolumbische Vergangenheit bekannt. Kulturen wie Moche und Lambayeque beziehungsweise Sicán hinterließen Tempelanlagen, Gräber, monumentale Lehmbauten, Keramik und außergewöhnliche Metallarbeiten.

Wie vielfältig diese Geschichte ist, zeigen mehrere bedeutende Fundorte der Region. Die rund 4.500 Jahre alte Huaca Ventarrón dokumentiert eine wesentlich frühere Epoche, während die Pyramiden von Túcume eng mit der Lambayeque- beziehungsweise Sicán-Kultur verbunden sind.

Der berühmte Herrscher von Sipán wurde in Huaca Rajada–Sipán östlich von Chiclayo gefunden. Seine bedeutendsten Grabbeigaben befinden sich heute im Museo Tumbas Reales de Sipán in Lambayeque.

Doch nicht jede archäologische Stätte besitzt ein großes Museum, Wachpersonal und internationale Bekanntheit. Gerade kleinere Huacas können dadurch besonders gefährdet sein. Weitere archäologische Orte und historische Anlagen führt PeruMagazin in der Übersicht der Regionen, Orte und Sehenswürdigkeiten Perus.

DIE HARTEN ZAHLEN

Auf rund 900 Quadratmetern wurden nach bisherigen Angaben Veränderungen des Bodens festgestellt. Einzelne Eingriffe reichen bis zu 1,5 Meter tief. Ein auf dem Gelände vorgefundener Minilader wurde von den Behörden beschlagnahmt.

Bereits 2024 hatte das Kulturministerium unerlaubte Eingriffe und Schäden dokumentiert. Damals war unter anderem ein ungefähr vier Meter langer Abschnitt einer präkolumbischen Adobe-Mauer betroffen. Die 2024 verhängte vorläufige Schutzregelung wurde 2026 um weitere zwei Jahre verlängert.

JETZT MUSS GEKLÄRT WERDEN, WAS VERLOREN IST

Die Maschine ist gestoppt und die Arbeiten sind dokumentiert. Doch damit ist der entscheidende Punkt noch nicht beantwortet: Was befand sich vorher in diesen 900 Quadratmetern Boden?

Bei einem gewöhnlichen Grundstück lässt sich eine ausgehobene Fläche wieder auffüllen. Bei einer archäologischen Stätte funktioniert das nicht. Ist eine historische Schicht zerstört und ihr Zusammenhang verloren, lässt sie sich nicht einfach wiederherstellen.

Genau deshalb ist der aktuelle Fall an der Huaca Los Sauces mehr als eine Geschichte über unerlaubte Erdarbeiten. Es geht um einen Ort, bei dem die Behörden bereits vor zwei Jahren Schäden dokumentierten, der ausdrücklich unter Schutz gestellt wurde – und an dem nun erneut schweres Gerät im Boden gearbeitet hat.

Quellen:
Ministerio de Cultura del Perú – Dirección General de Patrimonio Arqueológico Inmueble
Resolución Directoral N.° 000104-2024-DGPA-VMPCIC/MC
Resolución Directoral N.° 000193-2026-DGPA-VMPCIC/MC
Municipalidad Distrital de Pimentel – Acuerdo de Concejo N.° 080-2024
Infobae Perú, 21. September 2026
Bildquelle: Ministerio de Cultura / DDC Lambayeque, veröffentlicht über Infobae Perú, 21. September 2026

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