Piura hat gewählt – aber einen Sieger gibt es noch nicht! Die Regionalwahl im Norden Perus entwickelt sich zum Polit-Krimi. Nach den ersten Ergebnissen der Nachwahlbefragung liegt Reynaldo Hilbck von Alianza para el Progreso vorn. Doch zum Durchmarsch reicht es nicht. Direkt hinter ihm liegt Santiago Paz von Somos Perú. Zwischen diesen beiden Kandidaten könnte sich entscheiden, wer Piura künftig regiert.
Hilbck vorn – aber nicht weit genug!
Die ersten Zahlen sorgen für Spannung. Nach der am Sonntag, 4. Oktober 2026, veröffentlichten Nachwahlbefragung von Datum erreicht Reynaldo Hilbck 24,7 Prozent. Auf Platz zwei folgt Santiago Paz mit 20,2 Prozent. Dahinter liegen Roddy La Torre von Podemos Perú mit 15,8 Prozent und Servando García von Fuerza Regional mit 10,1 Prozent.
- Reynaldo Hilbck – Alianza para el Progreso: 24,7 %
- Santiago Paz – Somos Perú: 20,2 %
- Roddy La Torre – Podemos Perú: 15,8 %
- Servando García – Fuerza Regional: 10,1 %
- Weitere Kandidaten zusammen: 29,2 %
Doch bei diesen Zahlen ist Vorsicht angesagt. Es handelt sich um Ergebnisse einer Nachwahlbefragung, nicht um das endgültige amtliche Wahlergebnis. Entscheidend ist die laufende Auszählung der ONPE. Bereits vor dem Wahltag berichtete PeruMagazin über Kandidaten, Umfragen und Wahlversprechen in Piura.
Die magische 30-Prozent-Marke
Für Hilbck gibt es trotz Platz eins ein Problem: Bei einer Regionalwahl in Peru reicht eine einfache Führung im ersten Wahlgang nicht automatisch zum Sieg. Ein Kandidat benötigt mindestens 30 Prozent der gültigen Stimmen, um die Regionalregierung direkt zu übernehmen.
Davon ist Hilbck nach den ersten Zahlen ein gutes Stück entfernt. Bestätigt sich dieses Ergebnis bei der offiziellen Auszählung und erreicht kein Kandidat die notwendige Marke, muss Piura ein zweites Mal wählen.
Alles läuft auf Hilbck gegen Paz hinaus
Bestätigt die offizielle Auszählung das derzeitige Bild, kommt es zur Stichwahl. Der vorgesehene Termin ist der 29. November 2026. Dann könnten sich Reynaldo Hilbck und Santiago Paz direkt gegenüberstehen.
Aus dem großen Kandidatenfeld würde damit ein Zweikampf um die Regionalregierung. Und plötzlich werden die Stimmen der ausgeschiedenen Kandidaten besonders wichtig. Hilbck und Paz müssen versuchen, diejenigen Wähler für sich zu gewinnen, die im ersten Wahlgang noch für einen anderen Bewerber gestimmt haben.
Mehr als die Hälfte wählte andere Kandidaten
Genau hier beginnt die nächste Runde des Wahlkampfs. Hilbck und Paz kommen nach der Nachwahlbefragung zusammen auf 44,9 Prozent. Mehr als die Hälfte der Stimmen entfällt damit bislang auf andere Kandidaten.
Diese Wähler könnten bei einer Stichwahl den Ausschlag geben. Besonders interessant wird sein, wohin sich die Anhänger von Roddy La Torre und Servando García orientieren. Auch die Stimmen der kleineren politischen Gruppen könnten plötzlich erhebliches Gewicht bekommen.
Hilbck will zurück!
Reynaldo Hilbck kennt die Machtzentrale der Region bereits. Er war schon Regionalgouverneur von Piura und versucht nun die politische Rückkehr. Der erste Platz bei der Nachwahlbefragung bringt ihn diesem Ziel näher, entschieden ist damit jedoch noch nichts.
Sein Vorsprung vor Santiago Paz beträgt nach den veröffentlichten Zahlen lediglich 4,5 Prozentpunkte. Sollte es zur Stichwahl kommen, beginnt ein neues Rennen, bei dem das Ergebnis des ersten Wahlgangs keine Garantie für den späteren Sieg bietet.
Santiago Paz bleibt dran
Auch für Santiago Paz ist der Wahlabend deshalb keineswegs das Ende. Mit 20,2 Prozent liegt der Kandidat von Somos Perú auf dem zweiten Platz und damit nach aktuellem Stand auf Stichwahlkurs.
Seine große Chance sind die vielen Stimmen der ausgeschiedenen Kandidaten. Gelingt es Paz, einen erheblichen Teil dieser Wähler hinter sich zu bringen, könnte die zweite Runde völlig offen werden. Piura steht damit möglicherweise vor mehreren weiteren Wochen intensiven Wahlkampfs.
Auch in der Stadt Piura wird es spannend
Nicht nur über die Regionalregierung wurde abgestimmt. Auch bei der Wahl zum Provinzbürgermeister von Piura gibt es erste Zahlen. Nach der Nachwahlbefragung von Datum liegt Miguel Cueva von Somos Perú mit 24,1 Prozent vorn. Jorge Flores folgt mit 19 Prozent, José Morey kommt auf 15,5 Prozent.
Auch diese Werte sind noch kein amtliches Endergebnis. Für die endgültige Bewertung der Wahl sind die offiziellen Ergebnisse der ONPE entscheidend.
Bei dieser Wahl geht es um richtig viel
Wer das Departamento Piura regiert, übernimmt eine der wichtigsten Regionen Nordperus. Wasserversorgung, Straßen, Krankenhäuser, Landwirtschaft, Arbeitsplätze und öffentliche Sicherheit gehören zu den Themen, die Millionen Menschen unmittelbar betreffen.
Dazu kommt ein Problem, das Piura nur zu gut kennt: extremes Wetter. Starkregen und mögliche El-Niño-Ereignisse können innerhalb kurzer Zeit Straßen, Häuser und landwirtschaftliche Flächen bedrohen. PeruMagazin berichtete bereits über die Vorbereitungen Piuras auf El Niño und die außergewöhnlichen Temperaturen durch El Niño.
Piura ist ein Schwergewicht im Norden
Auch wirtschaftlich geht es um viel. Landwirtschaft, Fischerei, Handel, Energie und Tourismus spielen in Piura eine bedeutende Rolle. Von der Hafenstadt Paita über die Küstengebiete bis ins Hinterland hängen zahlreiche Projekte und Investitionen von Entscheidungen der Regionalregierung ab.
Wer die Wahl gewinnt, bekommt deshalb nicht einfach einen politischen Titel. Die nächste Regionalregierung muss zeigen, wie sie Piura wirtschaftlich voranbringen, die Infrastruktur verbessern und die Region besser gegen Wetterextreme schützen will.
Jetzt schaut alles auf die ONPE
Der Wahlabend hat ein erstes Bild geliefert, aber noch keine endgültige Entscheidung. Jetzt werden die Wahlakten ausgezählt und die offiziellen Ergebnisse veröffentlicht. Erst dann steht fest, wer tatsächlich vorne liegt und ob Piura am 29. November 2026 erneut an die Urnen muss.
Sollten Hilbck und Paz ihre ersten beiden Plätze behalten und keiner die erforderlichen 30 Prozent erreichen, steht Piura vor einem direkten Duell um die Regionalregierung. Dann werden die Karten neu gemischt – und die Stimmen derjenigen, die im ersten Wahlgang andere Kandidaten gewählt haben, könnten die Entscheidung bringen.
PeruMagazin bleibt an der Auszählung und der politischen Entwicklung in Piura dran.
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WhatsApp-Kanal öffnenAgencia Andina, 4. Oktober 2026 – Regionalwahl Piura und mögliche Stichwahl.
Oficina Nacional de Procesos Electorales (ONPE) – Elecciones Regionales y Municipales 2026, amtliche Auszählung.
Jurado Nacional de Elecciones (JNE) – Regeln und Zeitplan der Regionalwahlen 2026.
El Comercio / Datum, 4. Oktober 2026 – Nachwahlbefragung Piura.
Bildquelle Hero: ONPE Oficial / Flickr, Wahllokal in Sullana, Piura, 11. April 2021; über Wikimedia Commons, Public Domain. Symbolbild.