Zu Inhalt springen

Klima Perus

Klima in Peru nach Monaten: Küste, Anden und Amazonas im Jahreslauf

Peru kann an einem einzigen Reisetag Strandwärme, klare Hochlandluft und tropische Schwüle liefern, weil sich drei große Naturräume aneinander stapeln: Küste, Anden und Amazonas. Eine Planung nach Monat funktioniert gut, wenn die regionale Logik klar ist. Diese Seite fasst das Klima in Peru übers Jahr zusammen, ergänzt um Orientierungswerte für Lima, Cusco und Iquitos.

Auf einen Blick

Küste: Sommer meist Dezember bis April Küste: Garúa oft Mai bis November Anden: Regen meist November bis März Anden: Trockenzeit meist April bis Oktober Amazonas: feucht ganzjährig Amazonas: eher trockener meist Mai bis Oktober
Größter Klimahebel
Die Höhenmeter wirken stärker als die Jahreszeit: In den Anden bleiben Tage oft mild, Nächte werden kalt.
Typisches Küstenphänomen
Garúa bedeutet Nebel und feine Nässe ohne klassische Regenfälle, dazu hohe Luftfeuchte und wenig Sonne.
Planungsregel für Rundreisen
Die Route bestimmt die beste Reisezeit: Hochland und Trekking profitieren meist von der Andentrockenzeit, Badepläne eher von den Küsten-Sommermonaten.
Extra-Faktor El Niño
Ein El Niño oder El Niño Costero kann die Küste deutlich wärmer machen und in einzelnen Jahren ungewöhnlich starke Regenfälle bringen.

Warum das Klima in Peru so unterschiedlich ist

Eine Kombination aus Tropenlage, kaltem Humboldtstrom, Andenbarriere und Amazonastiefland erzeugt in Peru viele Klimatypen auf engem Raum. Der nationale Wetterdienst beschreibt eine besonders große Vielfalt, weil die Anden die Luftmassen stauen und Höhenstufen schaffen.

An der Pazifikküste sorgt kaltes Meerwasser häufig für eine Temperaturinversion, Nebel und Niesel. In der Trockenwüste fühlt sich das trotzdem oft kühl und feucht an, obwohl Regen selten bleibt. Hinter dem Kamm der Anden kippt das Bild: Feuchte Luft aus dem Osten bringt im Amazonasgebiet häufige, teils kräftige Niederschläge.

Jahreszeiten und Regenzeiten im Überblick

Küste (Costa): warm im Sommer, grau-feucht im Winter

Ein klassischer Küstensommer liegt meist zwischen Dezember und April, mit mehr Sonne und angenehm warmen Temperaturen. Zwischen Mai und November prägen häufig Nebel, Garúa und hohe Luftfeuchte das Bild, besonders in Zentral- und Südküste. Regen bleibt dabei meist selten, die Kleidung fühlt sich trotzdem gern dauerhaft leicht klamm an.

Anden (Sierra): zwei Hauptzeiten, große Unterschiede zwischen Tag und Nacht

Eine Regenzeit liegt in vielen Hochlandregionen grob zwischen November und März. Eine Trockenzeit folgt in vielen Gebieten grob zwischen April und Oktober, mit klarer Luft und stabileren Tagen. Ein deutlicher Temperaturabfall am Abend gehört fast immer dazu, weil Höhenluft schnell auskühlt.

Amazonas (Selva): ganzjährig warm, Regen bleibt Teil des Programms

Eine eher nasse Phase liegt in weiten Teilen des peruanischen Amazonas oft zwischen November und April. Eine eher trockenere Phase folgt häufig zwischen Mai und Oktober, wobei der Begriff trocken im Regenwald relativ bleibt. Ein wichtiger Unterschied entsteht durch die Wasserstände: In feuchten Monaten steigen Flüsse, Waldflächen können überschwemmt werden, Bootsrouten werden leichter.

Peru Wetter Monat für Monat

Januar

Küstenorte liegen oft im Sommermodus mit warmen Tagen. Im Hochland zeigt sich Regenzeit häufig mit Schauern und Wolken, während die Täler trotzdem reizvoll grün wirken. Der Amazonas bleibt schwül und regenreich, Flusspegel liegen oft höher.

Februar

Küstenurlaub funktioniert oft weiterhin gut, während das Hochland vielerorts den nassesten Abschnitt erreichen kann. Eine Instandhaltung des klassischen Inka Trails fällt häufig in diesen Monat, was die Planung für mehrtägige Trekkingrouten beeinflussen kann. Amazonasreisen bleiben möglich, Bootsfahrten profitieren oft von höheren Wasserständen.

März

Küstenwetter bleibt oft warm. Im Hochland nähert sich die Regenzeit in vielen Regionen langsam dem Ende, der Untergrund kann aber noch weich und rutschig bleiben. Im Amazonas herrscht weiterhin feucht-warmes Wetter.

April

An der Küste sinken Temperaturen leicht, die Tage bleiben häufig angenehm. In den Anden beginnt in vielen Regionen die trockenere Zeit, klare Morgen werden wahrscheinlicher. Im Amazonas nimmt Regen oft etwas ab, schwüle Luft bleibt.

Mai

Küstenwinter und Garúa können sich etablieren, besonders um Lima und südlich davon. Im Hochland steigt die Stabilität für Ausflüge und Bergregionen, Nächte werden kalt. Im Amazonas beginnt häufig die trockenere Phase, Wanderwege werden öfter besser begehbar.

Juni

Küstenstädte wirken häufig kühl und grau, bei geringer Regenwahrscheinlichkeit. In den Anden liegt die Trockenzeit oft voll an, mit klaren Tagen und kalten Nächten. Der Amazonas zeigt oft niedrigere Wasserstände als zu Jahresbeginn, Regen bleibt möglich.

Juli

Küstenwinter bleibt präsent, Sonne erscheint je nach Region wechselhaft. Hochlandnächte erreichen oft die kältesten Werte des Jahres, tagsüber bleibt es meist angenehm. Im Amazonas gehört Juli oft zu den trockeneren Monaten, ohne dass Regen komplett verschwindet.

August

Küstenorte bleiben häufig frisch, Nebel ist typisch. In den Anden hält die Trockenzeit meist an, klare Sicht wird wahrscheinlicher. Im Amazonas bleibt es warm, relativ trockenere Bedingungen unterstützen Aktivitäten auf festem Boden.

September

An der Küste kann sich das Wetter langsam Richtung Frühling bewegen, Nebel bleibt jedoch möglich. In den Anden liegt die Trockenzeit vielerorts noch an, gegen Monatsende steigt je nach Region die Chance auf erste Schauer. Im Amazonas beginnt häufig ein Übergang zu mehr Regen.

Oktober

Küstenfrühling bringt oft etwas mehr Sonne. In den Anden steigt die Niederschlagschance in vielen Regionen wieder, besonders später im Monat. Im Amazonas nimmt Regen meist zu, die Flüsse beginnen zu steigen.

November

Küstenwetter wird häufig freundlicher und wärmer. In den Anden startet die Regenzeit in vielen Gebieten spürbarer, häufig mit Nachmittagsregen. Im Amazonas liegt oft der Beginn der nassen Phase.

Dezember

Küstensommer läuft in vielen Regionen an, Meer und Strände wirken einladender. In den Anden nimmt Regen zu, die Landschaft wird kräftig grün. Im Amazonas bleibt es warm und regenreich, mit höheren Wasserständen.

Orientierungswerte: Lima, Cusco, Iquitos

Die Werte dienen als grobe Orientierung für typische Bedingungen in drei Referenzorten. Mikroklima, Höhenlage, Nord-Süd-Lage und aktuelle Wetterlagen können deutlich abweichen.

Monat Lima (Küste) Ø Max/Min Cusco (Anden) Ø Max/Min Cusco Niederschlag Iquitos (Amazonas) Ø Max/Min Iquitos Niederschlag
Januar 26/20 °C 17/7 °C 107 mm 31/23 °C 241 mm
Februar 27/21 °C 17/7 °C 97 mm 31/23 °C 231 mm
März 27/20 °C 17/7 °C 66 mm 31/23 °C 257 mm
April 24/18 °C 18/5 °C 28 mm 31/23 °C 257 mm
Mai 22/17 °C 18/2 °C 5 mm 31/23 °C 213 mm
Juni 21/16 °C 18/1 °C 3 mm 30/22 °C 152 mm
Juli 19/16 °C 18/0 °C 3 mm 30/22 °C 122 mm
August 19/15 °C 18/2 °C 3 mm 31/22 °C 127 mm
September 19/16 °C 18/4 °C 13 mm 32/22 °C 147 mm
Oktober 21/16 °C 18/6 °C 33 mm 32/23 °C 193 mm
November 22/17 °C 18/6 °C 48 mm 32/23 °C 206 mm
Dezember 24/18 °C 18/7 °C 81 mm 31/23 °C 224 mm

Küstenregen bleibt in Lima selten, während Garúa und Bewölkung den Winter prägen können. Im Hochland fällt der meiste Regen typischerweise in der warmen Jahreshälfte, bei zugleich relativ konstanten Tageshöchstwerten. Im Amazonas bleibt es ganzjährig warm, und die Niederschläge bleiben auch in trockeneren Monaten spürbar.

Beste Reisezeit nach Interesse und Region

Rundreise mit Hochlandschwerpunkt

Die Andentrockenzeit zwischen etwa April und Oktober liefert häufig stabilere Tage, klarere Sicht und bessere Bedingungen für Pässe, Ausflüge und längere Strecken. Eine frühe Trockenzeit im April und Mai wirkt oft angenehm, weil die Landschaft noch Restgrün aus der Regenzeit trägt.

Strand, Küstenstädte, Pazifik

Küstensommer liegt oft zwischen Dezember und April. Badepläne profitieren besonders von Januar bis März, weil Meer und Luft in vielen Küstenabschnitten am wärmsten sind. Eine ruhigere Reisezeit an der Küste ergibt sich oft im April und frühen Mai, bevor die Garúa-Phase stärker wird.

Amazonas mit Lodges und Booten

Eine trockenere Zeit zwischen etwa Mai und Oktober erleichtert häufig Aktivitäten auf Landwegen. Eine nassere Zeit zwischen etwa November und April kann Bootstouren durch hoch stehende Flüsse attraktiver machen, weil mehr Wasserwege erreichbar werden.

Weniger Menschenmengen

Übergangsmonate liefern oft einen guten Kompromiss aus Wetter und Auslastung. April, Mai sowie September und Oktober werden häufig als Balance aus brauchbaren Bedingungen und weniger Andrang beschrieben.

Kleidung und Ausrüstung nach Region

Küste

  • Ein leichtes Outfit für warme Sommertage passt gut für Dezember bis April.
  • Eine winddichte Schicht hilft in der Garúa-Zeit, weil Nebel und Feuchte schnell auskühlen.
  • Ein schneller Trocknerstoff wirkt angenehmer, da die Luftfeuchte hoch bleibt.

Anden

  • Ein Zwiebelsystem passt gut, weil Sonne und Schatten starke Unterschiede erzeugen können.
  • Eine warme Lage für Abende und frühe Morgen verhindert Überraschungen bei kalten Nächten.
  • Regenschutz gehört in der Regenzeit dazu, ebenso rutschfeste Schuhe.

Amazonas

  • Leichte, luftige Kleidung in langen Schnitten schützt vor Insekten und Sonne.
  • Ein zuverlässiger Regenschutz lohnt sich ganzjährig, auch in trockeneren Monaten.
  • Wasserdichte Beutel schützen Technik und Papiere bei Booten und Schauern.

Wetterrisiken: Regen, Kälte, Hitze und El Niño

Regen und Erdrutsche im Hochland

In der Andenregenzeit können starke Schauer Wege aufweichen, Straßen kurzfristig beeinträchtigen und einzelne Routen zeitweise unpraktisch machen. Eine flexible Tagesplanung hilft, weil Regen in vielen Regionen am Nachmittag häufiger auftritt.

Garúa an der Küste

Garúa fühlt sich wie ein Wetterstreich an, der nicht nass genug für Regenschirm und nicht trocken genug für T-Shirt wirkt. Eine Nebelphase kann die Sonne stark reduzieren, obwohl fast kein messbarer Regen fällt.

Schwüle im Amazonas

Hohe Luftfeuchte ist dort Normalzustand. Pausen, ausreichend Wasser und eine Tagesstruktur mit weniger Aktivität in der größten Hitze wirken oft sinnvoll.

El Niño und El Niño Costero

Ein El Niño kann die Küstengewässer erwärmen und dadurch Wetter und Niederschläge verändern. Starke Ereignisse stehen mit ungewöhnlich hohen Regenmengen an der Küste in Verbindung. Für Reiseplanung zählt deshalb neben dem Monatskalender auch der Blick auf saisonale Vorhersagen und Warnlagen.

FAQ

Wann liegt die Regenzeit in Peru?

In vielen Andenregionen liegt die Regenzeit grob zwischen November und März. Im Amazonasgebiet liegt eine nasse Phase häufig zwischen November und April, wobei Regen ganzjährig vorkommt. Die Küste bleibt oft sehr regenarm, auch wenn Garúa zwischen etwa Mai und November häufig ist.

Welche Monate eignen sich gut für Machu Picchu und Cusco?

Viele Pläne funktionieren in der Andentrockenzeit zwischen etwa April und Oktober gut, weil Regen seltener ist und die Sicht häufig klarer ausfällt. Übergangsmonate wie April, Mai und September können ein gutes Gleichgewicht aus Wetter und Auslastung liefern.

Welche Rolle spielt die Höhenlage für das Temperaturempfinden?

Ein großer Unterschied zwischen Tag und Nacht ist in den Anden normal. Sonnige Mittage fühlen sich oft angenehm an, während Abende und Nächte kalt werden können, auch ohne Winter im europäischen Sinn.

Warum wirkt Lima im Winter kühl, obwohl kaum Regen fällt?

Nebel, hohe Luftfeuchte und Garúa reduzieren Sonne und lassen die Luft kälter wirken. Messbarer Niederschlag bleibt oft niedrig, das Gefühl von feuchter Kälte entsteht trotzdem.

Welche Monate eignen sich gut für den Amazonas?

Eine trockenere Zeit zwischen etwa Mai und Oktober erleichtert oft Aktivitäten auf festen Wegen. Eine nassere Zeit zwischen etwa November und April unterstützt Bootstouren und Fahrten in überschwemmte Waldgebiete, weil Wasserstände höher sind.

Quellen

  • SENAMHI: Mapa Climático del Perú, Hinweis auf 38 Klimatypen
  • Wikipedia: Climate of Peru, Garúa und Humboldtstrom
  • WeatherSpark: Average Weather in Lima, Cusco, Iquitos (Monatswerte)
  • Amazon River Expeditions: Informationen zu Regen- und Trockenzeit im peruanischen Amazonas
  • U.S. Embassy Lima: Wetterhinweis zur Inca-Trail-Schließung im Februar
  • Journal of Climate: Studie zu Niederschlag an der Küste Perus bei starken El Niño Ereignissen
  • Fachartikel (PMC): Analyse zum extremen Küsten-El Niño 2023