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Huanchaco

Am Strand stehen die jahrtausendealten Caballitos de Totora bereit. Am nächsten Morgen soll ein großer Wettbewerb beginnen.

Dann schießen Flammen aus dem trockenen Schilf. Perusina, Perusino und Franz müssen die Boote und die Balsares retten, bevor der Wind das Feuer weiterträgt.

Perusina, Perusino und Franz retten brennende Caballitos de Totora in Huanchaco

Feuer über den Caballitos

Brandstifter, brennende Schilfboote und eine Verfolgungsjagd durch die Totora-Kanäle: In Huanchaco entscheidet jede Sekunde.

Franz roch das Feuer, bevor jemand die Flammen sah.

„Da verbrennt Totora“, sagte er.

Am Strand von Huanchaco standen die Caballitos dicht nebeneinander im Sand. Ihre langen, gebogenen Spitzen ragten in den Abendhimmel. Am nächsten Morgen sollte ein großer Wettbewerb beginnen. Fischer aus mehreren Küstenorten waren angereist.

Franz entdeckt Feuer zwischen den Caballitos de Totora am Strand von Huanchaco
Zwischen den trockenen Schilfbooten glimmt ein roter Punkt.

Perusina drehte sich um.

Zwischen zwei Caballitos glomm ein roter Punkt.

Dann zischte es.

Flammen schossen aus dem trockenen Schilf.

„Feuer!“, schrie Perusino.

Der Wind vom Meer packte die Funken und schleuderte sie auf die nächsten Boote. Innerhalb weniger Sekunden brannten drei Caballitos.

Hinter den Booten rannte eine dunkle Gestalt davon.

„Das war Absicht!“, rief Perusina.


Perusina, Perusino und Franz ziehen Caballitos aus dem Feuer
Die Freunde trennen die unversehrten Boote von den brennenden.

Sie packte ein noch unversehrtes Caballito und zog es über den Sand. Perusino stemmte sich gegen ein zweites. Franz biss in die Halteleine eines dritten.

„Warum sind diese Dinger so schwer?“, knurrte er mit vollem Maul.

„Weil Boote selten Füße haben!“, keuchte Perusino.

Fischer liefen mit Eimern herbei. Doch der Wind war schneller. Ein brennendes Caballito kippte um und rollte den Strand hinunter. Direkt dahinter begannen die Balsares, die feuchten Felder, in denen die Totora für neue Boote wuchs.

„Wenn das Feuer dort hineinkommt, verlieren sie die ganze Ernte!“, rief Perusina.


Perusino bringt auf einem Caballito ein nasses Fischernetz durch die Brandung
Perusino holt aus der Brandung eine schwere, nasse Löschdecke.

Perusino schob ein unbeschädigtes Caballito ins Wasser.

„Was hast du vor?“

„Etwas Nasses holen!“

Er warf sich auf das Schilfboot und paddelte durch die erste Welle. Die zweite brach über ihm zusammen. Für einen Moment waren nur seine Haare zu sehen. Dann tauchte er wieder auf und zog ein großes Fischernetz hinter sich her.

„Ich habe etwas Nasses!“, prustete er. „Mich!“

Perusina half ihm, das triefende Netz über ein brennendes Boot zu werfen. Die Flammen verschwanden unter dem schweren Gewebe.


Franz folgt Spuren durch die Balsares von Huanchaco
Drei Fußspuren führen vom Strand in die Totora-Felder.

Franz schnupperte am Boden. Zwischen den Caballitos fand er dunkle Tropfen und drei verschiedene Fußspuren.

„Die Brandstifter sind in Richtung Balsares gelaufen!“

Er jagte los.

Perusina und Perusino folgten ihm über einen schmalen Weg zwischen den Totora-Becken. Hohe Halme schlugen ihnen ins Gesicht. Vor ihnen knackte Holz.

Drei Männer standen auf einem Steg. Einer hielt eine Fackel. Die anderen schoben ein Bündel trockener Totora an den Rand des Feldes.

„Beim Wettbewerb wird morgen niemand aus Huanchaco starten“, sagte einer.


Perusina und Perusino löschen brennende Totora an einem Steg
Nur ein schmaler Steg trennt die Flammen von den Balsares.

„Ihr habt die Boote angezündet!“, rief Perusina.

Die Männer fuhren herum.

Der Mann mit der Fackel warf sie in das Totora-Bündel. Sofort fraßen sich Flammen durch die trockenen Halme.

Dann rannten die drei davon.

Perusina sprang auf den Steg und stieß das brennende Bündel mit einer langen Stange ins Wasser. Dampf quoll auf. Perusino zog das nasse Netz heran und warf es über die restlichen Flammen.

Franz verfolgte die Brandstifter.

Sie sprangen in ein kleines Motorboot. Der Motor heulte auf. Doch einer der Männer hatte die Leine nicht gelöst. Das Boot drehte sich einmal um den Pfosten und krachte mit dem Bug in den Steg.

„Noch einmal!“, rief Franz. „Das sah lustig aus!“


Die drei verfolgen ein Motorboot auf Caballitos durch die Totora-Kanäle
Die Caballitos passen in Kanäle, die für das Motorboot zu eng werden.

Der Mann kappte die Leine. Das Boot schoss davon.

Franz sprang auf ein Caballito, das am Rand des Balsars lag.

„Du kannst damit nicht fahren!“, rief Perusino.

„Das erfahre ich gleich!“

Franz stieß sich ab. Das Caballito glitt in einen schmalen Wasserkanal. Er paddelte mit den Vorderpfoten, drehte sich zweimal im Kreis und schoss dann überraschend schnell vorwärts.

Perusina und Perusino nahmen ein zweites Caballito. Gemeinsam jagten sie durch die Kanäle.


Das Motorboot bleibt in den Balsares von Huanchaco stecken
Das schnelle Motorboot gerät in eine Falle aus Halmen und Schlamm.

Das Motorboot der Brandstifter war schneller, aber auch breiter. Vor einer engen Kurve blieben seine Schrauben in der Totora hängen. Der Motor kreischte. Das Boot saß fest.

Die drei Männer sprangen ins flache Wasser und versanken bis zu den Knien im Schlamm.

Als die Fischer eintrafen, war die Flucht beendet.

Die Männer stammten aus einem Nachbardorf. Aus Ärger über einen alten Streit und aus Angst, den Wettbewerb zu verlieren, hatten sie die Caballitos zerstören wollen.


Perusina, Perusino und Franz starten mit neuen Caballitos in die Brandung
Am nächsten Morgen tragen drei neue Caballitos die Freunde in die Brandung.

Am Morgen standen noch genügend Boote am Strand. Einige waren schwarz verkohlt, andere nur angesengt.

Die Fischer beschlossen, den Wettbewerb trotzdem stattfinden zu lassen. Vor dem Start stellten sie drei neue Caballitos in den Sand.

„Für euch“, sagte ein alter Bootsbauer.

Franz betrachtete sein Schilfboot. „Hat dieses diesmal eine Bremse?“

„Nein.“

„Gut“, sagte Franz. „Dann kann sie wenigstens nicht kaputtgehen.“

Die erste Welle hob die drei Caballitos an.

Perusina rief: „Los!“

Gemeinsam stürzten sie sich in die Brandung.


Geschichte und Wirklichkeit: Die Caballitos, die Balsares und die jahrtausendealte Fischereitradition sind wirklich Teil Huanchacos. Das Feuer, der Wettbewerb und die Brandstifter sind für dieses Abenteuer erfunden.

Was steckt in diesem Abenteuer?

Caballitos de Totora sind kleine Schilfboote. Darstellungen auf alter Keramik zeigen, dass Menschen an Perus Nordküste schon vor vielen Jahrhunderten mit ähnlichen Booten fischten.
Die Balsares von Huanchaco sind künstlich angelegte Feuchtgebiete. Dort wird Totora angebaut, geerntet und getrocknet, bevor Bootsbauer die Halme fest zu einem Caballito verschnüren.
Huanchaco gilt als der einzige Ort Perus, an dem die traditionelle Fischerei mit Caballitos de Totora noch regelmäßig ausgeübt wird.

Drei Spuren der Freunde

Perusina stoppt die Flammen

Sie trennt die Boote, erkennt die Gefahr für die Balsares und stößt das brennende Totora-Bündel ins Wasser.

Perusino holt das Meer

Er wagt sich mit einem Caballito durch die Brandung und bringt das nasse Fischernetz, das die Flammen erstickt.

Franz findet die Brandstifter

Seine Nase entdeckt drei Spuren. Später verfolgt er das Motorboot auf einem Caballito durch die engen Kanäle.

Deine Entdeckeraufgabe

Zeichne einen Rettungsplan für den Strand: Caballitos, Meer, Windrichtung und Balsares. Markiere, welche Boote zuerst bewegt werden müssen und wo ein nasses Netz die Flammen stoppen kann.

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Fragen zu Huanchaco und den Caballitos de Totora

Was ist ein Caballito de Totora?

Es ist ein kleines, spitz zulaufendes Schilfboot. Der Name bedeutet „Totora-Pferdchen“, weil der Fischer darauf ähnlich wie auf einem Pferd sitzt oder kniet.

Wer erfand die Caballitos?

Ihr genauer Ursprung ist nicht bekannt. Archäologische Darstellungen zeigen jedoch, dass bereits Menschen der alten Kulturen an Perus Nordküste mit Schilfbooten auf das Meer hinausfuhren.

Werden die Boote heute noch benutzt?

Ja. Fischer in Huanchaco fahren weiterhin mit Caballitos de Totora zum Fischfang. Deshalb gilt die Tradition dort als lebendiges Kulturerbe.

Was sind die Balsares?

Die Balsares sind von Menschen angelegte Feuchtgebiete nahe der Küste. In ihren Wasserbecken wächst die Totora, aus der die Caballitos gebaut werden.

Hat es den Brand aus der Geschichte wirklich gegeben?

Nein. Die Brandstiftung, der Wettbewerb und die Verfolgungsjagd sind erfunden. Die Boote, Totora-Felder und traditionelle Fischerei gibt es in Huanchaco wirklich.

Quellen und weiterführende Informationen

Die Sachinformationen zu Huanchaco, den Caballitos und den Balsares beruhen auf folgenden Informationen:

  • MINCETUR: Tourismusinventar Caballitos de Totora de Trujillo
  • MINCETUR: Tourismusinventar Balsares de Huanchaco
  • Dirección Desconcentrada de Cultura La Libertad: Caballito de Totora
  • Gobierno Regional La Libertad: Schutz der traditionellen Fischerei in Huanchaco
  • PeruMagazin: Huanchaco in Nordperu