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Der schlafende Riese und der wackelige Weg nach Ollantaytambo

Nach Machu Picchu führt Perusa und Peruso der Weg nach Ollantaytambo. Dort warten steile Treppen, riesige Steine und ein Riese, der besser weiterschläft.

Faktencheck vor dem Abenteuer

Ollantaytambo Ein echter Inka-Ort im Heiligen Tal bei Cusco.
Pinkuylluna Am Hang gegenüber liegen bekannte Inka-Speicher.
Tunupa Am Fels wird eine riesige Figur mit Tunupa oder Wiracochan verbunden.
Riese Der schlafende Riese ist hier eine Fantasiegeschichte.
Echte Anlage Terrassen, Wasserwege, Speicher und monumentale Steinbereiche.
Peruso-Faktor Wo Maiskuchen auftaucht, ist die Lage nie ganz objektiv.

Nachdem sie Machu Picchu erkundet hatten und der Puma beschlossen hatte, doch lieber woanders auf die Jagd zu gehen, machten sich Perusa und Peruso auf zum nächsten Abenteuer.

Diesmal führte der Weg nach Ollantaytambo. Ein Ort mit Terrassen, alten Mauern, engen Gassen und Hängen, bei denen Peruso sofort fragte, warum Inka-Orte nicht einfach neben einem Maisfeld auf einer flachen Wiese gebaut wurden.

„Dann wäre sie aber nicht so sicher vor Feinden“, erklärte Perusa. „Außerdem, wenn du erst mal oben bist, hast du eine gute Aussicht.“

„Aussicht ist gut“, murmelte Peruso. „Aber ich hätte lieber Maiskuchen.“

Mehr über den echten Ort findest du auf der Seite Ollantaytambo Peru.

Der wackelige Weg beginnt

Auf dem Weg die steilen Treppen von Ollantaytambo hinauf stolperten sie über eine Gruppe von Arbeitern, die Felsbrocken bearbeiteten.

Peruso, immer auf der Suche nach einer Abkürzung, fragte einen der Arbeiter: „Warum macht ihr das eigentlich? Ihr könntet doch einfach kleinere Steine nehmen.“

Der Arbeiter kratzte sich am Kopf und lachte. „Du bist wirklich ein schlauer Junge. Aber der Bau muss stark sein. Terrassen, Mauern und Wege halten nicht von allein.“

„Und wo versteckt ihr den Maiskuchen?“, fragte Peruso.

Perusa und Peruso auf dem Weg nach Ollantaytambo

Der Arbeiter sah sich um und beugte sich zu den Kindern.

„Es gibt Geschichten“, flüsterte er. „Am Hang gegenüber wacht eine alte Gestalt über Ollantaytambo. Manche nennen sie Tunupa oder Wiracochan. Und manche Kinder behaupten natürlich sofort, es sei ein schlafender Riese.“

Peruso bekam leuchtende Augen. „Das klingt nach dem besten Abenteuer überhaupt.“

Faktenhinweis: Rund um Ollantaytambo wird eine Felsfigur am Pinkuylluna-Hang mit Tunupa beziehungsweise Wiracochan verbunden. Der schlafende Riese in dieser Geschichte ist eine spielerische Perusa-und-Peruso-Version dieses Landschaftsmotivs.

Der schlafende Riese erwacht... fast

Kaum hatten sie sich durch die engen Gassen von Ollantaytambo geschlichen, hörten sie ein lautes Grollen.

Das Grollen in Ollantaytambo

Der Boden vibrierte, als ob ein riesiger Fuß irgendwo gegen den Berg gestoßen wäre.

„Was war das?“, fragte Perusa und blieb stehen. „War das der Riese?“

Peruso zuckte mit den Schultern. „Oder vielleicht Wolli, der nach den ganzen Maisblättern endlich den Berg hochgestampft kommt.“

Dann kam ein alter Mann angerannt, wild gestikulierend und rufend: „Der Riese! Der Riese erwacht!“

Perusa und Peruso sahen sich an, die Augen groß wie Mondscheiben.

„Das ist unsere Chance“, rief Perusa und rannte in Richtung des Geräuschs.

„Unsere Chance wofür?“, fragte Peruso hinterher. „Um zertreten zu werden?“

Doch Perusa war schon um die nächste Ecke gebogen. Und dann sahen sie es: eine riesige Felsform am Berg, die wie ein schlafender Mann aussah.

Der Wind zog über den Hang. Schatten bewegten sich. Irgendetwas knirschte.

„Er atmet“, flüsterte Peruso.

„Oder es ist nur der Wind“, sagte Perusa, die versuchte, ruhig zu bleiben, obwohl sie selbst nicht ganz sicher war.

„Wind hat keine Nase“, sagte Peruso.

„Du auch nicht, wenn du noch näher hingehst“, antwortete Perusa.

Der schlafende Riese am Berg

In der Höhle des Riesen

Sie kletterten näher an den schlafenden Riesen heran. In ihrer Geschichte befand sich dort eine riesige Höhle. Überall lagen kleine Steine verstreut, und ein alter Altar stand in der Mitte des Raumes.

„Vielleicht ist das die Ursache“, murmelte Perusa und zeigte auf den Altar. „Irgendetwas weckt den Riesen.“

Peruso sah sich um, seine Augen suchten nach einer schnellen Fluchtmöglichkeit. „Oder wir wecken ihn und rennen dann ganz schnell weg.“

„Nein“, rief Perusa. „Wir müssen klüger sein. Vielleicht ist er nicht böse.“

Peruso schüttelte den Kopf. „Riesen sind immer hungrig. Und weißt du, was sie am liebsten essen? Kleine Kinder mit Maiskuchen in der Tasche.“

Aber bevor sie sich weiter streiten konnten, brach plötzlich ein Teil der Höhlenwand ein, und die Felsfigur schien sich stärker zu bewegen.

Das laute Grollen füllte die Luft, und kleine Steine rieselten von oben herab. Perusa und Peruso warfen sich auf den Boden.

Und in diesem Moment hörte alles auf.

Stille.

Die Felsfigur war still. Der Boden bebte nicht mehr. Und der Riese? Schlief tief und fest weiter.

„Hä?“, fragte Peruso und sah sich verwirrt um. „War das alles?“

„Vielleicht war es nur eine Erschütterung“, sagte Perusa und stand auf. „Oder der Riese hat sich entschieden, weiterzuschlafen. Sehr vernünftig.“

„Dann sollten wir verschwinden, bevor er unvernünftig wird“, sagte Peruso.

Die Flucht und der beste Maiskuchen der Welt

Die beiden rannten so schnell sie konnten zurück ins Dorf, wo die Arbeiter sie begrüßten.

Die Arbeiter hatten das ganze Drama nicht mitbekommen.

„Und?“, fragte einer von ihnen. „Habt ihr den schlafenden Riesen gesehen?“

Peruso, der immer einen Sinn für Dramatik hatte, streckte sich in die Höhe und sagte mit ernster Stimme: „Wir haben ihn nicht nur gesehen. Wir haben ihn besiegt.“

„Besiegt?“, fragte der Arbeiter.

„Ja“, rief Perusa. „Mit nichts als unserem Mut und ein paar Maiskörnern.“

Die Arbeiter lachten, und Peruso grinste breit.

„Und jetzt hätte ich wirklich gerne diesen Maiskuchen, von dem ihr die ganze Zeit sprecht.“

Perusa nach dem Abenteuer in Ollantaytambo
Peruso nach dem Abenteuer in Ollantaytambo

Und so saßen Perusa und Peruso am Abend am Feuer, mit einem riesigen Stück Maiskuchen in der Hand, während sie über ihr neuestes Abenteuer nachdachten.

Sie hatten den schlafenden Riesen entdeckt und fast geweckt. Aber das nächste Abenteuer wartete bestimmt schon in den Bergen oder in den tiefen Tälern des Inka-Reichs.

„Ich wette, das nächste Abenteuer hat auch Lamas dabei“, sagte Peruso mit vollem Mund.

„Hoffentlich keine, die schneller laufen“, lachte Perusa.

Perusa und Peruso merken sich: Manche Berge sehen aus, als würden sie schlafen. Manche Geschichten tun so, als würden sie gleich aufwachen. Und Maiskuchen hilft in beiden Fällen.

(c) by PeruMagazin

Merkt euch das

  • Ollantaytambo ist echt. Der Ort liegt im Heiligen Tal und gehört zu den wichtigsten Inka-Orten nahe Cusco.
  • Pinkuylluna liegt gegenüber. Dort befinden sich alte Speicherbauten am Hang.
  • Tunupa oder Wiracochan ist ein Landschaftsmotiv. Eine Felsfigur am Hang wird damit verbunden.
  • Der schlafende Riese ist Fantasie. Perusa und Peruso machen aus einem echten Ort eine Abenteuergeschichte.
  • Die echten Schätze sind Architektur und Landschaft. Terrassen, Wasserwege, Speicher und Steinbearbeitung erzählen die reale Geschichte.

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Quellen

  1. Ollantaytambo.org: Tunupa / Wiracochan als Felsfigur am Pinkuylluna-Hang
  2. PeruMagazin: Ollantaytambo Peru, Fakten zu Terrassen, Wasserwegen, Speichern und Besuch
  3. MINCETUR, Inventario Turístico, Parque Arqueológico de Ollantaytambo
  4. PeruMagazin: Perusina & Perusino Produkt- und Kollektionsseiten

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