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Geografie von Peru

Peru verbindet Pazifikküste, Andenhochland und Amazonasgebiet in einem Land. Die Folge sind extreme Kontraste bei Klima, Höhenlagen, Böden, Wasserhaushalt und Lebensräumen.

Auf einen Blick

  • Offizieller Name: Republik Peru
  • Lage: Westliches Südamerika, Pazifikküste
  • Fläche: 1.285.216 Quadratkilometer
  • Grenzen: Ecuador, Kolumbien, Brasilien, Bolivien, Chile
  • Küstenlänge: 2.414 Kilometer
  • Hauptstadt: Lima
  • Großräume: Costa, Sierra, Selva
  • Höchster Gipfel: Huascarán, 6.768 Meter
  • Stand: Januar 2026

Lage und Grenzen

Die Westgrenze bildet der Pazifische Ozean, während die Landesgrenzen im Norden und Osten zu Ecuador, Kolumbien und Brasilien verlaufen. Im Südosten liegt Bolivien, im Süden Chile. Die Lage zwischen Küste und Anden bestimmt viele Alltagsfragen, etwa Wasserverfügbarkeit, Landwirtschaft, Siedlungsräume und Verkehrsachsen.

Die Nord Süd Ausdehnung schafft zusätzlich große Unterschiede bei Sonnenstand, Jahreszeitenmustern und regionalen Niederschlägen. Hohe Berge und tiefe Täler wirken dabei wie natürliche Barrieren und lenken Luftmassen und Wolkenbildung.

Costa, Sierra, Selva

Die klassische Einteilung beschreibt drei Großräume, die sich wie lange Streifen von Norden nach Süden ziehen. Die Costa liegt am Pazifik, die Sierra umfasst die Anden, die Selva reicht in das Amazonasbecken hinein. Viele Reiseverläufe, Wirtschaftsregionen und Naturtypen lassen sich über diese Dreiteilung besonders gut erklären.

Costa

Die Costa ist schmal, oft trocken und von Wüstenflächen geprägt. Flüsse aus den Anden schaffen fruchtbare Täler, in denen Landwirtschaft, Städte und Industrie konzentriert sind.

Sierra

Die Sierra umfasst Hochgebirge, Hochebenen und tief eingeschnittene Täler. Große Höhenunterschiede erzeugen kleinteilige Klimazonen, die sich manchmal innerhalb weniger Kilometer ändern.

Selva

Die Selva ist überwiegend warm und feucht. Regenwald, Flusslandschaften und Überschwemmungsflächen bilden riesige Lebensräume mit sehr hoher Artenvielfalt.

Die Anden in Peru

Ein mächtiger Abschnitt der Anden durchzieht Peru von Nord nach Süd. Schneebedeckte Gipfel, Gletscherseen, Vulkankegel im Süden sowie fruchtbare Hochlandbecken prägen das Bild. Die Höhenstufen reichen von Meereshöhe bis zu fast 7.000 Metern, was Landwirtschaft, Bauweise und Tagesabläufe stark beeinflusst.

Rohstoffe wie Kupfer, Zink und Gold spielen in vielen Andenregionen wirtschaftlich eine wichtige Rolle. Gleichzeitig entstehen durch Bergbau, Wasserbedarf und Naturschutz häufig Nutzungskonflikte, die regional sehr unterschiedlich ausfallen.

Costa: Küste, Wüste, Flussoasen

Die Costa wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich: eine lange Pazifikküste, aber vielerorts sehr wenig Regen. Eine zentrale Ursache liegt in kalten Meeresströmungen vor der Küste, die die Luft abkühlen und Niederschlagsbildung hemmen. Häufige Folge sind Nebel und Hochnebel, während messbarer Regen ausbleibt.

Große Bedeutung besitzen Flüsse, die in den Anden entspringen und zur Küste abfließen. Entlang dieser Flüsse liegen die wichtigsten Landwirtschaftsräume der Costa, häufig mit Bewässerung. Städte, Häfen und Verkehrswege konzentrieren sich ebenfalls in diesen Korridoren.

Typische Landschaften der Costa

  • Wüsten und Schotterebenen mit sehr spärlicher Vegetation
  • Flusstäler als grüne Inseln mit intensiver Landwirtschaft
  • Küstenhügel mit saisonalen Nebelzonen

Sierra: Hochland, Täler, Altiplano

Die Sierra besteht aus Gebirgsketten, Hochflächen und Beckenlandschaften. Viele Täler besitzen milde Mikroklimate und erlauben vielfältige Anbauformen, während höhere Lagen eher von Weidewirtschaft und robusten Kulturpflanzen geprägt sind.

Der Tagesrhythmus folgt oft einer klaren Logik: starke Sonneneinstrahlung am Tag, rasche Abkühlung am Abend. Auch kurze Entfernungen können durch Pässe und Schluchten große Reisezeiten bedeuten.

Der Süden und das Altiplano

Im Süden liegt das Altiplano mit großen Höhen und weiten Ebenen. Ein markanter Punkt ist der Titicacasee an der Grenze zu Bolivien. Die Kombination aus Höhe, Wasserfläche und Traditionen macht die Region kulturell und landschaftlich besonders prägend.

Selva: Amazonasgebiet und Biodiversität

Die Selva nimmt einen großen Teil des Landes ein und gehört zu den artenreichsten Räumen der Erde. Regenwald, Flüsse, Nebenarme, Altarme und saisonal überflutete Wälder schaffen ein enges Mosaik aus Lebensräumen. Zahlreiche indigene Gemeinschaften leben dort mit eigenen Sprachen, Wissenssystemen und Nutzungsformen der Natur.

Die Bedeutung reicht weit über Peru hinaus, weil Wasserhaushalt, Kohlenstoffspeicherung und regionale Wetterprozesse stark mit großen Waldflächen verbunden sind. Druck entsteht durch Infrastruktur, illegale Abholzung, Bergbau und Ölunfälle, die einzelne Flussabschnitte und Fischbestände belasten können.

Flüsse und Wassersysteme

Das Wasser Perus folgt grob drei Abflussrichtungen: zur Pazifikküste, in das Amazonasbecken und in geschlossene Hochlandbecken. Der größte Anteil der Fläche entwässert Richtung Atlantik über das Amazonas System.

Amazonas System in Peru

Mehrere peruanische Flüsse bilden das Oberlauf System des Amazonas. Eine wichtige Rolle spielt der Ucayali als Oberlauf, der aus großen Andenflüssen gespeist wird. Der Zusammenfluss von Ucayali und Marañón gilt in Peru häufig als Beginn des Amazonas, während die Frage nach der entferntesten Quelle je nach Definition unterschiedlich beantwortet wird.

Flüsse der Costa

Viele Küstenflüsse führen saisonal stark schwankende Wassermengen. Hoher Bedarf entsteht durch Städte und Bewässerungslandwirtschaft. Entsprechend wichtig sind Speicher, Kanäle und effiziente Verteilung, besonders in trockenen Jahren.

Klima nach Regionen

Das Klima Perus hängt stark von Höhe, Meeresnähe und Exposition ab. Drei einfache Leitlinien helfen bei der Einordnung: Trockenheit an der Küste, Höhenstufen in den Anden, Wärme und Feuchte im Amazonasgebiet. Ein einzelner Reisetag kann dabei sehr unterschiedliche Wettertypen verbinden, etwa kühlen Küstennebel, sonniges Hochland und feuchte Tropenluft.

Costa

  • Sehr geringe Niederschläge in vielen Abschnitten
  • Häufige Nebellagen, besonders in Küstennähe
  • Starke Abhängigkeit von Andenwasser für Landwirtschaft

Sierra

  • Temperaturabfall mit zunehmender Höhe
  • Große Unterschiede zwischen Sonnenseiten und Schattenseiten
  • Regenzeiten und Trockenzeiten je nach Region verschieden ausgeprägt

Selva

  • Hohe Luftfeuchte und häufige Niederschläge
  • Flüsse als zentrale Verkehrs und Lebensachsen
  • Saisonale Hochwasserperioden in vielen Tieflandgebieten

Natürliche Höhepunkte

Titicacasee

Der Titicacasee liegt auf rund 3.810 Metern Höhe und zählt zu den weltweit höchstgelegenen Seen, die für größere Schiffe befahrbar sind. Die Lage im Altiplano prägt Klima, Kultur und Landschaft rund um Puno auf peruanischer Seite.

Nazca Linien

Die Nazca Linien liegen in einer sehr trockenen Küstenwüste und bestehen aus großflächigen Geoglyphen. Die außergewöhnliche Erhaltung hängt eng mit dem ariden Klima und der empfindlichen Bodenoberfläche zusammen.

Colca Canyon

Der Colca Canyon in der Region Arequipa gehört zu den tiefen Schluchtensystemen der Anden. Große Höhenunterschiede, Terrassenfelder und Kondor Beobachtungspunkte machen das Tal zu einem bekannten Landschaftsraum.

Huascarán und die Cordillera Blanca

Der Huascarán ist mit 6.768 Metern der höchste Punkt Perus. Gletscher, Lagunen und steile Grate prägen die Cordillera Blanca, während gleichzeitig der Rückgang von Eisflächen vielerorts sichtbar ist.

Aktuelle Themen

Schutz der Nazca Zone

Im Juni 2025 erfolgte eine Rücknahme einer zuvor verkleinerten Schutzzone rund um die Nazca Linien. Eine technische Arbeitsgruppe soll auf Basis von Fachstudien eine belastbare Zonierung und ein Managementkonzept weiterentwickeln.

Rechte von Flüssen im Amazonasgebiet

Im peruanischen Amazonasgebiet sorgen Gerichtsentscheidungen und lokale Initiativen zunehmend für Aufmerksamkeit, weil Flussökosysteme rechtlich stärker geschützt werden sollen. Ein Schwerpunkt liegt auf Verschmutzungsrisiken durch Öl und Bergbau entlang einzelner Zuflüsse.

FAQ zur Geografie Perus

Welche drei Großräume beschreiben die Geografie Perus am besten?

Die Einteilung in Costa, Sierra und Selva beschreibt Küste, Andenhochland und Amazonasraum. Viele Klima und Landschaftsmerkmale lassen sich darüber schnell einordnen.

Warum ist die Küste Perus oft so trocken?

Eine kalte Meeresströmung vor der Küste kühlt die Luft ab. Nebel entsteht häufig, während kräftige Regenwolken seltener werden. Zusätzlich sorgt der Regenschatten der Anden im Inland für weitere Trockenheit an vielen Küstenabschnitten.

Wo beginnt der Amazonas in Peru?

Als Beginn des Amazonas gilt häufig der Zusammenfluss von Ucayali und Marañón nahe Iquitos. Die Frage nach der entferntesten Quelle bleibt je nach Messmethode und Definition offen, weil mehrere Quellflüsse in Frage kommen.

Welche Rolle spielen Flüsse an der Küste?

Flüsse aus den Anden schaffen fruchtbare Täler in einer sonst trockenen Zone. Landwirtschaft, Städtewachstum und Industrie hängen dort stark von Wasserführung und Bewässerung ab.

Wie hoch liegt der Titicacasee?

Die Wasseroberfläche liegt bei rund 3.810 Metern. Die Höhe beeinflusst Temperatur, Sauerstoffgehalt der Luft und die Anpassung im Alltag, besonders bei körperlicher Belastung.

Welche Naturhöhepunkte eignen sich für eine erste Orientierung?

Eine gute Grundauswahl bilden Titicacasee, Nazca Linien, Colca Canyon sowie die Cordillera Blanca mit dem Huascarán. Eine schnelle Orientierung entsteht dabei über die Frage nach Lage in Costa, Sierra oder Selva.

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Quellen

  • CIA The World Factbook, Peru, Archivangaben zu Fläche, Grenzen und Küstenlänge, Ausgabe 2022 bis 2023
  • Encyclopaedia Britannica, Peru, Überblick zu Costa, Sierra und Amazonia
  • Encyclopaedia Britannica, Amazon River und Ucayali River, Angaben zu Oberläufen und Längenfrage
  • UNESCO World Heritage Centre, Lines and Geoglyphs of Nasca and Palpa
  • Encyclopaedia Britannica, Lake Titicaca, Höhenlage und Bedeutung als schiffbarer Hochgebirgssee
  • UNESCO World Heritage Centre, Huascarán National Park, Höhenangabe zum Huascarán
  • Reuters und Associated Press, Berichte zur Schutzzone rund um die Nazca Linien, Juni 2025