Der Camino Inca nach Machu Picchu ist wieder geöffnet. Nach starken Regenfällen, Erdrutschen und Schäden an mehreren Abschnitten können Wanderer die Routen 1, 2 und 3 wieder nutzen. Seit dem 5. September 2026 sind dort wieder Besucher unterwegs.
Die vorübergehende Schließung war nach starken Niederschlägen am 17. und 18. August notwendig geworden. In den folgenden Wochen wurden Wege, Mauern, Entwässerungsanlagen und Rastplätze kontrolliert und instand gesetzt.
Mehr als 400 Menschen zum Neustart unterwegs
Zum Neustart machten sich 25 organisierte Gruppen auf den Weg. Darunter waren 136 ausländische Touristen und drei ausländische Kinder. Begleitet wurden sie von 25 offiziellen Guides und 240 Mitarbeitern, darunter zahlreiche Träger. Die internationalen Besucher kamen unter anderem aus den USA, Frankreich, Japan, Brasilien, Kanada, Spanien, Kolumbien, Australien, Mexiko und Deutschland. Hinzu kamen peruanische Wanderer.
Ausgangspunkt war Piscacucho im Distrikt Ollantaytambo. Der Ort liegt am Kilometer 82 der Bahnstrecke und ist einer der klassischen Ausgangspunkte für die mehrtägige Wanderung nach Machu Picchu.
Starkregen beschädigte mehrere Abschnitte
Auslöser der Sperrung waren ungewöhnlich starke Niederschläge im August. Die Wassermassen lösten Erdrutsche aus und beschädigten Teile der Routen 1, 2 und 3 im Santuario Histórico de Machupicchu. Das peruanische Kulturministerium und die Naturschutzbehörde Sernanp ließen die betroffenen Bereiche untersuchen. Vor einer Wiedereröffnung mussten Wege und weitere Infrastruktur gesichert werden.
Die Arbeiten betrafen unter anderem Stützmauern, Wegplattformen und Anlagen zur Wasserableitung. Am Bach Llulluchapampa wurde abgelagertes Material entfernt. In den Bereichen Unkawayqo und Falsopaso mussten außerdem lockere Felsen gesichert beziehungsweise entfernt werden. Auch Campingbereiche in Llulluchapampa und Paqaymayo Alto waren von den Arbeiten betroffen.
Warmiwañusqa bleibt die größte Herausforderung
Ein wichtiger Abschnitt der klassischen Route führt über Warmiwañusqa. Der Pass liegt auf rund 4.200 Metern Höhe und ist der höchste Punkt der mehrtägigen Wanderung. Für Wanderer ist der lange Aufstieg eine der körperlich anspruchsvollsten Etappen.
Anschließend führt der Weg wieder in niedrigere und zunehmend feuchtere Regionen der Anden. Die unterschiedlichen Höhenlagen gehören zu den Besonderheiten des Camino Inca. Trockene Täler, Hochgebirgslandschaften und feuchte Bergwälder liegen entlang derselben Route.
Der Camino Inca ist Teil des Qhapaq Ñan
Der Camino Inca ist nicht nur eine Trekkingroute nach Machu Picchu. Er gehört zum historischen Wegenetz der Anden, das heute unter dem Namen Qhapaq Ñan bekannt ist. Während der Inkazeit verband dieses Straßensystem unterschiedliche Regionen des Reiches. Über die Wege bewegten sich Boten, Beamte, Soldaten und Waren.
Das gesamte Netz erstreckte sich über Tausende Kilometer durch mehrere heutige südamerikanische Staaten. Teile des Qhapaq Ñan gehören seit 2014 zum UNESCO-Welterbe.
Mehrere Inka-Stätten liegen direkt am Weg
Auf der klassischen Route passieren Wanderer mehrere archäologische Anlagen. Dazu gehören Runkurakay, Sayacmarca, Phuyupatamarca und Wiñay Wayna. Besonders eindrucksvoll ist Wiñay Wayna kurz vor Machu Picchu. Terrassen ziehen sich dort über einen steilen Berghang. Zur Anlage gehören außerdem Gebäude und Wasserkanäle.
Machu Picchu erreichen Wanderer schließlich über Intipunku, das Sonnentor. Von dort öffnet sich der bekannte Blick auf die Inkastadt und die umliegenden Berge.
Besucherzahl ist begrenzt
Der Zugang zum Camino Inca ist reguliert. Auf der klassischen Route dürfen täglich insgesamt bis zu 500 Personen unterwegs sein. In dieser Zahl sind allerdings nicht nur Touristen enthalten. Auch Guides, Köche, Träger und weiteres Begleitpersonal werden mitgerechnet. Die tatsächlich verfügbaren Plätze für Wanderer liegen deshalb deutlich unter 500.
Besonders während der Hauptreisezeit sollten Plätze frühzeitig reserviert werden. Der klassische Camino Inca kann nicht spontan ohne entsprechende Genehmigung begangen werden.
Im Februar bleibt der Camino Inca geschlossen
Unabhängig von wetterbedingten Sperrungen gibt es jedes Jahr eine planmäßige Schließung. Im Februar bleibt der Camino Inca für Wartungs- und Konservierungsarbeiten geschlossen. Die Sperrung im August 2026 war dagegen eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme aufgrund der starken Regenfälle und der entstandenen Schäden.
Route 5 blieb als Alternative geöffnet
Während der Arbeiten an den Routen 1, 2 und 3 stand Route 5 weiterhin als Alternative zur Verfügung. Sie führt von Chachabamba in Richtung Wiñay Wayna. Der Zugang erfolgt über die Kilometer 104 beziehungsweise 106 der Bahnstrecke.
Route 5 war bereits Anfang August nach Konservierungsarbeiten wieder geöffnet worden. Für Reisende, die von der vorübergehenden Sperrung der anderen Strecken betroffen waren, bestanden Möglichkeiten zur Umbuchung.
Wetterlage wird weiter überwacht
Auch nach der Wiedereröffnung kontrollieren die Dirección Desconcentrada de Cultura de Cusco und Sernanp die Wetterbedingungen und den Zustand der Wege. Starker Regen kann in der steilen Landschaft kurzfristig Erdrutsche und sogenannte Huaicos auslösen. Reisende sollten deshalb vor Beginn der Wanderung die aktuellen Hinweise der Behörden und ihres Veranstalters prüfen.
Der historische Weg nach Machu Picchu ist wieder frei
Mit der Wiedereröffnung können Wanderer Machu Picchu wieder über die klassischen Routen des Camino Inca erreichen. Gleichzeitig zeigen die Reparaturen, wie aufwendig der Erhalt des historischen Wegenetzes ist.
Wer den Camino Inca begeht, passiert unterschiedliche Landschaften der Anden sowie bedeutende archäologische Anlagen. Runkurakay, Sayacmarca, Phuyupatamarca, Wiñay Wayna und Intipunku machen die Route selbst zu einem wichtigen Teil der Reise nach Machu Picchu.
Häufige Fragen zum Camino Inca
Ist der Camino Inca nach Machu Picchu wieder geöffnet?
Ja. Die von den Augustregen betroffenen Routen 1, 2 und 3 sind seit dem 5. September 2026 wieder für Besucher geöffnet.
Warum wurde der Camino Inca geschlossen?
Starke Regenfälle am 17. und 18. August führten zu Erdrutschen und Schäden an Wegen und Infrastruktur. Vor der Wiedereröffnung waren Kontrollen und Reparaturen notwendig.
Wo beginnt der klassische Camino Inca?
Ein wichtiger Ausgangspunkt ist Piscacucho am Kilometer 82 der Bahnstrecke im Distrikt Ollantaytambo.
Wie viele Menschen dürfen täglich auf den Camino Inca?
Für die klassische Route gilt eine Obergrenze von 500 Personen pro Tag. Darin sind Touristen, Guides, Träger und weiteres Begleitpersonal enthalten.
Wann ist der Camino Inca regulär geschlossen?
Der Camino Inca wird jedes Jahr im Februar für Wartungs- und Konservierungsarbeiten geschlossen.
Welche Inka-Stätten liegen an der Route?
Zu den bedeutenden Stationen gehören Runkurakay, Sayacmarca, Phuyupatamarca und Wiñay Wayna. Machu Picchu wird schließlich über Intipunku, das Sonnentor, erreicht.
Quellen
Agencia Peruana de Noticias Andina: „Camino Inca a Machu Picchu fue reabierto con más de 400 turistas, guías y portadores“, 6. September 2026.
Dirección Desconcentrada de Cultura de Cusco / Ministerio de Cultura: Informationen zur Wiederaufnahme des Zugangs zu den Routen 1, 2 und 3 sowie zu den Reparatur- und Sicherungsarbeiten, August und September 2026.
Servicio Nacional de Áreas Naturales Protegidas por el Estado (Sernanp): Informationen zur Sicherheit und touristischen Nutzung der Red de Caminos Inka im Santuario Histórico de Machupicchu.
MINCETUR – Inventario Nacional de Recursos Turísticos: Camino Inka Qorywayrachina (Km 88), Angaben zu Route, Besucherregelung und archäologischen Stätten.
Hero-Bild: Agencia Peruana de Noticias Andina / Difusión, „Camino Inca a Machu Picchu fue reabierto con más de 400 turistas, guías y portadores“, 6. September 2026.