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Perusino erwischt Inti am Strand

Perusino erwischt Inti am Strand

Interview mit dem Sonnengott über Licht, Rhythmus, Gold und Inti Raymi

Inti Sonnengott. Ein Strand liegt hell da, und die Wellen klingen wie Applaus, der nie aufhört. Neben Perusino steht ein kleines Hightech-Set, das komplett mit Sonnenenergie läuft. Solarpanels schlucken Licht, Akkus zeigen zufrieden grüne Balken, und die Kamera tut so, als wäre sie mutiger als die Sonne. Ein Blick nach oben reicht trotzdem, damit klar wird, wer hier wirklich der Chef ist.

Perusino erwischt Inti am Strand

Ein Name gehört zu diesem Licht: Inti, der Sonnengot der Inka. Eine Sonne als Gott klingt erst mal wie eine besonders helle Lampe mit Ego. Ein Gespräch zeigt schnell, dass es eher um Ordnung, Zeit und das Leben im Alltag geht. Perusino will es genau wissen, am liebsten ohne Predigt und ohne Langeweile.

Perusino : Eine Sache fällt sofort auf: Der Strom für die Technik kommt von dir. Ein Interview mit eigener Stromversorgung klingt nach Luxus. Welche Laune hat ein Sonnengott, wenn Menschen sein Licht in Akkus stopfen?

Sonnengott (Inti): Eine Laune passt eher zu Menschen. Ein Nutzen passt besser. Sonnenenergie zeigt Lernen, nicht Frechheit. Ein Fehler entsteht erst dann, wenn Regeln plötzlich als abgeschafft gelten.

Perusino : Regeln tauchen bei dir ständig auf, als wären sie Sand in der Badehose. Was macht dich aus, wenn ein Kind nur ein Bild im Kopf behalten soll?

PeruMagazin - Peru, Perusina, Perusino

Sonnengott Inti : Ein Versprechen macht mich aus: Wiederkommen. Ein zweiter Kern gehört dazu: Wärme für Wachstum. Ein dritter Kern hält alles zusammen: Rhythmus, damit ein Tag nicht aus Versehen in Chaos kippt.

Sonnengott Inti  Ein Versprechen macht mich aus Wiederkommen.

Perusino : Chaos hat immerhin Bewegung. Ordnung klingt nach Leuten, die „Psst“ sagen, obwohl niemand laut war. Warum ist Ordnung bei dir so wichtig?

Sonnengott Inti: Ordnung macht Zeit nutzbar. Aussaat braucht den richtigen Moment. Ernte braucht den richtigen Moment. Vorräte brauchen Planung. Ein Reich ohne Takt bekommt zuerst leere Speicher, dann laute Köpfe.

Perusino : Ein Kopf wird bei mir schon laut, wenn das Licht zu stark ist. Warum fühlt sich Wärme manchmal an wie eine Kuscheldecke und manchmal wie eine Pfanne?

Sonnengott Inti: Maß entscheidet. Wind, Wolken und Ort entscheiden mit. Eine Pause durch Schatten schützt Haut, Augen und Felder. Ein Tag ohne Pause wäre keine Freude, sondern eine Belastung.

Perusino : Ein Schatten ist bei mir mittags so klein, dass er sich wahrscheinlich schämt. Ein Abend macht ihn dann wieder lang wie ein Angeber. Was soll das bedeuten?

Sonnengott Inti: Zeit wird sichtbar. Eine Uhr ist dafür nicht nötig. Ein Schatten zeigt, wie der Tag wandert, und der Kopf kann lernen, dass alles seinen Zeitpunkt hat.

Perusino : Ein Zeitpunkt klingt nach Hausaufgabe. Ein glitzerndes Thema klingt besser: Gold. Warum hängt Gold bei den Inka so eng an dir, als hätte es sich bei dir eingemietet?

Sonnengott : Gold ist ein Spiegel für Licht. Menschen lieben sichtbare Beweise. Glanz wirkt wie Wahrheit, obwohl er oft nur Oberfläche ist. Der Sonnengott braucht kein Metall, aber Menschen hängen Bedeutung gern an Dinge, die blinken.

Perusino : Oberfläche funktioniert bei Muscheln gut, bei Leuten weniger. Was passiert im Kopf, wenn Glanz mit Wichtigkeit verwechselt wird?

Sonnengott : Ein Blick wird gieriger. Ein Denken wird fauler. Ein Gefühl von Sicherheit wird gespielt, obwohl nichts sicherer geworden ist. Arbeit, Vorräte und Fairness tragen ein Reich, nicht Glanz.

Perusino : Fairness passt zu einem Tempel, der so berühmt ist, dass selbst freche Stimmen leiser werden: Coricancha in Cusco. Was soll dieser Ort eigentlich bewirken, außer offene Münder?

Sonnengott : Erinnerung soll entstehen. Zeit ist ernst. Ernte ist ernst. Verantwortung ist ernst. Ein Tempel ist kein Schatzkasten, sondern ein Merker, damit Pflichten nicht vergessen werden.

Coricancha in Cusco

Perusino : Verantwortung klingt schwer. Eine Kinder-Version davon klingt besser, weil Kinder bei schweren Worten gern weglaufen, und zwar sehr schnell.

Sonnengott : Teilen hilft. Aufpassen hilft. Grenzen akzeptieren hilft. Ein Kind kennt das vom Spiel: Ein Spiel bleibt gut, wenn nicht einer alles nimmt und dann noch Sieger schreit.

Perusino : Sieger schreien können Menschen auch ohne Spiel. Ein Fest wie Inti Raymi klingt da wie ein riesiger Gruppentermin. Was passiert dort wirklich, wenn es nicht nur nach oben schauen sein soll?

Sonnengott : Dank wird ausgesprochen, damit das Gute nicht als selbstverständlich verschwindet. Bitte wird ausgesprochen, damit Grenzen sichtbar bleiben. Ein Volk erinnert sich daran, dass die dunklere Zeit nicht das Ende ist. Zusammenhalt wird warm, bevor Angst kalt macht.

Perusino : Angst kommt bei mir, wenn eine Welle plötzlich schneller ist als meine Beine. Was passiert, wenn Menschen dich als selbstverständlich behandeln, so wie Sand, der „immer da“ ist, bis er in der Socke kratzt?

Sonnengott : Respekt verschwindet. Maß verschwindet. Verschwendung und Horten werden häufiger. Verteilung wird unfairer. Ein Sonnengott straft nicht wie ein Mensch, aber Folgen kommen trotzdem.

Perusino : Folgen kommen bei Illapa immer mit Krach. Ein Team scheint da oben trotzdem zu laufen. Wie sieht dein Verhältnis zu Regen und Donner aus, ohne dass es nach Streitserie klingt?

Sonnengott : Zusammenarbeit passt. Regen ohne Licht macht Kälte und Matsch. Licht ohne Regen macht Staub und Hunger. Leben entsteht, wenn beides zusammenpasst.

Abschluss Ein Windstoß schiebt Sand über die Solarpanels, als wollte der Strand selbst testen, ob die Technik wirklich durchhält.

Abschluss Ein Windstoß schiebt Sand über die Solarpanels, als wollte der Strand selbst testen, ob die Technik wirklich durchhält. Perusino pustet den Sand weg, die Akkus blinken weiter, und Inti hängt über allem wie ein stilles Versprechen. Ein Gefühl bleibt im Kopf: Sonne ist nicht nur schön, sondern auch eine Art Regelwerk, das jeden Tag neu startet, ganz ohne Bedienungsanleitung.

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