Jetzt zählt jede Stimme! Am Sonntag wählt Piura seine neue politische Führung. Und kurz vor der Entscheidung liegen einige Kandidaten verdammt dicht beieinander. Bei der Regionalwahl trennen die beiden Erstplatzierten der jüngsten veröffentlichten Erhebung gerade einmal 1,5 Prozentpunkte. In Piura-Stadt sind es sogar nur 0,6 Punkte.
Neben Namen und Umfragewerten geht es um die Frage, was die Kandidaten mit Piura vorhaben. Krankenhäuser, Trinkwasser, Hochwasserschutz, Sicherheit und Infrastruktur gehören zu den großen Themen dieses Wahlkampfs.
Piura-Krimi: Hilbck gegen Paz
16 Kandidaten wollen Regionalgouverneur von Piura werden. In der jüngsten veröffentlichten Erhebung von Luna Consultores liegen zwei Namen vorne: Reynaldo Hilbck von Alianza para el Progreso mit 19,8 Prozent und Santiago Paz von Somos Perú mit 18,3 Prozent. Nur 1,5 Prozentpunkte trennen die beiden.
Dahinter folgen Memo La Torre von Podemos Perú mit 12,5 Prozent, Servando García von Fuerza Regional mit 9,9 Prozent und Pedro „Pepe“ Alama von Perú Primero mit 9,1 Prozent. Die Erhebung wurde vom 23. bis 25. September durchgeführt. 2.500 Menschen wurden in der Region Piura befragt, die angegebene Fehlermarge beträgt ±2 Prozentpunkte.
Der geringe Abstand zwischen Hilbck und Paz lässt deshalb keinen sicheren Schluss darüber zu, wer am Sonntag vorne liegen wird. Erreicht bei der Regionalwahl niemand mindestens 30 Prozent der gültigen Stimmen, kommt es zu einer zweiten Wahl zwischen den beiden Kandidaturen mit den meisten gültigen Stimmen.
Hilbck verspricht Krankenhäuser, Wasser und Schutz vor Fluten
Reynaldo Hilbck kennt den Regierungssitz bereits. Er war schon Regionalgouverneur von Piura und will zurück. Ganz oben auf seiner Liste steht das Hospital de Alta Complejidad.
Auch bei den seit Jahren problematischen Krankenhausprojekten in Los Algarrobos, Ayabaca, Huancabamba und Huarmaca will Hilbck handeln. Sein Versprechen ist bemerkenswert konkret: Innerhalb der ersten 100 Tage soll eine spezielle Verwaltungseinheit technische und rechtliche Probleme bearbeiten, Finanzierungen sichern und die weitere Umsetzung vorbereiten.
Wasser! Eines der großen Probleme Piuras
Auch bei der Wasserversorgung legt Hilbck konkrete Vorhaben auf den Tisch. Er nennt die Erweiterung der Anlagen Curumuy und El Arenal, eine zusätzliche Aufbereitungsanlage am Canal Biaggio Arbulú und weitere Brunnen für ländliche und schnell wachsende Randgebiete.
Dazu kommen der Schutz des Poechos-Systems und die Weiterentwicklung des Alto-Piura-Projekts. Für eine Region, in der Wasserversorgung und Wasserinfrastruktur seit Jahren für Ärger sorgen, sind das keine Nebensächlichkeiten.
Und was passiert beim nächsten El Niño?
Piura kennt die Folgen extremer Regenfälle nur zu gut: Wasser auf den Straßen, zerstörte Verkehrswege, überforderte Entwässerung und erhebliche Schäden. Hilbck will deshalb den Gesamtplan für den Río Piura vorantreiben und Maßnahmen gegen Hochwasser umsetzen.
Auch Entwässerungsprojekte für Piura, Castilla, Veintiséis de Octubre, Sullana, Talara und Paita gehören zu seinen angekündigten Vorhaben.
Piura-Stadt: Nur 0,6 Punkte!
Noch enger wird es bei der Wahl zum Provinzbürgermeister von Piura. Jorge Flores von APP erreicht in der Luna-Erhebung 19,7 Prozent. Miguel Cueva von Somos Perú kommt auf 19,1 Prozent. Der Unterschied beträgt gerade einmal 0,6 Prozentpunkte.
Dahinter folgen Pepe Morey von Perú Primero mit 12,8 Prozent, Walther Guerrero von Podemos Perú mit 8,9 Prozent und Kelly Morillas von Fuerza Regional mit 7,4 Prozent. Auffällig sind außerdem 18,4 Prozent weiß beziehungsweise ungültig in der Erhebung.
Bei einer angegebenen Fehlermarge von ±3 Prozentpunkten lässt sich aus dem geringen Abstand zwischen Flores und Cueva kein sicherer Wahlausgang ableiten.
Guerrero macht große Ansagen
Walther Guerrero liegt in dieser Erhebung zwar hinter Flores und Cueva. Seine Versprechen betreffen jedoch einige der größten Probleme der Stadt. Er will das Entwässerungsprojekt vorantreiben und Piura besser gegen ein mögliches El-Niño-Ereignis schützen.
Das Sanitärprojekt für 105 asentamientos humanos soll nach seinen Aussagen nicht zum Stillstand kommen. Auch Curumuy steht auf seiner Liste. Dazu verspricht Guerrero zusätzliche Überwachungskameras und mit „La autoridad escucha“ regelmäßige Gespräche zwischen Stadtverwaltung, Bürgern und Organisationen.
Sullana: Crisanto mit deutlichem Abstand in der Umfrage
In Sullana sieht die jüngste veröffentlichte Messung anders aus. Hildebrando Crisanto von APP erreicht 26,0 Prozent. Charlys Arévalo von Fuerza Regional kommt auf 12,9 Prozent, Julio Oliva von Somos Perú auf 12,6 Prozent und Paul Guerrero von Podemos Perú auf 11,7 Prozent.
Das ist in dieser Erhebung ein deutlich größerer Abstand als in Piura. Trotzdem gilt auch hier: Eine Umfrage beschreibt lediglich den Stand zum Zeitpunkt der Befragung und ist kein Wahlergebnis.
Oliva will den Canal Vía anpacken
Julio Oliva hat für Sullana mehrere konkrete Vorhaben genannt. Besonders auffällig ist sein Plan für den Canal Vía. Er spricht von Vertiefung und Überdachung. Außerdem nennt er Müllentsorgung, Straßen und Gehwege, bessere Beleuchtung, Schutz vor Überschwemmungen und mehr kommunale Sicherheit.
Beim Haushalt nennt Oliva ebenfalls eine konkrete Vorstellung: 70 Prozent für das Stadtgebiet und 30 Prozent für kleinere Siedlungen und ländliche Gebiete.
Talara: Jetzt wird es richtig eng
In Talara liegen drei Kandidaten in der veröffentlichten Erhebung relativ dicht zusammen. Fito Sánchez von APP erreicht 28,0 Prozent, Jorge Vilela von Podemos 26,0 Prozent und Harold Alemán von Somos Perú 20,5 Prozent. Zwischen Sánchez und Vilela liegen damit lediglich zwei Prozentpunkte.
Für Talara stehen Wasserversorgung, Straßen, Sicherheit, Energie, Fischerei und Tourismus auf der politischen Tagesordnung. Die Provinz ist dabei weit mehr als nur die Stadt Talara.
Mit Máncora, Los Órganos, Vichayito und Lobitos liegen einige der wichtigsten Reiseziele der Nordküste in diesem Gebiet. Entscheidungen über Wasser, Straßen und touristische Infrastruktur betreffen deshalb Einwohner, Unternehmen und Besucher gleichermaßen.
Paita: Atoche vorne – und ein großes Wasser-Versprechen
In Paita erreicht María Atoche von País para Todos 24,0 Prozent. Justo Juárez von Podemos Perú kommt auf 16,8 Prozent, Nixon Vera von APP auf 12,8 Prozent.
Atoche hat sich ein Thema vorgenommen, das für Paita von großer Bedeutung ist: Trinkwasser. Sie will die Anlage El Arenal erweitern und die Abhängigkeit von Tankwagen schrittweise reduzieren.
Auch das historische Paita soll profitieren. Atoche spricht von der Restaurierung historischer Gebäude, einer Aufwertung der Plaza de Armas und einer Wiederbelebung des Strandes El Toril als touristischem Standort.
Sechura: Montaño gegen Querevalú
Auch Sechura liefert enge Zahlen. Boris Montaño von APP erreicht 36,0 Prozent, Santos Querevalú von Podemos Perú kommt auf 32,4 Prozent. Henry Zavaleta folgt mit 15,2 Prozent.
Zwischen den beiden Erstplatzierten liegen in der Erhebung lediglich 3,6 Prozentpunkte. Auch hier handelt es sich ausschließlich um den Stand einer veröffentlichten Umfrage. Entscheidend ist das Ergebnis der Wahlbehörden.
Ayabaca: Castillo mit großem Abstand in der Messung
Ganz anders sehen die Zahlen in Ayabaca aus. Evaristo Castillo von Fuerza Regional erreicht 44,0 Prozent, Dayner Quinde von Podemos Perú kommt auf 22,0 Prozent.
Doch eine weitere Zahl fällt auf: 29 Prozent weiß beziehungsweise ungültig. Das ist ein erheblicher Anteil. Auch deshalb wäre es falsch, aus einer Umfrage bereits einen Wahlsieger abzuleiten.
Huancabamba: Rivera vor Huayama
In Huancabamba erreicht Abel Rivera von APP 36,0 Prozent, Alfonso Huayama von Podemos Perú kommt auf 28,0 Prozent. Auch dort gibt es einen auffällig hohen Wert für weiß beziehungsweise ungültig: 22 Prozent.
Der Abstand zwischen den Kandidaten ist damit größer als beispielsweise in Talara oder Piura. Der hohe Anteil weißer beziehungsweise ungültiger Stimmen zeigt allerdings, dass die Erhebung auch hier nicht einfach mit dem späteren Wahlergebnis gleichgesetzt werden kann.
Morropón: Vier Kandidaten dicht zusammen
In Morropón verteilt sich die Unterstützung besonders stark. Nelson Mio von Somos Perú erreicht 19,5 Prozent, Hernán Pasapera von Renovación Popular 15,5 Prozent, Manuel Cueva von Podemos 14,5 Prozent und Richard Baca von APP 12,5 Prozent.
Zwischen dem ersten und vierten Platz liegen in dieser Messung lediglich sieben Prozentpunkte. Dazu kommen 19 Prozent weiß beziehungsweise ungültig. Morropón gehört damit zu den Provinzen, in denen die veröffentlichte Erhebung ein besonders fragmentiertes Feld zeigt.
Castilla: Gleichstand!
Auch Castilla verdient einen Blick. Eine frühere Luna-Erhebung sah Claudio Vallejo von Perú Primero und Marlon Jiménez von Podemos Perú mit jeweils 17 Prozent gleichauf. Direkt dahinter lag Joselino López von Somos Perú mit 16 Prozent.
Violeta Ruesta von APP erreichte 13 Prozent, José Sarduón von Fuerza Regional 12 Prozent. Damit lagen fünf Kandidaturen vergleichsweise dicht zusammen.
Das sind die großen Wahlversprechen
Krankenhäuser, Wasser, Entwässerung, Straßen und Sicherheit ziehen sich durch den Wahlkampf. Hilbck nennt unter anderem das Hospital de Alta Complejidad, die vier festgefahrenen Krankenhausprojekte, Alto Piura, Poechos, Curumuy, El Arenal, zusätzliche Brunnen sowie Hochwasserschutz und Entwässerung.
Guerrero verspricht Entwässerung, das Sanitärprojekt für 105 Siedlungen, Curumuy, zusätzliche Überwachungskameras und regelmäßige Bürgergespräche. Oliva nennt den Canal Vía, Müllentsorgung, Straßen, Beleuchtung, Hochwasserschutz und Sicherheit.
Atoche setzt unter anderem auf den Ausbau von El Arenal, eine bessere Trinkwasserversorgung, weniger Tankwagen und die Aufwertung des historischen Paita. Es sind konkrete Aussagen aus dem Wahlkampf, an die sich Bürger auch nach dem 4. Oktober erinnern können.
Am Sonntag zählt nur das Wahlergebnis
Die Umfragen zeigen sehr unterschiedliche Ausgangslagen. Bei der Regionalregierung sowie in Piura, Talara und Sechura liegen Kandidaten in den veröffentlichten Erhebungen vergleichsweise dicht zusammen. In anderen Provinzen sind die gemessenen Abstände größer.
Doch keine dieser Zahlen entscheidet die Wahl. Am Sonntag zählen ausschließlich die tatsächlich abgegebenen Stimmen und anschließend die offiziellen Ergebnisse der peruanischen Wahlbehörden.
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Luna Consultores, veröffentlichte Wahlumfragen für Piura und seine Provinzen, September 2026, Registro Electoral 511-REE/JNE.
Noticias Piura 3.0, Berichterstattung zu den Wahlumfragen für Regionalregierung, Provinz Piura und weitere Provinzen, September 2026.
El Regional de Piura, Interviews und Berichterstattung zu Kandidaten und Wahlversprechen, September und Oktober 2026.
Convoca, Auswertung von Regierungsprogrammen zu den Regional- und Kommunalwahlen 2026.
Öffentliche Programm- und Wahlkampfangaben der genannten Kandidaten, Wahlperiode 2027–2030.
Hero-Bild: Plaza de Armas de Piura, Aufnahme von Edward Josué Quevedo Macalupú, Wikimedia Commons, eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, 4. Februar 2019. Für PeruMagazin als optimierte 1280-Pixel-Version verwendet.