Choquequirao in Peru
Choquequirao zählt zu den eindrucksvollsten Inka Stätten in den Anden und bleibt trotzdem erstaunlich ruhig. Die Anlage liegt hoch über dem Apurímac Canyon in der Vilcabamba Region und wirkt wie eine Stadt aus Stein, die sich an den Hang klammert. Die Anreise erfolgt meist als mehrtägige Wanderung, wodurch sich vor Ort weniger Trubel und mehr Zeit für Details ergeben.

Auf einen Blick
- Lage: Andenregion Cusco, Vilcabamba Kette, nahe dem Apurímac Canyon
- Verwaltung: Provinz La Convención, District Santa Teresa
- Höhe der Hauptanlage: rund 3.033 m
- Bekannt für: große Terrassenfelder, Plätze, Wasseranlagen, weiße Llama Darstellungen in den Terrassen
- Charakter: abgelegen, Trekking, wenig Infrastruktur direkt an der Stätte
- Öffnungszeiten: häufig 7:00 bis 17:00 angegeben
- Eintritt: häufig S/ 60 Erwachsene, S/ 30 Studierende, S/ 25 Kinder angegeben
- Beste Reisezeit: meist Mai bis Oktober mit weniger Regen
Namensbedeutung von Choquequirao
Die Deutung des Namens führt in die Sprachenwelt der Anden. Eine verbreitete Erklärung beschreibt Choquequirao als Wiege aus Gold oder Goldwiege. Die Schreibweisen Choqequirau oder Choquekiraw tauchen ebenfalls auf und spiegeln unterschiedliche Lautungen und Transkriptionen wider.
Lage, Landschaft und Höhe
Die Lage von Choquequirao befindet sich an den westlichen Hängen der Vilcabamba Kordillere, oberhalb des vom Río Apurímac geformten Canyons. Die Höhenlage der Hauptanlage liegt rund bei 3.033 Metern über dem Meer. Ein starker Kontrast prägt die Umgebung, denn tiefer unten liegen warme, teils tropische Täler, während in der weiteren Region sehr hohe Gipfel und kältere Zonen vorkommen.
Geschichte und Bedeutung in der Inka Zeit
Die Datierung wird häufig in das 15. und 16. Jahrhundert eingeordnet. Eine häufig genannte These verbindet frühe Bauphasen mit Pachacútec und spätere Erweiterungen mit Túpac Inca Yupanqui. Eine eindeutige Antwort bleibt schwierig, weil große Bereiche bis heute nicht vollständig freigelegt sind und die Funktion mehrere Rollen zugleich umfasst haben kann.
Eine wichtige Rolle spielte vermutlich die Verbindung zwischen Hochland und den östlichen Zonen, denn die Lage eignet sich als Knotenpunkt für Wege, Versorgung und Kommunikation. Hinweise auf religiöse Nutzung finden sich durch zeremonielle Bereiche, die klare Gliederung der Zonen und die Präsenz von Plattformen und Plätzen.
Architektur und Aufbau der Anlage
Terrassen, Plätze und Sektoren
Die Anlage gilt als weitläufiges Ensemble mit Wohnbereichen, Plätzen, Lagerbereichen und landwirtschaftlichen Terrassen. Eine Gliederung in mehrere Zonen wird häufig beschrieben, wobei sich Bereiche wie obere und untere Plätze, Lagerstrukturen und zeremonielle Plattformen unterscheiden. Eine auffällige Stärke liegt in der Anpassung an das Gelände, denn Mauern, Treppen und Terrassen folgen den natürlichen Linien des Bergrückens.
Wasser und Ingenieurkunst
Ein ausgeprägtes Wassersystem gehört zu den typischen Merkmalen. Kanäle und Leitungen verteilen Wasser über Terrassen und Gebäudebereiche, was sowohl für Landwirtschaft als auch für den Alltag wichtig gewesen sein dürfte. Ein sorgfältiger Umgang mit Hanglagen und Erosion zeigt sich in Stützmauern und terrassierten Flächen.

Highlights vor Ort
Die Llamas des Sol
Ein besonderes Detail bilden die weißen Llama Darstellungen in den Terrassenwänden. Helle Steine sind in dunkleres Gestein eingelassen, wodurch eine Herde als Motiv entsteht. Eine Besonderheit liegt im Kontrast der Materialien, der aus der Distanz besonders klar wirkt und Choquequirao ein eigenes Markenzeichen gibt.
Aussichten über den Apurímac Canyon
Der Blick in den Canyon gehört zu den Momenten, die im Gedächtnis bleiben. Frühmorgens und am späten Nachmittag wirken Licht und Schatten besonders stark, wodurch Terrassen und Mauern plastischer erscheinen.

Anreise nach Choquequirao
Klassische Route ab Cachora
Die klassische Route startet häufig in der Region Apurímac über Cachora und den Aussichtspunkt Capuliyoc. Ein steiler Abstieg führt Richtung Apurímac Fluss, später folgt ein langer Anstieg über Bereiche wie Chiquisca, Playa Rosalina und Marampata bis zur Anlage. Die Gesamtstrecke liegt je nach Variante oft rund bei 32 Kilometern bis zur Stätte, wodurch sich ein mehrtägiger Trek ergibt.
Alternative Route über Yanama
Eine Alternative verbindet Choquequirao mit Routen Richtung Machu Picchu über Yanama und weitere Hochlandpässe. Ein logistischer Vorteil kann sich bei Kombinationen ergeben, während Kondition und Planung anspruchsvoller werden.
Guide, Maultiere und Camping
Ein lokaler Guide und Maultiere werden häufig genutzt, vor allem bei eigener Campingausrüstung und Proviant. Eine Entlastung entsteht durch Tragtiere, während die eigene Tagesetappe leichter planbar bleibt. Einfache Camps und Verpflegungspunkte existieren entlang der üblichen Routen, eine komfortable Infrastruktur wie bei stark frequentierten Stätten fehlt jedoch weitgehend.
Schwierigkeit, Höhenprofil und Vorbereitung
Kondition und Akklimatisation
Das Höhenprofil gilt als fordernd, weil ein tiefer Abstieg in den Canyon und ein langer Wiederaufstieg zusammenkommen. Eine Akklimatisation in Cusco oder im Heiligen Tal vor dem Trek kann helfen, da die Anlage über 3.000 Metern liegt.
Ausrüstung und Packliste
- Wasser: ausreichende Kapazität, Filter oder Tabletten für unterwegs
- Sonnenschutz: Hut, Sonnencreme, Sonnenbrille
- Regen und Wärme: Regenschutz, leichte Isolationsschicht für kühle Abende
- Schuhe: stabile Wanderschuhe mit gutem Profil
- Gehhilfen: Stöcke für Abstieg und Aufstieg
- Erste Hilfe: Blasenversorgung, persönliche Medikamente
Wetter und beste Reisezeit
Die trockenere Jahreszeit zwischen Mai und Oktober wird häufig als beste Phase genannt, weil Wege dann besser begehbar sind. Eine Regenzeit mit rutschigeren Pfaden und stärkeren Schauern tritt häufiger in den Monaten außerhalb dieses Fensters auf.
Eintritt, Öffnungszeiten und Regeln vor Ort
Öffnungszeiten werden häufig mit 7:00 bis 17:00 angegeben, wobei Abweichungen durch Verwaltung oder Witterung möglich bleiben. Eintrittspreise werden häufig mit S/ 60 für Erwachsene sowie reduzierten Tarifen für Studierende und Kinder genannt. Ein Abgleich vor dem Start der Wanderung lohnt sich, da Anpassungen und lokale Regelungen möglich sind.
Respekt gegenüber dem Kulturerbe zählt zu den wichtigsten Punkten. Das Betreten sensibler Mauern, das Entfernen von Steinen und das Hinterlassen von Müll schaden der Stätte und den laufenden Konservierungsarbeiten.
Erhaltung und aktueller Ausblick
Ein großer Teil der Anlage liegt weiterhin unter Vegetation, wodurch Forschung und Konservierung schrittweise erfolgen. Der Reiz entsteht genau aus dieser Mischung aus freigelegten Bereichen und spürbarer Größe im Gelände. Ein Seilbahnprojekt wird seit Jahren diskutiert und ist als Infrastrukturvorhaben in Planung berichtet worden, wodurch sich der Zugang in Zukunft deutlich verändern könnte. Eine verlässliche Aussage hängt vom jeweiligen Projektstand und den zuständigen Stellen ab.
FAQ
Wie viele Tage dauert der Choquequirao Trek?
Die übliche Planung umfasst oft 4 Tage für Hin und Rückweg ab Cachora. Zusätzliche Tage entstehen bei entspannterem Tempo, Akklimatisation oder einer Verbindung Richtung Machu Picchu.
Welche Höhe hat Choquequirao?
Die Höhe der Hauptanlage wird häufig mit rund 3.033 Metern angegeben. Ein tiefer Punkt der klassischen Route liegt deutlich niedriger am Apurímac Fluss, wodurch ein starkes Höhenprofil entsteht.
Welche Besonderheit unterscheidet Choquequirao von Machu Picchu?
Die Llama Darstellungen aus hellen Steinen in den Terrassen zählen zu den bekanntesten Details. Eine weitere Besonderheit ergibt sich durch die Abgeschiedenheit, da weniger Andrang und mehr Ruhe vor Ort üblich sind.
Welche Eintrittspreise gelten für Choquequirao?
Preisangaben werden häufig mit S/ 60 für Erwachsene sowie reduzierten Tarifen für Studierende und Kinder genannt. Eine aktuelle Bestätigung vor dem Trek, zum Beispiel am Startpunkt oder bei offiziellen Stellen, verhindert Überraschungen.
Welche Route gilt als einfachste Anreise?
Die klassische Route über Cachora und Capuliyoc gilt als am häufigsten genutzt. Einfache Planung ergibt sich dort durch etablierte Camps und Transportmöglichkeiten für Gepäck über Maultiere.
Welche Reisezeit passt am besten?
Monate mit weniger Regen werden häufig zwischen Mai und Oktober genannt. Stabilere Wege und klarere Sicht erhöhen dann meist den Komfort der Wanderung.
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Quellen
- Ministerio de Comercio Exterior y Turismo, Inventar Ficha Parque Arqueológico de Choquequirao, Daten und Beschreibung
- Peru Travel, Artikel zu Choquequirao als Schwesterstätte von Machu Picchu
- National Geographic Travel, Bericht zu den weißen Llama Darstellungen in Choquequirao, 2022
- López, G T E, The Llamas from Choquequirao, Rock Art Research, 2009
- Infrastructure Finance and Investment, Proinversión Ausschreibungsvorhaben Choquequirao Cable Car, 29. Januar 2025