Ein Fußball zerstörte seine Sehkraft. Ein Maisblatt raubte dem anderen als Kleinkind fast das Augenlicht. Jahrzehntelang mussten zwei Männer mit schweren Sehproblemen leben. Jetzt schenkte ihnen die Medizin in Nordperu eine neue Chance!
PIURA (PERU) – Was für ein Glücksmoment! Miguel Terrones Tejada (62) und Armando Quezada (58) können nach erfolgreichen Hornhauttransplantationen wieder mit ihren zuvor schwer geschädigten Augen sehen. Am Instituto Peruano de Oftalmología (IPO) von EsSalud in Piura gelang den Ärzten, worauf beide lange gehofft hatten.
Ein Fußball traf sein Auge – dann begann das Drama!
Für Miguel Terrones Tejada aus Trujillo änderte sich vor rund fünf Jahren alles. Bei einem Fußballspiel traf ihn ein Ball mit voller Wucht am Auge. Seine Sehkraft verschlechterte sich immer weiter. Schließlich stand fest, dass nur eine Hornhauttransplantation ihm noch helfen konnte.
Drei lange Jahre wartete Miguel auf eine geeignete Spenderhornhaut! Eine private Behandlung konnte er sich kaum leisten. Die Unsicherheit belastete seinen Alltag, seine Arbeit und seine Zukunft.
Dann kam endlich die erlösende Nachricht: Eine passende Hornhaut war verfügbar! Die Ärzte in Piura führten die Transplantation erfolgreich durch. Seine Sehkraft verbesserte sich, und auch die Hoffnung auf ein normales Arbeitsleben kehrte zurück.
Ein Maisblatt verletzte ihn als Baby – 57 Jahre später kam die Rettung!
Armando Quezada (58) aus Áncash war gerade einmal ein Jahr alt, als ein folgenschwerer Unfall geschah. Während seine Mutter auf einem Feld arbeitete, verletzte ihn das Blatt einer Maispflanze am rechten Auge. Seine Sehkraft blieb schwer beeinträchtigt.
Fast sein gesamtes Leben musste Armando mit dieser Verletzung zurechtkommen! Er ging zur Schule, arbeitete und meisterte seinen Alltag. Doch das betroffene Auge blieb ein ständiges Problem. Erst Jahrzehnte später erhielt er die Chance auf eine Hornhauttransplantation.
Die Spezialisten in Piura operierten ihn erfolgreich. Nach mehr als fünf Jahrzehnten konnte Armando mit seinem rechten Auge wieder sehen. Für den 58-Jährigen bedeutete der Eingriff eine enorme Veränderung seines bisherigen Lebens.
Das Geheimnis hinter der Rettung: Eine gespendete Hornhaut
Die Hornhaut ist die durchsichtige Schicht an der Vorderseite des Auges. Sie sorgt unter anderem dafür, dass Licht richtig gebündelt wird. Wird sie durch einen Unfall oder eine Krankheit stark beschädigt, kann das Sehvermögen dramatisch nachlassen.
Bei einer Hornhauttransplantation ersetzen Ärzte das geschädigte Gewebe ganz oder teilweise durch gesundes Gewebe eines verstorbenen Spenders. Eine solche Operation verlangt große Erfahrung, eine geeignete Spenderhornhaut und eine sorgfältige Nachbehandlung.
Auch nach einer erfolgreichen Transplantation sind regelmäßige Kontrollen notwendig. Wie gut sich das Sehvermögen langfristig entwickelt, ist von Patient zu Patient unterschiedlich.
25 Operationen! Piuras Augenärzte kämpfen um jedes Augenlicht
Die beiden Männer sind nicht die einzigen Patienten, denen in Piura geholfen werden konnte. Nach Angaben der Zeitung Correo wurden am Augeninstitut von EsSalud Piura seit Jahresbeginn 2026 bereits 25 Hornhauttransplantationen durchgeführt. Allein im September waren es 13 Eingriffe.
Die Patienten kamen aus verschiedenen Teilen Nordperus, darunter Tumbes, Cajamarca, Trujillo, Sullana, Talara und Catacaos. Für viele Menschen ist die Einrichtung eine wichtige Anlaufstelle, denn spezialisierte Augenoperationen sind längst nicht überall in Peru verfügbar.
Das Institut übernimmt damit eine wichtige Rolle in der medizinischen Versorgung des Departamentos Piura und der angrenzenden Regionen.
Erschütternde Zahl: Mehr als 6.000 Menschen warten auf eine Hornhaut!
Während Miguel und Armando wieder Hoffnung schöpfen, kämpfen Tausende andere Peruaner weiterhin mit schweren Sehproblemen. Mehr als 6.000 Menschen warten in Peru auf eine Spenderhornhaut! Hinter dieser Zahl stehen Patienten, die auf eine Operation hoffen.
In Piura haben bereits mehr als 152.000 Menschen ihre Bereitschaft zur Organ- und Gewebespende in ihrem peruanischen Personalausweis, dem DNI, dokumentiert. Doch der Bedarf bleibt gewaltig.
Ohne geeignete Spenderhornhäute können selbst hervorragend ausgebildete Spezialisten vielen Patienten nicht helfen.
Bewegender Entschluss: Armando will jetzt selbst Organspender werden!
Nach seiner erfolgreichen Operation fasste Armando Quezada einen besonderen Entschluss. Er möchte sich selbst als Organspender registrieren lassen. Der 58-Jährige will seine Zustimmung im DNI festhalten und mit seiner Familie über seine Entscheidung sprechen.
Auch Miguel Terrones Tejada zeigte sich dankbar gegenüber den Familien der Spender. Hinter jeder transplantierten Hornhaut steht die Entscheidung eines Menschen beziehungsweise seiner Angehörigen, anderen nach dem Tod zu helfen.
Zwei Männer haben dadurch eine neue Chance bekommen. Ihre Geschichten verdeutlichen, wie eng medizinischer Fortschritt und menschliche Hilfsbereitschaft miteinander verbunden sind.
Nordperu jubelt über zwei medizinische Erfolgsgeschichten
Für Miguel und Armando ist der Erfolg der Operationen weit mehr als eine medizinische Nachricht. Der eine kann nach Jahren schwerer Sehprobleme wieder hoffnungsvoller in seine berufliche Zukunft blicken. Der andere erlebt nach einer Verletzung in frühester Kindheit eine Verbesserung seines Sehvermögens, auf die er mehr als fünf Jahrzehnte warten musste.
Die beiden Geschichten zeigen, wie wichtig spezialisierte Medizin und Organspenden für die Menschen in Nordperu sind. Gleichzeitig erinnern sie daran, dass Tausende Patienten weiterhin auf eine geeignete Spenderhornhaut warten.
Wer mehr über den Schauplatz dieser Erfolgsgeschichte erfahren möchte, findet bei PeruMagazin weitere Informationen über die Stadt Piura.
Zwei Patienten, zwei schwere Schicksale und endlich wieder Licht in ihrem Leben!