Peru schlägt Chile, die Halle bebt – doch für die Volleyball-WM reicht es trotzdem nicht. Zum Abschluss der Südamerikameisterschaft 2026 zeigte die peruanische Frauen-Nationalmannschaft endlich das Volleyball-Gesicht, das sich die Fans während des gesamten Turniers gewünscht hatten. Mit 3:1 bezwang Peru Chile und verabschiedete sich mit einem Sieg aus Rio de Janeiro. Der Erfolg hatte alles, was ein Volleyballspiel braucht: einen ersten Satz auf Messers Schneide, die Antwort Chiles, umkämpfte Ballwechsel und anschließend ein peruanisches Team, das nicht mehr lockerließ. Die Sätze gingen mit 26:24, 23:25, 25:20 und 25:20 an Peru. Nur einen bitteren Haken gab es: Der Befreiungsschlag kam zu spät. Peru fährt nicht zur Volleyball-Weltmeisterschaft 2027.
Wer die Entwicklung der Mannschaft während des Turniers verfolgen möchte, findet bei PeruMagazin den vollständigen Kader und Spielplan der peruanischen Volleyball-Nationalmannschaft.
26:24 – Peru gewinnt den ersten Volleyball-Krimi
Schon der erste Satz machte klar, dass Peru dieses Turnier nicht einfach mit einer weiteren Niederlage verlassen wollte. Chile hielt dagegen und beide Mannschaften lieferten sich einen engen Kampf um beinahe jeden Punkt. Bei 24 Punkten war noch immer nichts entschieden, doch Peru hielt dem Druck stand und holte sich den Durchgang schließlich mit 26:24. Genau diese Konsequenz hatte der peruanischen Mannschaft in den vorherigen Spielen zu oft gefehlt.
Chile ließ sich davon allerdings nicht beeindrucken. Im zweiten Satz entwickelte sich erneut ein enges Duell, diesmal hatten die Chileninnen das bessere Ende für sich und gewannen 25:23. Nach zwei Sätzen stand es 1:1 und die Entscheidung musste in den folgenden Durchgängen fallen.
Dann zieht Peru das Tempo an
Nach dem Satzausgleich kippte das Spiel. Peru spielte im dritten Durchgang konzentrierter, erhöhte den Druck und kam immer besser in seine Aktionen. Chile konnte den Rückstand nicht mehr entscheidend verkürzen und Peru sicherte sich den Satz mit 25:20. Jetzt fehlte nur noch ein Durchgang zum ersten Turniersieg.
Auch im vierten Satz ließ die peruanische Mannschaft nicht mehr locker. Chile versuchte noch einmal gegenzuhalten, doch Peru brachte den Vorsprung über die entscheidende Phase und gewann erneut 25:20. Nach vier Sätzen stand der 3:1-Erfolg fest. Der erste Sieg bei dieser Südamerikameisterschaft war endlich geschafft.
Ein Sieg, der gleichzeitig wehtut
So wichtig dieser Erfolg für die Mannschaft war, so bitter ist der Blick auf das gesamte Turnier. Peru hatte zuvor gegen Argentinien mit 1:3, gegen Brasilien mit 0:3, gegen Venezuela mit 1:3 und gegen Kolumbien mit 0:3 verloren. Vier Niederlagen in Folge hatten die Ausgangslage vor dem letzten Spiel praktisch aussichtslos gemacht.
Schon vor dem Duell mit Kolumbien stand Peru massiv unter Druck. PeruMagazin hatte die schwierige Ausgangslage und die damals noch vorhandene Chance auf die Volleyball-WM vor dem Kolumbien-Spiel ausführlich dargestellt. Die anschließende 0:3-Niederlage nahm Peru schließlich die entscheidende Möglichkeit, noch einen der vorderen Plätze zu erreichen.
WM 2027 ohne Peru
Bei der Südamerikameisterschaft ging es nicht nur um Medaillen. Für Peru stand noch viel mehr auf dem Spiel, denn die drei besten Mannschaften Südamerikas erhielten die begehrten Startplätze für die Volleyball-Weltmeisterschaft 2027 in den USA und Kanada. Peru brauchte mindestens Platz drei, beendete das Turnier jedoch auf Rang fünf und verpasste damit die Qualifikation.
Gerade für Peru schmerzt dieses Ergebnis. Volleyball besitzt im Land eine besondere Stellung und die großen Erfolge früherer Generationen sind bis heute präsent. Der Höhepunkt bleibt die olympische Silbermedaille von Seoul 1988, als Peru erst im Finale gegen die Sowjetunion gestoppt wurde. Von dieser internationalen Spitze ist die aktuelle Auswahl noch ein gutes Stück entfernt.
Peru rettet Punkte für die Weltrangliste
Ganz ohne Belohnung blieb der Sieg gegen Chile trotzdem nicht. Für das 3:1 erhielt Peru 5,94 Punkte für die FIVB-Weltrangliste. Die Nationalmannschaft war während der Südamerikameisterschaft zwischenzeitlich bis auf Platz 49 zurückgefallen und konnte sich durch den abschließenden Erfolg wieder auf Rang 46 verbessern.
Vor Beginn des Turniers hatte Peru allerdings noch auf Platz 42 gestanden. Auch die Entwicklung in der Weltrangliste zeigt deshalb deutlich, was in Rio de Janeiro passiert ist: Der Sieg gegen Chile war wichtig, konnte die vorherigen Niederlagen aber nicht mehr auffangen.
Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit
Trainer Antonio Rizola steht nach diesem Turnier vor einer klaren Aufgabe. Peru braucht mehr Stabilität, mehr gemeinsame Spielpraxis und vor allem die Fähigkeit, enge Spiele gegen direkte Konkurrenten für sich zu entscheiden. Wer genauer wissen möchte, auf welche Spielerinnen Rizola in Rio gesetzt hat, findet bei PeruMagazin die 14 Spielerinnen des peruanischen Sudamericano-Kaders.
Zeit allein wird allerdings nicht reichen. Wenn Peru wieder dauerhaft um die ersten drei Plätze in Südamerika kämpfen will, müssen aus guten Phasen komplette gute Spiele werden. Gegen Chile hat die Mannschaft gezeigt, dass sie reagieren und ein enges Match nach dem zwischenzeitlichen Satzausgleich kontrollieren kann. Nun muss Peru solche Leistungen dann abrufen, wenn die entscheidenden Punkte für ein großes internationales Ziel vergeben werden.
Perus Volleyball bleibt international vertreten
Während die Nationalmannschaft die WM 2027 verpasst, gibt es auf Vereinsebene einen internationalen Lichtblick. Alianza Lima wird im Dezember erneut auf der großen internationalen Bühne antreten. Der peruanische Meister spielt vom 8. bis 13. Dezember in São Paulo bei der Volleyball-Klub-WM 2026 und trifft dort auf internationale Spitzenmannschaften.
Damit bleibt peruanischer Frauenvolleyball auch nach der enttäuschenden Südamerikameisterschaft international präsent. Für einige Spielerinnen aus dem Umfeld der Nationalmannschaft bietet die Klub-WM zudem eine weitere Gelegenheit, Erfahrung auf höchstem Niveau zu sammeln.
Peru verlässt Rio mit gemischten Gefühlen
Der letzte Ball gegen Chile brachte endlich Grund zum Jubeln: 3:1, erster Turniersieg und wichtige Punkte für die Weltrangliste. Hinter diesem Erfolg steht allerdings die Zahl, die für Peru wesentlich schwerer wiegt: Platz fünf. Die Südamerikameisterschaft endet damit versöhnlich, aber nicht erfolgreich.
Peru hat Chile zum Abschluss niedergerungen und noch einmal gezeigt, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt. Gleichzeitig haben die vier vorherigen Niederlagen deutlich gemacht, wo die Probleme liegen. Für die WM 2027 kommt die starke Antwort gegen Chile zu spät.
Daten und Fakten
Wettbewerb: Campeonato Sudamericano de Vóley Femenino 2026
Austragungsort: Rio de Janeiro, Brasilien
Zeitraum: 8. bis 13. September 2026
Peru – Chile: 3:1
Sätze: 26:24, 23:25, 25:20, 25:20
Platzierung Peru: 5. Platz
Bilanz: 1 Sieg, 4 Niederlagen
FIVB-Weltrangliste nach dem Turnier: Platz 46
WM 2027: Peru nicht qualifiziert
Quellen
Federación Peruana de Voleibol
FIVB
RPP
Infobae Perú