Peruso erklärt: Quipu
Fäden, Knoten und ganz viel Inka-Schlauheit: Peruso erklärt, wie die Inkas ohne Computer gezählt und geplant haben.
Hallo Kinder!
Habt ihr euch jemals gefragt, wie die Inkas ohne Computer oder Taschenrechner überhaupt wussten, was los ist? Naja, wir hatten Quipu! Das ist ein Haufen Fäden und Knoten, die uns alles sagten.
Okay, jetzt denkt ihr bestimmt: Fäden, echt jetzt? Aber halt! Quipu war wie das Handy der Inkas. Nur ohne Akku und Apps.
Was ist ein Quipu?
Ein Quipu war ein System aus Fäden und Knoten. Farben, Positionen und Knoten konnten Informationen speichern. So konnten die Inkas zählen, Vorräte verwalten und wichtige Dinge festhalten.
Stellt euch das mal vor: Da hast du einen roten Faden für die Anzahl der Maiskolben, die du in deinem Geheimversteck hast, einen grünen Faden für die Lamas, die du nicht aufessen darfst, und einen blauen Faden für die Anzahl der Ziegenhütchen, die du verloren hast. Ups.
Ein Beispiel
Sagen wir mal, du hast drei Knoten an einem Faden. Das bedeutet, du hast drei Dinge. Klingt einfach, oder? Aber dann kommen noch mehr Knoten und noch mehr Fäden dazu.
So wussten wir, wie viel wir von allem haben, ohne dass uns Mama anschreit, weil wir vergessen haben, wie viele Lamas uns noch bleiben.
Fäden, Farben und Knoten
Ein Quipu war nicht einfach nur ein verknoteter Wollsalat. Die Farbe eines Fadens konnte eine Bedeutung haben. Die Stelle eines Knotens konnte eine Zahl anzeigen. Verschiedene Knotenarten konnten unterschiedliche Informationen tragen.
Das war ziemlich schlau. Und ganz ehrlich: Wenn ich heute meine Spielsachen so zählen müsste, hätte ich vermutlich drei Knoten für „gefunden“ und sieben Knoten für „Mama weiß besser nicht, wo das liegt“.
Beispielrechnung mit Quipu
Nehmen wir einen blauen Faden. Drei Knoten drauf: Du hast drei Maiskolben. Lecker! Jetzt nimmst du einen gelben Faden, machst fünf Knoten drauf. Das sind die fünf Lamas, die du gestern zählen musstest.
Und wenn Mama fragt, wie viel Mais und Lamas zusammen sind, musst du die beiden Quipus einfach nebeneinander halten und hoffen, dass sie keine Fragen mehr stellt.
Rechnen wir trotzdem: Drei Maiskolben plus fünf Lamas sind acht Dinge. Keine acht Lamas. Keine acht Maiskolben. Acht Dinge zusammen. Wichtig ist also: Der Faden sagt, was gezählt wird. Der Knoten sagt, wie viel davon da ist.
Wenn ein Knoten falsch sitzt
Und wenn du mal was vergisst, knüpfst du einfach einen neuen Knoten. Aber pass auf, dass du die Fäden nicht durcheinanderbringst.
Sonst denkt Oma, dass du achtzehn Lamas gegessen hast und nicht nur drei. Und dann wird es schwierig. Sehr schwierig. Besonders für die Lamas.
Warum Quipu so wichtig war
Die Inkas hatten kein Papier wie wir heute. Trotzdem mussten sie wissen, wie viele Vorräte es gab, wie viele Menschen arbeiteten, wie viele Tiere vorhanden waren und welche Abgaben gesammelt wurden.
Ein Quipu half dabei. Er war Verwaltung, Zählhilfe und Gedächtnisstütze in einem. Für ein großes Reich war das wichtig, denn ohne Ordnung wird aus Maislager schnell Maissalat. Und aus Maissalat wird meistens Ärger.
Mehr über die Welt der Inka findest du auch bei Geschichte Perus, Inka Götter und Inka Mythologie.
Also merkt euch: Ein Quipu sieht aus wie ein Haufen Fäden. In Wirklichkeit war er aber ein ziemlich schlaues Inka-System. Nur bitte nicht als Halskette benutzen. Sonst zählt dich am Ende noch jemand als Lama.
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