Ein deutscher Industriekonzern macht sich in Peru breit! Heidelberg Materials übernimmt 70 Prozent des peruanischen Zementherstellers Cementos Inka. Damit steigt einer der größten Baustoffkonzerne der Welt direkt in den peruanischen Zementmarkt ein.
Der Deal wurde Anfang September vereinbart. Der Abschluss ist bereits für Oktober 2026 vorgesehen. Für Heidelberg Materials ist es der direkte Einstieg in einen Markt, in dem der deutsche Konzern bislang keine eigene Zementproduktion hatte. Die Übernahme ist zugleich ein weiteres Beispiel für die wachsenden wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Deutschland und Peru.
DAS STECKT HINTER DEM DEAL
Wie viel Heidelberg Materials tatsächlich bezahlt, bleibt geheim. Der deutsche Konzern übernimmt mit Cementos Inka aber keinen kleinen Betrieb. Das peruanische Unternehmen beschäftigt rund 270 Menschen und betreibt zwei Zementmahlwerke sowie zwei Transportbetonwerke.
Die beiden Mahlwerke kommen zusammen auf eine Kapazität von rund 1,3 Millionen Tonnen pro Jahr. Die Anlagen befinden sich im Raum Lima und Pisco und damit in wirtschaftlich wichtigen Regionen Perus. Gleichzeitig bieten die Standorte eine günstige Verbindung zu Häfen.
WARUM WOLLEN DIE DEUTSCHEN NACH PERU?
Heidelberg Materials setzt auf Wachstum und verweist auf den Bedarf an Wohnraum, Investitionen in die Infrastruktur sowie die weitere wirtschaftliche Entwicklung Perus. Statt zunächst komplett neue Anlagen aufzubauen, übernimmt der Konzern einen bereits funktionierenden Produzenten.
Werke, Mitarbeiter, Kunden und Vertriebsstrukturen sind bereits vorhanden. Genau das macht Cementos Inka für Heidelberg Materials interessant. Hinzu kommt die Nähe der Standorte zu wichtigen Verkehrs- und Hafenverbindungen. Einen größeren Überblick über Wirtschaft, Regionen und Entwicklung des Landes bietet PeruMagazin im Peru-Überblick.
AUS EINEM FAMILIENBETRIEB WIRD TEIL EINES WELTKONZERNS
Cementos Inka wurde 2007 gegründet und befindet sich bislang in Familienbesitz. Mit der Übernahme von 70 Prozent der Anteile ändert sich die Eigentümerstruktur grundlegend.
Hinter Heidelberg Materials steht ein Konzern mit rund 49.000 Beschäftigten in fast 50 Ländern. Cementos Inka erhält damit Zugang zu einem internationalen Produktions-, Handels- und Vertriebsnetz.
DER KAUFPREIS? GEHEIM!
Eine entscheidende Zahl verraten die Unternehmen nicht: Was kosten 70 Prozent von Cementos Inka? Einen konkreten Kaufpreis haben die Beteiligten nicht veröffentlicht.
Heidelberg Materials nennt lediglich eine Bewertung der Transaktion von ungefähr dem Sechsfachen des für 2026 erwarteten EBITDA. Der tatsächliche Betrag, den der deutsche Konzern für seine Beteiligung bezahlt, bleibt damit unter Verschluss.
PERUS ZEMENTMARKT WIRD INTERNATIONALER
Heidelberg Materials ist nicht der erste internationale Baustoffkonzern, der in den vergangenen Jahren in Peru eingestiegen ist. Mit dem deutschen Unternehmen kommt ein weiteres internationales Schwergewicht hinzu. Für den peruanischen Zementmarkt bedeutet der Einstieg einen zusätzlichen großen Akteur mit weltweiten Einkaufs-, Produktions- und Vertriebsstrukturen.
UND WAS PASSIERT JETZT?
Der Deal soll bereits im Oktober 2026 abgeschlossen werden. Danach wird interessant, welche Pläne Heidelberg Materials mit Cementos Inka verfolgt. Über neue Werke, zusätzliche Produktionslinien oder größere Investitionsprogramme hat der deutsche Konzern bislang keine konkreten Angaben gemacht.
Die Ausgangslage steht allerdings fest: Heidelberg Materials bekommt mit einem Schlag zwei Mahlwerke, zwei Transportbetonwerke, rund 270 Beschäftigte und eine jährliche Mahlkapazität von 1,3 Millionen Tonnen. Für einen Neueinstieg in den peruanischen Markt ist das eine beachtliche Größenordnung.
DER DEAL AUF EINEN BLICK
Käufer: Heidelberg Materials
Land: Deutschland
Übernahme: 70 Prozent
Unternehmen: Cementos Inka
Beschäftigte: rund 270
Zementmahlwerke: 2
Transportbetonwerke: 2
Kapazität: rund 1,3 Millionen Tonnen jährlich
Standorte: Raum Lima und Pisco
Geplanter Abschluss: Oktober 2026
Kaufpreis: nicht veröffentlicht
Heidelberg Materials – Pressemitteilung vom 8. September 2026
Cementos Inka – Unternehmensinformationen
Christian Pfeiffer – Cementos Inka EP Project, Pisco
El Comercio Perú – Berichterstattung zur Transaktion
DLA Piper – Beratung bei der Übernahme
Bildquelle Hero: Christian Pfeiffer – Cementos Inka EP Project, Pisco.