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Perusina und Perusino finden Lloque Yupanqui

Eine kindgerechte Gutenachtgeschichte über den dritten Sapa Inka, Inti, Wasserwege und die Kraft der Zusammenarbeit.

Eine Gutenachtgeschichte über den dritten Sapa Inka

Diese kindgerechte Geschichte erzählt von Perusina, Perusino, Inti und Lloque Yupanqui. Der dritte Sapa Inka erscheint hier als ruhiger Herrscher, der Zusammenarbeit, Wasserwege und Gemeinschaft stärkt.

Die Geschichte ist frei erzählt. Sie greift aber echte Bezüge aus der Inka-Welt auf: Lloque Yupanqui gilt in der traditionellen Herrscherfolge als Nachfolger von Sinchi Roca und gehört zur frühen Phase rund um Cusco.

HauptfigurenPerusina und Perusino
Inka-HerrscherLloque Yupanqui
GottheitInti, der Sonnengott
ThemaZusammenarbeit, Bewässerung und Fürsorge
AlterFür Kinder ab etwa 6 Jahren
ReihePerusina und Perusino erzählen Peru

Der Herrscher, der das Wasser zurückbrachte

Es war eine laue Nacht im magischen Land Peru. Der Mond stand hell über den Bergen. Die Sterne funkelten so klar, als hätte jemand kleine Silberkörner über den Himmel gepustet.

In ihrem gemütlichen Zimmer lagen Perusina und Perusino unter weichen Decken. Schlafen konnten sie nicht. Ihre Gedanken wanderten durch alte Geschichten, hohe Berge und das ferne Reich der Inka.

Perusina stützte sich auf die Ellenbogen. „Weißt du, wer der dritte Inka war?“

Perusino runzelte die Stirn. „Der dritte? Also nach Manco Cápac und Sinchi Roca?“

„Genau.“

Perusino dachte angestrengt nach. Das machte sein Gesicht sehr ernst. „Ich weiß es nicht. Aber ich finde, das ist eine Frage, die man nicht einfach unter die Decke schieben sollte.“

„Dann müssen wir es herausfinden“, sagte Perusina.

Kaum hatte sie das gesagt, füllte warmes goldenes Licht das Zimmer. Es war nicht grell. Es fühlte sich an wie ein Sonnenstrahl, der sich verlaufen hatte und nun freundlich um Hilfe bat.

Aus dem Licht trat eine strahlende Gestalt. Sie trug eine goldene Krone, die wie Sonnenstrahlen aussah.

Perusina setzte sich sofort auf. „Inti!“

Perusino zog die Decke bis zur Nase. „Kommt der Sonnengott immer nachts?“

Inti lächelte. „Nur, wenn Kinder wichtige Fragen stellen.“

„Dann haben wir Glück“, sagte Perusino. „Ich stelle dauernd Fragen.“

„Das habe ich bemerkt“, sagte Inti freundlich.

Perusina sah den Sonnengott gespannt an. „Wir wollen wissen, wer der dritte Sapa Inka war.“

„Dann folgt mir“, sagte Inti. „Ich bringe euch in die frühe Welt der Inka.“

Ein goldener Lichtstrahl legte sich um die Kinder. Ihr Zimmer verschwand. Einen Atemzug später standen sie mitten in den Anden.

Vor ihnen lagen grüne Täler, steile Hänge und Berge, die bis in den Himmel ragten. Die Luft roch nach Gras, Erde und kaltem Stein.

„Das ist das Land der Inka“, sagte Inti. „Und dort vorne liegt Cusco, das Herz ihrer frühen Welt.“

Perusina sah in die Ferne. „Es ist wunderschön.“

Perusino nickte. „Und sehr groß. Meine Beine sind schon vorsorglich müde.“

Sie gingen auf einen goldenen Tempel zu. Seine Mauern schimmerten im Licht, und die Steine wirkten, als könnten sie uralte Geschichten erzählen.

Plötzlich rauschte es über ihnen. Ein mächtiger Kondor glitt aus den Wolken herab und setzte sich auf einen Fels.

„Halt“, rief der Kondor mit tiefer Stimme. „Wer den Tempel betreten will, muss eine Frage beantworten.“

Perusino flüsterte: „Ich hoffe, es ist keine Mathefrage.“

Der Kondor sah ihn streng an. „Wer war der dritte Sapa Inka?“

Perusina trat einen Schritt vor. „Das wissen wir noch nicht. Aber wir wollen es lernen.“

Der Kondor nickte langsam. „Dann hört gut zu. Der dritte Sapa Inka hieß Lloque Yupanqui.“

Perusino wiederholte den Namen vorsichtig. „Lloque Yupanqui. Das klingt, als müsste man dabei nicht niesen.“

Perusina stieß ihn leicht an. „Perusino.“

Der Kondor ließ sich nicht stören. „Lloque Yupanqui folgte auf Sinchi Roca. Er gehört zur frühen Herrscherreihe der Inka. Über seine Zeit wissen wir weniger als über spätere Herrscher.“

„Also müssen wir vorsichtig erzählen“, sagte Perusina.

„Sehr vorsichtig“, sagte Inti. „Nicht jede alte Geschichte ist ein sicherer Bericht. Aber sie kann trotzdem zeigen, was den Menschen wichtig war.“

Der Kondor breitete seine Flügel aus. „Kommt. Ich zeige euch, wofür Lloque Yupanqui in unserer Geschichte steht.“

Ein warmer Wind hob die Kinder an. Sie schwebten hinter dem Kondor über Täler und Berge. Unter ihnen glänzten Flüsse wie lange silberne Fäden.

Bald landeten sie in einem kleinen Dorf. Die Menschen arbeiteten auf Feldern. Einige trugen Körbe. Andere besserten Kanäle aus. Kinder sammelten Steine vom Weg.

„Hier lebt eine Gemeinschaft, die Wasser braucht“, sagte der Kondor.

Perusino sah sich um. „Wasser ist immer wichtig. Ohne Wasser wird sogar Mais traurig.“

„Das stimmt“, sagte Inti. „In den Anden mussten die Menschen sehr genau mit Wasser umgehen.“

Der Kondor zeigte auf schmale Kanäle, die sich durch die Felder schlängelten. „In dieser Geschichte hilft Lloque Yupanqui den Menschen, Wasser besser zu verteilen. So können ihre Pflanzen wachsen.“

Perusina ging an einem Kanal entlang. Das Wasser floss ruhig zwischen Steinen. „Das ist wie eine kleine Straße für Wasser.“

„Eine sehr nasse Straße“, sagte Perusino.

Da hörten sie plötzlich ein tiefes Donnern. Ein großer Felsblock löste sich von einem Hang und rollte auf den Wasserkanal zu.

„Achtung!“, rief Perusina.

Der Fels blieb genau vor dem Kanal liegen. Das Wasser staute sich. Ein Feld darunter blieb trocken.

Ein kleines Lama kam angerannt. Es sah so aufgeregt aus, wie ein Lama eben aussehen kann. Also sehr ernst und ein bisschen beleidigt.

„Das Wasser kommt nicht weiter“, rief das Lama. „Wenn wir den Stein nicht wegschaffen, trocknet das Feld aus.“

Perusino blinzelte. „Das Lama spricht.“

„Heute wundert dich das noch?“, fragte Perusina.

„Ein bisschen.“

Perusina sah zum Felsblock. „Was würde Lloque Yupanqui tun?“

Perusino erinnerte sich an die Worte des Kondors. „Er würde die Menschen zusammenbringen.“

„Dann machen wir das.“

Die beiden liefen durch das Dorf. „Kommt alle her!“, rief Perusina. „Der Kanal ist blockiert.“

„Wir brauchen Hilfe“, rief Perusino. „Und starke Arme. Und vielleicht jemanden, der weiß, wie man nicht unter einem Felsen landet.“

Die Dorfbewohner kamen zusammen. Alte Menschen, junge Menschen, Kinder und das kleine Lama standen um den Fels.

Inti trat neben sie. „Niemand muss allein stark genug sein. Gemeinsam kann eine Gemeinschaft Dinge bewegen.“

Perusina nickte. „Alle zusammen.“

Die Menschen legten Holzstangen an den Fels. Andere räumten kleine Steine zur Seite. Einige stabilisierten den Rand des Kanals.

„Jetzt“, rief Perusino.

Alle drückten. Der Fels bewegte sich kaum.

„Noch einmal“, rief Perusina. „Zusammen.“

Sie drückten wieder. Der Fels ruckte. Das Lama machte ein Geräusch, das sehr wichtig klang.

„Was hat es gesagt?“, fragte Perusino.

„Wahrscheinlich: Drück weiter“, sagte Perusina.

Mit einem letzten kräftigen Schub rollte der Fels zur Seite. Das Wasser gluckerte, sprang über kleine Steine und floss wieder durch den Kanal.

Die Erde trank. Die Pflanzen richteten sich auf. Die Menschen jubelten.

Das kleine Lama hüpfte so hoch, dass Perusino kurz dachte, es wolle Kondor werden.

„Ihr habt es geschafft“, sagte der Kondor. „Nicht durch einen einzelnen Helden. Durch Zusammenarbeit.“

In diesem Moment erschien am Rand des Feldes ein Mann in ruhiger Haltung. Er trug einfache, aber würdige Kleidung. Sein Blick war freundlich und aufmerksam.

„Lloque Yupanqui“, sagte Inti.

Perusina und Perusino verneigten sich.

Lloque Yupanqui sah zum fließenden Wasser. „Ein Herrscher muss nicht immer der Lauteste sein. Manchmal muss er dafür sorgen, dass andere gemeinsam handeln können.“

Perusino dachte nach. „Also ist ein guter Herrscher wie ein Wasserkanal?“

Perusina sah ihn überrascht an. „Das ist gar nicht schlecht.“

Lloque Yupanqui lächelte. „Ein Kanal führt Wasser dorthin, wo es gebraucht wird. Ein Herrscher soll Menschen helfen, ihre Kraft dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wird.“

„Und wenn ein Stein im Weg liegt?“, fragte Perusina.

„Dann sucht man nicht zuerst Schuld“, sagte Lloque Yupanqui. „Man sucht gemeinsam eine Lösung.“

Perusino nickte ernst. „Das ist schwerer, als nur zu meckern.“

„Viel schwerer“, sagte Inti. „Darum ist es wichtig.“

Lloque Yupanqui zeigte auf die Felder. „Die frühe Inka-Welt wuchs nicht an einem einzigen Tag. Sie brauchte Ordnung, Arbeit und Zusammenhalt.“

Der Kondor hob die Flügel. Im Wind erschienen Bilder von Cusco, Terrassen, Wegen und kleinen Gemeinschaften.

„Lloque Yupanqui war kein Herrscher, über den wir sehr viele sichere Einzelheiten kennen“, erklärte der Kondor. „Aber in dieser Geschichte steht er für den dritten Schritt der frühen Inka: weiterbauen, verbinden und versorgen.“

Perusina zählte an den Fingern. „Manco Cápac war der Anfang. Sinchi Roca festigte die junge Ordnung. Lloque Yupanqui führte sie weiter.“

„Genau“, sagte Inti.

Perusino hob ebenfalls drei Finger. „Und er hatte ein sprechendes Lama im Dorf.“

Das Lama sah ihn streng an.

„In unserer Geschichte“, fügte Perusino schnell hinzu.

Das Lama wirkte zufriedener.

Die Sonne senkte sich langsam hinter die Berge. Der Himmel wurde rosa, orange und violett.

Inti trat zu den Kindern. „Ihr habt heute gelernt, dass eine Gemeinschaft mehr schaffen kann als ein einzelner Mensch.“

Perusina nickte. „Und dass Wasser Leben bringt.“

Perusino sagte: „Und dass Lamas sehr genau zuhören.“

„Auch das“, sagte Inti.

Lloque Yupanqui verneigte sich leicht. „Erzählt meine Geschichte mit Sorgfalt. Macht sie nicht größer, als sie sein muss. Aber vergesst nicht, dass auch ruhige Herrscher wichtig sein können.“

Perusina legte eine Hand auf ihr Herz. „Das versprechen wir.“

Perusino tat es ihr nach. „Und ich verspreche, den Namen zu üben.“

„Lloque Yupanqui“, sagte Perusina.

„Lloque Yupanqui“, wiederholte Perusino. „Geht doch.“

Inti hob die Hand. Goldenes Licht umgab die Kinder. Das Dorf, der Kondor, das Lama und Lloque Yupanqui wurden weich und hell wie ein Traum.

Einen Atemzug später lagen Perusina und Perusino wieder in ihrem Zimmer. Der Mond schien durchs Fenster. Alles war still.

„War das echt?“, flüsterte Perusino.

„Echt genug, um es zu erzählen“, sagte Perusina.

Perusino kuschelte sich in seine Decke. „Lloque Yupanqui war also der dritte Inka.“

„Ja“, sagte Perusina. „Und er erinnert uns daran, dass Zusammenarbeit wichtig ist.“

„Und Wasserkanäle.“

„Und Wasserkanäle.“

„Und Lamas.“

Perusina lachte leise. „Gute Nacht, Perusino.“

„Gute Nacht, Perusina.“

Bald schliefen die beiden ein. Die Sterne funkelten über ihnen. In ihren Träumen flogen Kondore über die Anden, Wasser rauschte durch Kanäle, und ein kleines Lama bewachte sehr wichtig ein grünes Feld.

(c) by ToPet

Kleine Erklärung für Kinder

Lloque Yupanqui gilt in der traditionellen Inka-Herrscherfolge als dritter Sapa Inka. Er folgte auf Sinchi Roca.

Über ihn gibt es nur wenige sichere Informationen. Viele Geschichten stammen aus späteren Chroniken und mündlicher Überlieferung.

In dieser Erzählung steht Lloque Yupanqui für Zusammenarbeit, Versorgung und den weiteren Aufbau der frühen Inka-Gemeinschaft rund um Cusco.

Der Kondor und das sprechende Lama sind erzählerische Figuren. Sie helfen Kindern, die Botschaft der Geschichte besser zu verstehen: Gemeinsam kann man Hindernisse überwinden.

Historischer Hintergrund

Lloque Yupanqui gehört zur frühen, nur unsicher belegten Inka-Tradition. In der klassischen Herrscherfolge steht er nach Manco Cápac und Sinchi Roca an dritter Stelle.

Britannica beschreibt Lloque Yupanqui als dritten Herrscher der Überlieferung und betont, dass er wie sein Vater Sinchi Roca nicht als kriegerischer Eroberer erscheint und dem Inka-Gebiet nach dieser Darstellung keine großen neuen Länder hinzufügte.

Für diese Kinderseite bedeutet das: Die Geschichte darf fantasievoll sein, aber sie sollte vorsichtig bleiben. Lloque Yupanqui wird hier nicht als sicher belegter großer Reformer gezeigt, sondern als Symbol für den ruhigen Aufbau der frühen Inka-Gemeinschaft.

Die Themen Wasser, Kanäle, Zusammenarbeit und Versorgung passen gut zur Andenwelt. Sie zeigen, dass Macht nicht nur aus Kämpfen bestand, sondern auch aus Organisation, Nahrung, Arbeitsteilung und gemeinsamer Verantwortung.

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Häufige Fragen zur Geschichte

Wer war Lloque Yupanqui?

Lloque Yupanqui gilt in der traditionellen Inka-Herrscherfolge als dritter Sapa Inka.

Wer war sein Vorgänger?

Sein Vorgänger war Sinchi Roca, der zweite Sapa Inka.

Wer folgte auf Lloque Yupanqui?

Nach Lloque Yupanqui folgte in der traditionellen Herrscherfolge Mayta Cápac.

Ist die Geschichte historisch genau?

Nein. Die Geschichte ist eine kindgerechte Fantasieerzählung mit historischen Bezügen.

Warum kommt ein Lama vor?

Das Lama ist ein erzählerisches Element. Es macht Kindern die Bedeutung von Zusammenarbeit und Verantwortung leichter verständlich.

Warum ist Wasser in der Geschichte wichtig?

Wasser war in der Andenlandwirtschaft sehr wichtig. Kanäle und Terrassen halfen, Felder in schwieriger Berglandschaft zu bewirtschaften.

Hinweis und Quellen

Diese Seite ist eine kindgerechte Fantasiegeschichte mit historischen Bezügen. Perusina und Perusino sind Erzählfiguren von PeruMagazin.

Fachlich geprüft mit Britannica zur frühen Inka-Geschichte im Cuzco-Tal, PeruMagazin-Inhalten zu Lloque Yupanqui, Sinchi Roca, Manco Cápac, Inti und Cusco sowie allgemeiner Fachliteratur zur frühen Inka-Tradition.

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