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Perusa erklärt das Inka-Reich

Eine kindgerechte Einführung in Cusco, den Sapa Inka, Bergterrassen, schnelle Boten und das große Wegenetz der Anden.

Perusa erklärt das Inka-Reich

Hallo, ich bin Perusa

Heute erzähle ich euch vom großen Inka-Reich. Und ja, groß meint hier nicht: einmal um den Dorfplatz laufen und fertig.

Das Reich war riesig, bergig und spannend. Manchmal waren die Wege so steil, dass selbst ein Lama kurz nachdenken musste.

Das Inka-Reich auf einen Blick

Das Inka-Reich hieß Tawantinsuyu. Es entwickelte sich zu einem großen Andenreich und erreichte im 15. und frühen 16. Jahrhundert seine größte Ausdehnung.

Sein politisches, religiöses und administratives Zentrum war Cusco. Von dort aus wurden große Teile der Andenwelt miteinander verbunden.

Die Inka nutzten Straßen, Boten, Brücken, Terrassen, Vorratshäuser und Quipus. Quipus waren Knotenschnüre, mit denen Informationen festgehalten wurden.

NameTawantinsuyu, das Reich der vier Teile
ZentrumCusco in den Anden
HerrscherDer Sapa Inka
VerbindungenWege, Brücken und schnelle Boten
VersorgungTerrassen, Kanäle und Vorratshäuser
AufzeichnungenQuipus aus Schnüren und Knoten

Perusa erzählt

„Hallo zusammen! Ich bin Perusa, und heute erzähle ich euch von meiner Heimat, dem großen Inka-Reich!“

„Jetzt denkt ihr vielleicht: Was war das eigentlich? Das Inka-Reich war ein großes Reich in Südamerika. Es lag entlang der Anden und verband viele Landschaften, Orte und Gemeinschaften.“

„Und glaubt mir, ich weiß, wie anstrengend solche Wege sein können. Mein Freund Peruso und ich sind manchmal heimlich losgelaufen. Natürlich nur zum Forschen. Also fast nur. Manchmal auch, weil Peruso irgendwo Mais gerochen hatte.“

Perusa lachte und zwinkerte den Kindern zu.

„Stellt euch vor, viele Orte lagen so hoch in den Bergen, dass die Wolken manchmal ganz nah wirkten. Peruso sagte einmal: Perusa, der Himmel hat Schnupfen.“

„Das Reich hatte hohe Berge, sonnige Täler, trockene Küstenlandschaften und viele Wege. Manche waren so steil, dass selbst mutige Leute plötzlich sehr dringend ihre Sandalen anschauen mussten.“

„Die Menschen in den Anden bauten Terrassen in die Berghänge. Das sind große Stufen im Gelände. Darauf konnten Mais, Kartoffeln, Quinoa und andere Pflanzen wachsen.“

„Terrassen und Wasserkanäle gab es in den Anden schon vor dem Inka-Reich. Die Inka nutzten und erweiterten dieses Wissen. Ohne solche Lösungen wären viele Hänge einfach nur sehr hübsch und ziemlich unpraktisch gewesen.“

Perusa erklärt das Leben im Inka-Reich
Perusa erklärt kindgerecht, wie Menschen im Inka-Reich in den Bergen lebten.

„Ihr fragt euch vielleicht, wer das Reich regierte. Der oberste Herrscher wurde Sapa Inka genannt.“

„Der Sapa Inka stand an der Spitze der politischen und religiösen Ordnung. Das klingt nach viel Arbeit. War es auch. Ich glaube, der hatte abends keine Zeit mehr für Unsinn. Dafür hatte er ja uns Kinder.“

„Das Inka-Reich war nicht nur groß. Es war auch gut organisiert. Besonders wichtig war das Wegenetz. Es wird heute Qhapaq Ñan genannt.“

„Viele dieser Wege waren älter als das Inka-Reich. Die Inka bauten sie weiter aus und verbanden damit Orte, Felder, Verwaltungszentren und heilige Plätze.“

„Über die Wege liefen Boten. Sie hießen Chasquis. Ein Bote rannte nicht unbedingt allein durch das ganze Reich. Nachrichten konnten von Läufer zu Läufer weitergegeben werden.“

„Ich habe das auch versucht. Nach drei Minuten wollte Peruso eine Pause mit Maisbrot. Das war für die Geschwindigkeit nicht ideal.“

„Außerdem gab es Vorratshäuser. Sie werden Qullqas genannt. Dort konnten Lebensmittel und andere Güter gelagert werden. Das war wichtig, wenn irgendwo Hilfe gebraucht wurde.“

„Die Inka wussten: Ein Reich funktioniert nur, wenn Wege, Vorräte und Menschen miteinander verbunden sind. Wenn ein Weg kaputt war, musste er repariert werden. Wenn ein Dorf Hilfe brauchte, musste jemand handeln. Wenn ein Lama im Weg stand, musste man höflich warten. Lamas diskutieren nämlich gern mit ihrem Gesicht.“

Perusa grinste.

„Natürlich gab es auch Götter und Geschichten. Der Sonnengott Inti war besonders wichtig. Die Sonne brachte Licht und Wärme. Sie spielte auch eine große Rolle für Landwirtschaft, Feste und die Herrscherlinie.“

„Die Menschen achteten außerdem auf Berge, Wasser, Erde und Tiere. Die Natur war nicht einfach nur Kulisse. Sie gehörte zum Leben und zur religiösen Welt.“

„Und dann gab es Cusco. Cusco war das Herz des Reiches. Der Name wird oft mit Nabel oder Zentrum verbunden. Von dort führten wichtige Wege in unterschiedliche Richtungen.“

„Peruso sagt, Cusco sei eher der Bauch des Reiches, weil dort alles Wichtige lande. Ich sage Herz. Denn von Cusco aus wurde regiert, geplant, gefeiert und erinnert.“

„Viele Herrscher kamen nacheinander. Manco Cápac steht am Anfang der alten Ursprungserzählungen. Später wurde das Reich unter Herrschern wie Pachacútec stark erweitert.“

„Nicht jede Geschichte ist ganz sicher. Die Inka nutzten keine alphabetische Schrift wie die Spanier. Vieles wurde erzählt, erinnert oder mit Quipus festgehalten. Später schrieben Chronisten darüber.“

„Darum müssen wir bei manchen Details vorsichtig sein. Aber eines ist klar: Die Inka waren beeindruckende Organisatoren, Baumeister und Meister darin, mit schwierigen Landschaften umzugehen.“

Perusa erklärt das Inka-Reich für Kinder
Perusa macht das Inka-Reich für Kinder verständlich, mit Bergen, Humor und viel Neugier.

„Ihr werdet noch viel mehr erfahren: über Herrscher, Götter, Wege, Felder, Feste und Geheimnisse. Ihr werdet lachen, staunen und vielleicht ein bisschen das Gefühl bekommen, selbst durch die hohen Berge der Inka zu wandern.“

„Seid ihr bereit? Dann zieht die Sandalen fest. Bei den Inka geht es selten geradeaus.“

(c) by PeruMagazin

Kleine Erklärung für Kinder

Das Inka-Reich war ein großes Reich in Südamerika. Es lag entlang der Anden und hatte Cusco als wichtigstes Zentrum.

Der oberste Herrscher hieß Sapa Inka. Er war Teil einer politischen und religiösen Ordnung.

Das Wegenetz Qhapaq Ñan verband viele Orte. Schnelle Boten, die Chasquis, übermittelten Nachrichten. Vorratshäuser, die Qullqas, halfen bei der Lagerung von Lebensmitteln und anderen Gütern.

Die Inka nutzten keine alphabetische Schrift. Für Aufzeichnungen spielten Quipus mit Schnüren und Knoten eine wichtige Rolle.

Gut zu wissen

Das Inka-Reich entstand nicht aus dem Nichts. Viele Straßen, Landwirtschaftstechniken und kulturelle Ideen hatten ältere Wurzeln in der Andenwelt.

Die Inka griffen vorhandenes Wissen auf, erweiterten es und verbanden große Gebiete miteinander. Das berühmte Wegenetz erreichte seine größte Ausdehnung im 15. Jahrhundert.

UNESCO beschreibt den Qhapaq Ñan als Rückgrat der politischen und wirtschaftlichen Macht des Inka-Reiches. Auch Cusco ist UNESCO-Welterbe und gilt als Herz der imperialen Regierung des Tawantinsuyu.

Qhapaq ÑanDas große Anden-Wegenetz mit älteren Wurzeln.
ChasquisLäufer, die Nachrichten weitergaben.
QullqasVorratshäuser für Lebensmittel und andere Güter.
QuipusSchnüre und Knoten zur Aufzeichnung von Informationen.
TerrassenStufenfelder für Landwirtschaft an Berghängen.
CuscoPolitisches, religiöses und administratives Zentrum.

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Häufige Fragen zum Inka-Reich

Was war das Inka-Reich?

Das Inka-Reich war ein großes Andenreich in Südamerika. Es hieß Tawantinsuyu und hatte Cusco als politisches, religiöses und administratives Zentrum.

Wer war der Sapa Inka?

Der Sapa Inka war der oberste Herrscher. Er stand an der Spitze der politischen und religiösen Ordnung.

Was war der Qhapaq Ñan?

Der Qhapaq Ñan war ein großes Anden-Wegenetz mit älteren Wurzeln. Die Inka bauten es aus und nutzten es für Verwaltung, Austausch und Reisen.

Wer waren die Chasquis?

Chasquis waren schnelle Läufer. Sie übermittelten Nachrichten über das Wegenetz von Station zu Station.

Warum waren Terrassen wichtig?

Terrassen schufen nutzbare Flächen an Berghängen. Sie halfen dabei, Pflanzen anzubauen und Boden sowie Wasser besser zu kontrollieren.

Hatten die Inka eine Schrift?

Die Inka nutzten keine alphabetische Schrift. Für Aufzeichnungen spielten Quipus aus Schnüren und Knoten eine wichtige Rolle.

Quellen

UNESCO World Heritage Centre: City of Cuzco

UNESCO World Heritage Centre: Qhapaq Ñan, Andean Road System

Encyclopaedia Britannica: Inca

Terence N. D’Altroy: The Incas

María Rostworowski: Historia del Tahuantinsuyu

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