Peru Sicherheit 2026: Aktuelle Reisehinweise zu Kriminalität, Protesten, Naturgefahren und Gesundheit
Peru bleibt ein starkes Reiseziel, gleichzeitig zeigt die Praxis klare Sicherheitsunterschiede nach Region, Uhrzeit und Transportart. Die Seite bündelt aktuelle Hinweise zu Kriminalität, Demonstrationen, Ausnahmezuständen, Naturgefahren, Höhenlage, Gesundheit und Verkehr. Ein Schwerpunkt liegt auf konkreten, leicht umsetzbaren Maßnahmen.
Stand: 08.01.2026
Auf einen Blick
- Häufige Risiken: Diebstahl, Raub, Betrug, K.-o.-Tropfen in Bars, Taxi-Delikte in Hotspots
- Aktuelle Lage: Proteste und Blockaden bleiben möglich, regional teils Ausnahmezustand
- Reiseplanung: Pufferzeiten und Alternativen bei Straßen- und Bahnunterbrechungen
- Natur: Erdbebenrisiko landesweit, Regenzeit (Dezember bis März) mit Erdrutschen möglich
- Gesundheit: Höhenlage in Andenregionen, Mückenschutz in Tieflandgebieten
Inhalt
- Kriminalität und typische Maschen
- Proteste, Streiks und Ausnahmezustände
- Regionen mit erhöhtem Risiko
- Naturgefahren und Wetter
- Gesundheit: Höhe, Mücken, Impfungen
- Verkehr und Mobilität
- Checkliste für sichere Tage in Peru
- FAQ
- Quellen
Kriminalität und typische Maschen
Ein Schwerpunkt liegt in Großstädten, im öffentlichen Nahverkehr, an Busbahnhöfen, in Einkaufsstraßen und auf Märkten. Ein erhöhtes Risiko besteht außerdem in Randbezirken und bei Nacht, auch in touristisch bekannten Vierteln einzelner Städte.
Hotspots und Situationen mit höherem Risiko
- Innenstädte am Abend, belebte Plätze, Märkte und Ausgehzonen
- Busbahnhöfe, Umstiege, Warteschlangen und Gedränge
- Taxi-Transfers, besonders bei nicht lizenzierten Anbietern
- Überlandfahrten in der Nacht auf bestimmten Strecken
Häufige Delikte und Vorgehensweisen
- Taschendiebstahl: Ablenkung, Gedränge, Teamarbeit
- Raub: oft schnell, teils mit Waffen, Widerstand erhöht das Risiko
- Express-Entführungen: Zwang zum Geldabheben am Automaten
- K.-o.-Tropfen: Risiko in Bars und Clubs bei unbeaufsichtigten Getränken
- Betrug mit Internetkontakt: Aufbau von Vertrauen, spätere Kurier- oder Geldforderungen
Praktische Schutzmaßnahmen ohne „Panikmodus“
- Körpernaher Transport: Geld und Karten getrennt, kleine „Tagesbörse“, Rest im Safe
- Dokumentensicherung: digitale Kopien von Pass, Versicherung, Tickets, Notfallkontakten
- Taxi-Auswahl: Nutzung offizieller oder vermittelter Anbieter, keine spontanen Straßen-Taxis
- Getränke-Regel: keine unbeaufsichtigten Getränke, keine Annahme von Unbekannten
- Abendplanung: gut beleuchtete Wege, Gruppen statt Alleingänge, Rückfahrt vorab organisiert
Hinweis zu Flughafen Lima
Eine sichere Abholung gilt als besonders wichtig. Ein Transfer über lizenzierte Anbieter im Ankunftsbereich reduziert das Risiko bei An- und Abreise.
Notfallkontakt
Touristenpolizei (Lima, Policía de Turismo): Calle General Vidal 230, Tel. +511 4601060 / 4600849 / 4600921
Proteste, Streiks und Ausnahmezustände
Proteste bleiben schwer vorhersehbar. Blockaden können Straßen, Bahnverbindungen und Zubringer zu Flughäfen treffen, teils ohne lange Vorwarnzeit. Zusätzlich existieren in einzelnen Regionen zeitweise Ausnahmezustände, mit erhöhter Präsenz von Sicherheitskräften und eingeschränkten Rechten der Bevölkerung.
Auswirkungen auf Reisen
- Unterbrechungen von Fernbuslinien, Sperrungen von Hauptstraßen
- Störungen von Zugverbindungen, auch auf touristisch relevanten Achsen im Süden
- Einschränkungen an Landgrenzen durch Streiks oder Sicherheitsmaßnahmen
- Zusätzliche Zeitkontrollen und Umleitungen in Ausnahmezustandsgebieten
Sinnvolle Reaktion bei Blockaden
- Distanz zu Menschenansammlungen und Demonstrationen
- Umplanung statt Durchfahren, kein Versuch des „Durchdrückens“ an Sperren
- Pufferzeiten in jeder Etappe, besonders vor Flügen und Weiterreisen
- Informationsquellen über Unterkunft, seriöse Anbieter und lokale Behörden
Regionen mit erhöhtem Risiko
Einige Grenz- und Binnenregionen weisen erhöhte Risiken durch organisierte Kriminalität oder sicherheitsrelevante Vorfälle auf. Offizielle Hinweise nennen unter anderem Grenznähe zu Kolumbien (Loreto, bestimmte Zonen), das VRAEM-Gebiet sowie einzelne Teilbereiche bestimmter Regionen. Touristische Kernziele rund um Cusco, Heiliges Tal, Inka-Trail und Machu Picchu liegen laut offizieller Einordnung außerhalb der betroffenen Teilbereiche.
Typische Risikotreiber
- Organisierte Kriminalität und Drogenhandel in einzelnen Grenz- und Flusszonen
- Schwächere Infrastruktur und eingeschränkte Hilfeleistung in abgelegenen Gebieten
- Bewaffnete Vorfälle und Überfälle auf bestimmten Routen, teils nachts
Amazonas und Bootstouren
Ein erhöhtes Risiko besteht vereinzelt entlang bestimmter Flussabschnitte. Eine Tour mit etablierten Anbietern, klare Routenplanung und Gruppenorganisation gelten als robuste Basis.
Naturgefahren und Wetter
Peru liegt in einer seismisch aktiven Zone. Zusätzlich kann die Regenzeit im Hochland und in Übergangsregionen zu Erdrutschen und Überschwemmungen führen. Vulkane im Süden zeigen weiterhin Aktivität, meist mit Ascheausstoß und regionalen Einschränkungen.
Regenzeit und Routenwahl
- Regenzeit (Dezember bis März): höhere Wahrscheinlichkeit für Erdrutsche und Straßensperren
- Bergrouten: zusätzliche Fahrzeiten, Ausweichstrecken und flexible Buchungen
- Hinweissystem: Beachtung lokaler Warnungen und Sperrungen
Gesundheit: Höhe, Mücken, Impfungen
Höhenlage und Anpassung
Andenregionen liegen häufig deutlich über 2.500 Metern. Ein langsamer Aufstieg, Ruhe am ersten Tag, ausreichendes Trinken und ein moderates Tempo senken das Risiko für Höhenbeschwerden. Bei starken Symptomen gilt medizinische Abklärung als sinnvoll, bei ernsten Verläufen zählt rascher Abstieg als wichtigste Maßnahme.
Mückenschutz und Tropenrisiken
In tieferen Lagen östlich der Anden treten mückenübertragene Erkrankungen auf. Ein konsequenter Mückenschutz mit Repellent, langer Kleidung und Moskitonetz zählt zu den wichtigsten Bausteinen.
Malaria in Peru, grobe Orientierung
- Übertragungsschwerpunkte: unter 2.500 Metern östlich der Anden, einschließlich Amazonasgebiete
- Kein Übertragungsgebiet: viele Hochland-Touristenregionen und mehrere Küstenstädte
Gelbfieber, grobe Orientierung
Eine Gelbfieberimpfung wird für Reisen in bestimmte Gebiete unterhalb von 2.300 Metern empfohlen. Für Aufenthalte oberhalb dieser Höhenlage, einschließlich Lima, Cusco, Machu Picchu und Inka-Trail, wird sie in offiziellen Hinweisen als nicht empfohlen beschrieben. Ein Impfnachweis kann bei Weiterreise in ein Drittland dennoch verlangt werden.
Pflanzenmedizin und Zeremonien
Ein Sicherheitsaspekt betrifft Substanzen wie Ayahuasca oder Kambo. Berichte über schwere Zwischenfälle, Übergriffe und Diebstähle existieren, besonders in unkontrollierten Settings. Eine nüchterne Risikoabwägung und die Wahl seriöser, medizinisch abgesicherter Strukturen reduzieren Gefahren, eine Null-Risiko-Option bleibt es nicht.
Verkehr und Mobilität
Ein chaotischer Verkehr gehört in vielen Städten zum Alltag. Ein erhöhtes Unfallrisiko betrifft Überlandstrecken, besonders auf Gebirgsstraßen und bei Nacht. Streiks und Proteste können zusätzlich den Personenverkehr kurzfristig einschränken.
Robuste Entscheidungen bei Transport
- Tagesfahrten: Schwerpunkt auf Fahrten bei Tageslicht, Reduktion von Nachtfahrten
- Buswahl: größere Anbieter und feste Terminals statt spontane Abfahrten
- Route nach Machu Picchu: Bahnanreise als häufig sicherere Alternative zu bestimmten Bus- und Pistenrouten
- Taxi: offizielle Unternehmen oder Vermittlung über Unterkunft, keine Straßenaufnahme
Checkliste für sichere Tage in Peru
- Dokumente: digitale Kopien, getrennte Aufbewahrung, Notfallnummern griffbereit
- Geld: kleine Bargeldreserve, Karten getrennt, größere Werte im Safe
- Mobilität: Nachtfahrten vermeiden, Pufferzeiten vor Flügen, Alternativrouten geplant
- Umfeld: Randbezirke und riskante Zonen meiden, Abendwege kurz und organisiert
- Demonstrationen: Distanz zu Versammlungen, Blockaden nicht passieren
- Gesundheit: Höhenanpassung, Mückenschutz im Tiefland, Reiseversicherung mit Rücktransport
- Krisenvorsorge: Registrierung in einer Krisenvorsorgeliste, Kontaktdaten der Vertretung
FAQ
Welche Orte gelten als besonders diebstahlgefährdet?
Eine erhöhte Wahrscheinlichkeit besteht in Gedränge-Situationen wie Märkten, Busbahnhöfen, im Nahverkehr sowie in belebten Innenstadt- und Ausgehzonen. Ein zusätzlicher Risikofaktor betrifft Nachtzeiten und schlecht beleuchtete Wege.
Welche Reaktion passt bei Protesten und Straßensperren?
Eine sichere Strategie besteht aus Distanz, Umplanung und Geduld. Ein Versuch, Blockaden zu überwinden, erhöht die Gefahr von Eskalation. Zeitpuffer und Alternativrouten reduzieren den Stress.
Liegt Machu Picchu in einem Hochrisikogebiet?
Offizielle Hinweise grenzen bestimmte Risikozonen ab. Machu Picchu und nahe touristische Ziele rund um Cusco werden in solchen Einordnungen ausdrücklich als außerhalb bestimmter betroffener Teilbereiche genannt.
Welche Gesundheitsrisiken sind am häufigsten?
Eine Rolle spielen Höhenbeschwerden in Andenregionen sowie mückenübertragene Erkrankungen in tieferen, wärmeren Gebieten. Ein Schwerpunkt liegt daher auf Höhenanpassung, Hydration und konsequentem Mückenschutz.
Welche Transportart gilt als am verlässlichsten?
Eine allgemeine Antwort hängt von Route und Saison ab. Tagesfahrten, etablierte Anbieter und eine Bahnanreise auf stark frequentierten Touristenachsen gelten häufig als stabilere Wahl als improvisierte Nachtfahrten und Nebenrouten.
PeruMagazin Kanal auf WhatsApp
Quellen
- Auswärtiges Amt: Peru Reise- und Sicherheitshinweise, Stand 08.01.2026
- GOV.UK FCDO: Peru Travel Advice, Safety and Security, Regional Risks
- U.S. Department of State: Peru Travel Advisory (Level 2), 16.05.2025
- CDC Travelers’ Health: Peru, Hinweise zu Malaria-Risikogebieten und Gesundheit