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Unter Santa Rosa de Lima: 450 Jahre alte Geschichte wird für Besucher sichtbar

Unter dem Santuario de Santa Rosa de Lima sind mehr als 450 Jahre alte Überreste des Hospital del Espíritu Santo für Besucher zugänglich.

Unter dem Santuario de Santa Rosa de Lima können Besucher seit wenigen Tagen einen bislang verborgenen Teil der Geschichte Limas kennenlernen. Archäologen haben dort Überreste der früheren Kirche und des Hospital del Espíritu Santo freigelegt. Die mehr als 450 Jahre alten Strukturen sind nun Teil des touristischen Angebots im historischen Zentrum der peruanischen Hauptstadt.

Damit bekommt ein ohnehin besonderer Ort in Lima eine weitere historische Ebene. Wer das Santuario de Santa Rosa besucht, sieht künftig nicht nur einen der wichtigsten religiösen Orte Perus. Direkt unter und neben dem heutigen Heiligtum wird sichtbar, wie dieser Teil der Stadt bereits im 16. Jahrhundert genutzt wurde.

Neuer historischer Ort im Zentrum von Lima

Die Stadtverwaltung von Lima und PROLIMA präsentierten die archäologischen Überreste am 25. August 2026 der Öffentlichkeit und machten den Bereich gleichzeitig für Besucher zugänglich. Die Überreste gehören zum ehemaligen Hospital del Espíritu Santo und zur dazugehörigen Kirche. Das Hospital nahm seinen Betrieb am 23. Mai 1575 auf und wurde vom griechischen Kaufmann Miguel de Acosta mit Genehmigung des damaligen Vizekönigs Francisco de Toledo gegründet.

Ursprünglich kümmerte sich das Hospital vor allem um Seeleute, Piloten und Menschen, die mit der Schifffahrt verbunden waren. Später wurden dort auch andere Bewohner des damaligen Lima behandelt. Für heutige Besucher ist besonders interessant, dass der neue Bereich unmittelbar mit der bekannten Geschichte des Santuario de Santa Rosa de Lima verbunden ist.

Was Archäologen unter Santa Rosa de Lima gefunden haben

Bei den Untersuchungen kamen verschiedene Bestandteile des ehemaligen Komplexes zum Vorschein. Dazu gehören Mauern aus Stein, Ziegeln und Adobe sowie Bereiche des Eingangs zur früheren Kirche. Unter alten Ziegelböden fanden die Archäologen außerdem mehrere Bestattungen. Einige befanden sich in rechteckigen, nischenartigen Strukturen, andere direkt im Boden.

Zu den Funden gehören zudem valencianische Fliesen aus dem 18. Jahrhundert. Die quadratischen Fliesen sind mit pflanzlichen Motiven verziert und geben einen Eindruck von der damaligen Gestaltung des Gebäudes.

Eine steinerne Blume mit sechs Blütenblättern

Am ehemaligen Eingang des Hospitals wurde ein großer gepflasterter Boden freigelegt. In das Pflaster ist eine sechsblättrige Blume innerhalb eines Kreises eingearbeitet. Ein ungewöhnliches Detail befindet sich an den Spitzen der Blütenblätter, denn dort wurden Tierknochen als Gestaltungselement verwendet.

Der Boden gehört damit zu den bemerkenswertesten sichtbaren Überresten des früheren Komplexes. Für Besucher entsteht an dieser Stelle ein direkter Blick auf Bauweise und Gestaltung des kolonialzeitlichen Lima. PROLIMA arbeitet an der Konservierung des Pflasters sowie weiterer archäologischer Elemente. Auch erhaltene Wandmalereien sowie Mauern aus Ziegeln und Adobe werden gesichert.

Hospital, Kirche und ein Ort der Wissenschaft

Das Hospital del Espíritu Santo war mehr als eine medizinische Einrichtung. Innerhalb des Komplexes fanden während der Kolonialzeit auch Lehrveranstaltungen statt. Unterrichtet wurden unter anderem Mathematik, Navigation und Kosmografie.

Nach dem Ende der spanischen Kolonialzeit änderte sich die Nutzung erneut. Das Gelände wurde unter anderem vom Colegio de Educandas del Espíritu Santo Madama Nussard und vom Nationalmuseum genutzt. Später befand sich hier die Escuela Nacional de Ingenieros, aus der sich die heutige Universidad Nacional de Ingeniería entwickelte. Auf einem vergleichsweise kleinen Bereich des historischen Zentrums liegen damit mehrere Jahrhunderte Stadtgeschichte übereinander.

Santa Rosa de Lima und das Hospital del Espíritu Santo

Besonders interessant ist die Verbindung zu Santa Rosa de Lima. Isabel Flores de Oliva, wie Santa Rosa ursprünglich hieß, wurde 1586 in Lima geboren. Sie lebte damit zu einer Zeit, in der das Hospital del Espíritu Santo bereits existierte. Nach Angaben von PROLIMA hatte Santa Rosa Kontakt zu den Kranken des Hospitals. Das neu zugängliche Areal ergänzt deshalb auch das Bild ihres damaligen Lebensumfelds.

Santa Rosa de Lima wurde 1671 heiliggesprochen und gilt als erste Heilige Amerikas. Ihr Heiligtum gehört heute zu den bedeutenden religiösen Orten der peruanischen Hauptstadt. Besonders rund um den 30. August kommen zahlreiche Menschen hierher, denn an diesem Tag wird in Peru Santa Rosa de Lima gefeiert.

Mehr als nur der bekannte Brunnen

Viele Besucher kennen das Santuario de Santa Rosa vor allem wegen seines Brunnens. Traditionell werfen Menschen dort Briefe mit persönlichen Wünschen und Bitten hinein. Doch das Gelände bietet wesentlich mehr. Besichtigt werden können Bereiche des früheren Wohnumfelds von Santa Rosa, der historische Garten und verschiedene religiöse sowie historische Objekte. Seit Mai 2025 gibt es außerdem das Museo Casa Santa Rosa de Lima.

Durch die neu zugänglichen archäologischen Überreste wird der Besuch nun nochmals umfangreicher. Wer zum bekannten Brunnen geht, kann gleichzeitig einen Teil des Hospital del Espíritu Santo kennenlernen, der über Jahrhunderte unter Erde und späteren Veränderungen verborgen geblieben war.

Santa Rosa de Lima lässt sich gut mit der Altstadt verbinden

Das Santuario de Santa Rosa de Lima liegt an der Avenida Tacna am Rand des historischen Zentrums. Von der Plaza Mayor sind es zu Fuß nur ungefähr 600 Meter. Dadurch lässt sich der Besuch problemlos mit weiteren Sehenswürdigkeiten der Altstadt verbinden.

Plaza Mayor, Kathedrale, Palacio de Gobierno und das Kloster Santo Domingo liegen ebenfalls in diesem Bereich. Gerade für Reisende, die Lima nicht nur als Zwischenstation auf dem Weg nach Cusco betrachten möchten, bietet sich hier ein abwechslungsreicher Rundgang an. Die neuen archäologischen Bereiche machen diesen Teil der Stadt noch interessanter und zeigen eine Seite Limas, die selbst vielen Besuchern bisher verborgen geblieben ist.

Ein neuer Grund, im historischen Lima genauer hinzusehen

Das Besondere an diesem Fund ist nicht allein sein Alter. An einem einzigen Ort treffen die Geschichte eines Hospitals aus dem Jahr 1575, eine verschwundene Kirche, koloniale Architektur, Wissenschaft und das Leben Santa Rosas aufeinander.

Gleichzeitig bleiben die Funde nicht hinter verschlossenen Türen. Die Stadt Lima integriert den Bereich in das touristische Angebot des historischen Zentrums. Für Reisende entsteht damit ein weiterer Ort, an dem sich die Geschichte Perus unmittelbar nachvollziehen lässt.

Praktische Informationen

Ort: Santuario de Santa Rosa de Lima
Stadt: Lima
Bereich: Centro Histórico de Lima
Adresse: Avenida Tacna, erster Häuserblock
Entfernung von der Plaza Mayor: etwa 600 Meter beziehungsweise rund zehn Minuten zu Fuß
Neu zugänglich: Archäologische Überreste des Hospital und der Kirche Espíritu Santo
Besonders sehenswert: historisches Pflaster mit sechsblättriger Blume, Mauern des ehemaligen Komplexes, archäologische Strukturen und das Umfeld des Santuario de Santa Rosa

Da an den archäologischen Strukturen weiterhin Konservierungsarbeiten durchgeführt werden, können sich zugängliche Bereiche und Besuchsbedingungen verändern.

Häufige Fragen

Was wurde beim Santuario de Santa Rosa de Lima gefunden?

Archäologen legten Überreste des Hospital del Espíritu Santo und der dazugehörigen Kirche frei. Gefunden wurden unter anderem Mauern, historische Böden, Bestattungen, Fliesen aus dem 18. Jahrhundert und Reste von Wandmalereien.

Wie alt ist das Hospital del Espíritu Santo?

Das Hospital nahm am 23. Mai 1575 seinen Betrieb auf. Die Anlage blickt damit auf eine Geschichte von mehr als 450 Jahren zurück.

Können Besucher die archäologischen Funde sehen?

Ja. Die Stadt Lima hat den Bereich am 25. August 2026 für Besucher zugänglich gemacht und in den touristischen Rundgang integriert. Einzelne Bereiche können wegen laufender Konservierungsarbeiten zeitweise eingeschränkt sein.

Wo befindet sich das Santuario de Santa Rosa de Lima?

Das Heiligtum befindet sich an der Avenida Tacna im historischen Zentrum von Lima. Von der Plaza Mayor ist es in ungefähr zehn Minuten zu Fuß erreichbar.

Was kann man dort außerdem besichtigen?

Zum Komplex gehören unter anderem historische Bereiche aus dem Leben Santa Rosas, der bekannte Wunschbrunnen, der Garten und das Museo Casa Santa Rosa de Lima.

Quellen

Municipalidad Metropolitana de Lima / PROLIMA, 25. August 2026
Agencia Andina, 25. August 2026
MINCETUR – Inventario Nacional de Recursos Turísticos
Bildquelle Hero: Agencia Andina / Vidal Tarqui