Nordperu kommt nicht zur Ruhe! Erst kletterten die Temperaturen in Tumbes auf 37,4 Grad Celsius. Jetzt warnen die Behörden vor heftigen Regenfällen, Gewittern und möglichen Erdrutschen. Besonders im Blick stehen Piura, Tumbes, Lambayeque, Cajamarca und La Libertad.
37,4 Grad! Tumbes bricht den nächsten Hitzerekord
Was für eine Hitze! Am 24. September 2026 zeigte das Thermometer an der Wetterstation El Salto in Tumbes satte 37,4 Grad Celsius. Damit wurde der bisherige Septemberrekord von 35,1 Grad aus dem Jahr 2023 deutlich übertroffen. Besonders bemerkenswert: Die Temperatur lag an diesem Tag 10,4 Grad über dem klimatologischen Vergleichswert.
Doch Tumbes war nicht allein betroffen. Auch in anderen Teilen Nordperus wurden ungewöhnlich hohe Temperaturen gemessen. In Chusis in der Region Piura erreichte das Thermometer am 24. September 34,4 Grad Celsius. In Lambayeque meldete die Wetterstation Jayanca/La Viña bereits am 3. September 35,8 Grad Celsius und damit einen neuen Septemberrekord.
Die Messungen des peruanischen Wetterdienstes Senamhi zeigen, dass Nordperu im September eine außergewöhnliche Hitzeperiode erlebte.
Selbst nachts kaum Abkühlung! Die Hitze lässt nicht locker
Wer glaubt, dass die Temperaturen wenigstens nachts deutlich zurückgingen, liegt daneben. Am 8. September registrierte die Wetterstation La Esperanza in Piura eine Mindesttemperatur von 24,7 Grad Celsius. Selbst während der kühlsten Stunden blieb es damit ungewöhnlich warm.
Gerade für ältere Menschen, Kinder und Personen mit gesundheitlichen Problemen können solche Temperaturen belastend sein. Wenn Wohnungen nachts kaum abkühlen, steigt die körperliche Belastung zusätzlich. Während die Menschen im Norden noch mit den ungewöhnlich hohen Temperaturen konfrontiert waren, kündigte sich Anfang Oktober bereits die nächste Wettergefahr an.
Jetzt schlägt das Wetter um! Fünf Regionen im Visier
Erst die Rekordhitze, dann der Regen-Alarm! Am 7. Oktober 2026 veröffentlichte die peruanische Katastrophenschutzbehörde INDECI eine Warnung auf Grundlage des Wetterberichts Nr. 403 von Senamhi. Für den Zeitraum vom 9. bis 11. Oktober wurden kräftige Niederschläge, Gewitter und starke Windböen angekündigt.
Betroffen waren Gebiete in den Regionen Piura, Tumbes, Lambayeque, Cajamarca und La Libertad. An der Küste von Tumbes erwarteten die Meteorologen Niederschlagsmengen von ungefähr 10 Millimetern pro Tag, in Piura etwa 9 Millimeter. Im nördlichen Andenhochland wurden je nach Gebiet zwischen 5 und 30 Millimeter täglich prognostiziert.
Hinzu kamen mögliche Windböen mit Geschwindigkeiten um 40 Kilometer pro Stunde. In Höhenlagen oberhalb von 2.800 Metern bestand stellenweise außerdem die Gefahr von Hagel. Die Warnlage war damit nicht auf die Küste beschränkt. Auch zahlreiche Gemeinden im Hochland mussten aufmerksam bleiben.
Gefahr aus den Bergen! Erdrutsche und Schlammfluten möglich
Besonders gefährlich kann Starkregen in den bergigen Regionen Nordperus werden. Wenn sich große Wassermengen innerhalb kurzer Zeit an steilen Hängen sammeln, können Erdrutsche entstehen. Noch gefährlicher sind sogenannte Huaicos, plötzlich auftretende Schlamm- und Geröllströme, die Straßen verschütten, Verkehrsverbindungen unterbrechen und Gebäude beschädigen können.
INDECI forderte die zuständigen Behörden deshalb auf, Evakuierungswege zu überprüfen und Einsatzkräfte auf mögliche Notfälle vorzubereiten. Auch Feuerwehr, Polizei und Gesundheitseinrichtungen sollten ihre Einsatzbereitschaft sicherstellen. Für den 12. und 13. Oktober wurde zusätzlich eine Risikobewertung durch CENEPRED veröffentlicht.
Eine Wetterwarnung bedeutet allerdings nicht, dass überall tatsächlich Erdrutsche auftreten. Sie zeigt an, wo aufgrund der erwarteten Niederschläge erhöhte Risiken bestehen können.
Piura, Tumbes und Cajamarca: Was bedeutet das für Urlauber?
Wer gerade durch Nordperu reist, sollte die Warnungen ernst nehmen. Besonders bei Fahrten ins Hochland kann Starkregen zum Problem werden. Auf Bergstraßen drohen herabfallende Steine, Schlamm und zeitweise Verkehrsbehinderungen. Auch entlang von Flüssen und in tiefer gelegenen Gebieten können starke Niederschläge gefährlich werden.
Reisende sollten deshalb vor längeren Fahrten aktuelle Wetterwarnungen und Informationen zum Straßenzustand prüfen. Überflutete Straßen sollten keinesfalls durchquert werden. Das bedeutet allerdings nicht, dass sämtliche Reiseziele in Nordperu gleichermaßen gefährdet sind. Zwischen den Stränden von Tumbes, den Städten an der Küste und den Bergregionen Cajamarcas können erhebliche Wetterunterschiede bestehen.
Kommt jetzt El Niño? Was die Wetterextreme wirklich bedeuten
Rekordhitze an der Küste, Regenwarnungen im Norden – da stellt sich schnell die Frage: Kündigt sich ein neues El-Niño-Ereignis an?
Aus diesen einzelnen Wetterereignissen lässt sich das nicht ableiten. Zwar können ungewöhnlich hohe Temperaturen und veränderte Niederschläge im Zusammenhang mit größeren klimatischen Entwicklungen stehen. Für eine belastbare Einschätzung müssen Fachleute jedoch weitere Daten untersuchen. Dazu gehören die Temperaturen des Pazifiks, atmosphärische Veränderungen und längerfristige Niederschlagsmuster.
Die aktuellen Meldungen belegen zunächst zwei unterschiedliche Entwicklungen: Im September wurden außergewöhnliche Temperaturen gemessen. Im Oktober warnten die Behörden vor erhöhten Niederschlagsrisiken. Ein bestätigtes neues El-Niño-Ereignis ergibt sich daraus allein nicht.
Nordperu im Wetterstress! Jetzt entscheidet die weitere Entwicklung
37,4 Grad in Tumbes, neue Rekorde in Lambayeque und Regenwarnungen für fünf Regionen: Die vergangenen Wochen zeigen, wie stark sich die Wetterbedingungen im Norden Perus innerhalb kurzer Zeit verändern können.
Während die außergewöhnlichen Septembertemperaturen bereits durch Messungen bestätigt sind, muss das tatsächliche Ausmaß der angekündigten Oktoberregen anhand neuer Wetterberichte bewertet werden. Für die Bevölkerung bleibt entscheidend, frühzeitig auf amtliche Warnungen zu reagieren. Auch Reisende sollten vor Ausflügen und längeren Fahrten die aktuellen Informationen der Behörden berücksichtigen.
Senamhi, Temperaturmonitoring September 2026, veröffentlicht über Agencia Andina und Infobae am 7. Oktober 2026.
INDECI, 7. Oktober 2026: Warnung Nr. 403 zu Niederschlägen in Nordperu.
CENEPRED, Risikoszenario zur Warnung Nr. 409 für den 12. und 13. Oktober 2026.
Hero-Bild: Andrés Castillo, „Rio Tumbes“, Aufnahme vom 27. Februar 2009, Wikimedia Commons, CC BY 3.0. Archivbild, keine Aufnahme des Wetterereignisses.